Natürlich müssen und wollen auch die Kinder eingeschult werden, die in Berlin als Flüchtlinge angekommen sind. Speziell im Flüchtlingheim in Hellersdorf, das leider immer wieder wegen rassistischen Angriffen in den Schlagzeilen ist, brauchen die vielen Kinder Hilfe. Im Haus Babylon wurden den Familien darum mit einer Schulranzenaktion eine Freude gemacht.

Gleich mehrere Partner haben sich zusammengeschlossen, um die Aktion zu übernehmen: unterstützt durch das Deutsche Kinderhilfswerk, den Radiosender 104.6 RTL und Karstadt hat der Verein Babel e.V. in seinem interkulturellen Gemeinschaftszentrum „Haus Babylon“ eine gemeinsame Schulranzenaktion für bedürftige Kinder gestartet. Eine gelungene Aktion, die den Kindern und Familien ein bisschen bei den Schwierigkeiten helfen kann, die sie zum Schulanfang und darüber hinaus zu meistern haben.

Denn viele organisatorischen Fragen bleiben weiterhin ungeklärt: So z. B. konnten nicht alle Kinder aus dem Flüchtlingsheim Hellersdorf in den Schulen der Umgebung untergebracht werden, weil diese schon völlig überlastet sind. Manche Kinder müssen deshalb mit den öffentlichen Verkehrsmitteln quer durch den Bezirk Marzahn-Hellersdorf fahren. Die Kinder bekommen die Fahrscheine zwar bezahlt, doch gibt es keine Fahrscheine für Begleigtpersonen. Manche der 6-jährigen Kinder sind also ganz auf sich allein gestellt, wenn sie morgens und nachmittags den langen Weg durch Berlin meistern müssen.

Doch zumindest für die Schul-Utensilien ist jetzt gesorgt: Jedes Kind bekam einen voll gepackten Schulranzen, dem noch verschiedene Spielzeuge hinzugefügt wurden. Die Kids waren total begeistern und wollten ihre Schulranzen am liebsten gar nicht mehr ablegen. Doch natürlich gab es für die Familien noch jede Menge zu Essen, denn gleichzeitig fand im Haus Babylon das 10. Promenadenbuffet statt, bei dem Gerichte aus 10 verschiedenen Kulturen gereicht wurden.

Das Haus Babylon wurde letztes Jahr beim „Respekt gewinnt! Wettbewerb“ ausgezeichnet. Das Team investierte den Gewinn in eine Musikanlage, die bei den vielen Veranstaltungen im großen Garten oder in einem der vielen Räume stark genutzt wird. Auch das Ratschlagsmitglied Nils Busch-Petersen vom Handelsverband Berlin-Brandenburg war begeistert vom vielfältigen und nachhaltigen Engagement, das in Hellersdorf in dieser Art wohl einzigartig ist und sicher dringend gebraucht wird.