Eine freie Presse ist Stützpfeil­er jed­er Demokratie – ganz gle­ich ob Tageszeitung, Wochen­zeitschrift, Gew­erkschafts-Organ. Die Nation­al­sozial­is­ten wussten um die Kraft des gedruck­ten Wortes. Woll­ten sie Demokratie und Repub­lik zer­stören, musste die Presse gle­ich­schal­tet wer­den. Dafür nutzten sie rück­sicht­los ihre Macht. Sofort nach dem 30. Jan­u­ar 1933, als Hitler die Reich­skan­zler­schaft über­tra­gen wor­den war, ver­bot die Regierung zeitweise oppo­si­tionelle Zeitun­gen, darunter zahlre­iche Gew­erkschaft­spub­lika­tio­nen. Ver­boten zu wer­den, war eine ständi­ge Dro­hung. Die Gew­erkschaften wur­den somit schon vor ihrer gewalt­samen Zer­schla­gung am 2. Mai 1933 ihrer Stimme beraubt. Danach entließen und ver­hafteten die Nazis die Redak­teure. Die nicht ver­bote­nen Zeitun­gen wur­den am 3. Mai 1933 dem „Presse- und Pro­pa­gan­daleit­er“ des „Aktion­skomi­tees zum Schutz der deutschen Arbeit“ unter­stellt.