Im Vorder­grund der Insze­nierung standen die Lebenswege der Ham­burg­erin Fasia Jansen und des Berlin­ers Isaak Behar. Fasia Jansen wird elfjährig auf­grund ihrer dun­klen Haut­farbe aus der Tanzschule geschmis­sen und kommt 14-jährig zum Zwangsar­beits­di­enst in die Küche des KZs Neuengamme. Isaak Behar, Sohn Istan­buler Ein­wan­der­er, wird während der Zeit des Nation­al­sozial­is­mus die türkische Staats­bürg­er­schaft aberkan­nt. Als staaten­lose Juden sind er und seine Fam­i­lie dem Nazi-Regime schut­z­los aus­geliefert. Aus sein­er Fam­i­lie über­lebt er allein.

Die Zuschauerin­nen und Zuschauer sahen im DTK Wasser­turm ein ergreifend­es und zugle­ich scho­nungslos­es Doku­men­tarstück. Von der anfänglichen Diskri­m­inierung zum Rassen­wahn, von panis­ch­er Flucht vor den Ver­fol­gern bis hin zu den Men­schen, die den Ver­fol­gten ihre Hil­fe anboten – dem Stück gelingt es all dies zu the­ma­tisieren. Die Betra­ch­terin­nen und Betra­chter wer­den kon­fron­tiert mit den Schick­salen konkreter Men­schen, deren Wün­sche und Hoff­nun­gen unsere sein kön­nten. Am Ende wer­den die Namen der Vergesse­nen Biografien wie eine Klage verkün­det – wie eine Klage, ohne dabei zu über­fracht­en – ohne moralis­chen Apell. Nur dies: „es war möglich zu helfen.“

Das Stück „Vergessene Biografien“ kann von Schulen und anderen Insti­tu­tio­nen gebucht wer­den.

Mehr Infor­ma­tion auf: http://www.vergessene-biografien.de

Die Auf­führung im DTK Wasser­turm fand in Zusam­me­nar­beit mit dem Pro­jekt: „ju:an — Jugen­dar­beit gegen Anti­semitismus und andere Ungle­ich­w­er­tigkeit­side­olo­gien“ der Amadeu Anto­nio Stiftung statt.

Das Pro­jekt „Vergessene Biografien“ hat­te 2012 im Olympias­ta­dion den 1. Preis des Wet­tbe­werbs “Respekt gewin­nt!” erhal­ten. Der Berlin­er Ratschlag begleit­et regelmäßig seine Gewin­ner­pro­jek­te und berichtet über ihre weit­ere Entwick­lung.