Seit 1994 entste­ht auf dem Gelände der Löck­nitz Grund­schule durch Ini­tia­tive der Schü­lerin­nen und Schüler der 6. Klassen ein Denk-Mal für Mit­bürg­er jüdis­chen Glaubens aus Berlin-Schöneberg, die in Konzen­tra­tionslagern gewalt­sam zu Tode gekom­men sind. Sei­ther beschriften die Schü­lerin­nen und Schüler Jahr für Jahr Denk-Steine mit den Namen ehe­ma­liger jüdis­ch­er Mit­bürg­er und fügen diese in ein­er feier­lichen Zer­e­monie in eine beständig wach­sende Gedenkmauer ein.

Schullei­t­erin Christa Niclasen erin­nerte ein­gangs der diesjähri­gen Gedenk­feier an das jüdis­che Sprich­wort „Men­schen, die man ver­gisst, ster­ben ein zweites Mal“, das der dama­lige Vor­sitzende des Zen­tral­rats der Juden in Deutsch­land, Ignatz Bubis, 1997 bei der Stein­ver­legung den Schü­lerin­nen und Schülern auf den Weg gegeben hat­te. Sei­ther ist dieses Sprich­wort das Leit­mo­tiv des Pro­jek­tes, das im Jahr 2010 den ersten Preis des Respekt-Wet­tbe­werbs des Berlin­er Ratschlag für Demokratie gewon­nen hat­te.

Für ihr Engage­ment erhiel­ten die Schü­lerin­nen und Schüler den Dank von promi­nen­ten Gästen. Die Ratschlagsmit­glieder Prof. Dr. E. Jür­gen Zöll­ner, Lala Süsskind und Prof. Dr. Andreas Nachama würdigten beson­ders die Leis­tung der Kinder, die Geschichte und die Ver­brechen des Nation­al­sozial­is­mus für alle erfahrbar zu machen.

Lala Süsskind und Andreas Nachama wiesen darauf hin, dass die Prob­leme des Ras­sis­mus und Anti­semitismus noch immer nicht bewältigt sind. „Es gibt in Berlin einen Ratschlag für Demokratie“, so Nachama, „darin engagieren sich Berlin­er Per­sön­lichkeit­en, weil sie der Ansicht sind, dass wir auch heute Ver­ant­wor­tung für eine men­schliche Gesellschaft übernehmen müssen.“ Nachama dank­te den Schü­lerin­nen und Schülern, dass auch sie mit ihrem Erin­nern an die Ver­fol­gten und Ermorde­ten des Naziregimes einen wichti­gen Beitrag dazu leis­ten.

In Anwe­sen­heit zahlre­ich­er Gäste, darunter auch Zeitzeu­gen, Eltern, Lehrerin­nen und Lehrer ver­lasen die Schü­lerin­nen und Schüler jeden einzel­nen Namen auf ihren Gedenksteinen und teil­ten mit, was sie per­sön­lich mit der Per­son verbindet. So endeck­ten die Schüler/innen, dass viele der damals ermorde­ten gle­iche Nach- oder Vor­na­men tru­gen, dass sie am sel­ben Tag Geburt­stag hat­ten oder, dass sie in der sel­ben Straße / im sel­ben Haus wohn­ten.

Schullei­t­erin Niclasen teilte mit, dass die Entschei­dung über die Fort­führung des Pro­jek­tes Jahr für Jahr in Hän­den der Kinder läge. Auf dem Gelände der Schule sei aber genü­gend Platz, die Mauer weit­erzubauen solange es die Kinder wün­schen.