Die Probleme mit Rechtsextremismus im Ortsteil Schöneweide (Treptow-Köpenick) sind nicht neu. Zuletzt hatte sich gar eine Kneipe im Kiez zum neuen überregionalen Treff der rechtsextremen Szene entwickelt.

Zahlreiche Bürgerinitiativen, Jugendeinrichtungen und die große Mehrheit der Bezirkspolitik scheuen allerdings nicht die Auseinandersetzung und setzen sich seit Jahren für eine demokratische Gegenkultur in ihrem Stadtteil ein.

Das neueste Projekt: Eine Straßenbahn der Linie 63 fährt nun ein Jahr lang mit einer besonderen Botschaft durch den Kiez, u.a. vorbei an dem rechtsextremen Szenetreff und der Parteizentrale der NPD. Studierende des Kommunikationsdesigns der Hochschule für Technik und Wirtschaft gestalteten die Außenwände der Straßenbahn und platzierten darin den Aufruf „Du bist anders als ich. Ich respektiere dich. Ich bin anders als du. Respektiere mich“.

Auch Bezirksbürgermeisterin Schöttler zitierte zum Auftakt des Festes die Berliner Verpflichtung: „Wer andere Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihres Aussehens ausgrenzt, der stößt auf unseren Widerstand.“

Das Kiezbüro Schöneweide ließ sich als Initiatorin des Projekts von einer ähnlichen Kiezkampagne aus dem Dezember 2008 inspirieren. Damals hatte eine Bürgerinitiative aus Berlin-Rudow Busse der BVG gestalten lassen und dabei zentrale Aussagen aus der Berliner Verpflichtung verwendet.

„Dieses Projektformat ist eigentlich in allen Berliner Ortsteilen denkbar. Es ist geeignet, Menschenverachtung entgegenzutreten und für Respekt und Vielfalt positiv Werbung zu machen. Wichtig ist, dass die örtlichen Initiativen und Netzwerke vorher die Zielrichtung und die Kernaussagen gemeinsam diskutieren und festlegen.“ so Lorenz Korgel von der Geschäftsstelle des Berliner Ratschlag für Demokratie.

Für Rücksprachen zu örtlichen Respekt-Kiezkampagnen steht die Geschäftsstelle des Berliner Ratschlag für Demokratie zur Verfügung.