Da ich immer noch an die Wirkung von Plakaten glaube, kann ich deren Symbolkraft nicht unterschätzen, zumal, wenn sie auf so massenhafte und perfide Weise die niederen Instinkte einiger unserer Mitbürger bedienen. Noch Tage nach der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern und seit Wochen schon in Berlin sind überall die volksverhetzenden Botschaften der Neonazis präsent. Damit wird eine Normalität suggeriert, als gehörten rassistische Ausgrenzung und das zynische »Gas geben« bereits zur deutschen Alltagskultur. Das ist und bleibt auch für die nächsten Wahlkämpfe unerträglich.
›Storch Heinar‹ als Reaktion auf die Nazi-Marke ›Thor Steinar‹ war so eine kreative und witzige Antwort. Aber 18-28% Pro-NPD-Stimmen zwischen Peenemünde und der Gemeinde Postlow, südlich von Usedom, sind ein untrügliches Zeichen, dass wir verfestigte Neonazistrukturen nicht nur mit Ironie vertreiben können. Deshalb muss auch im Berliner Wahlkampf die klare Botschaft lauten: Wer Nazis wählt, will unser Gemeinwesen zerstören, will die freiheitlich-demokratischen Grundrechte aufgeben, will No-Go-Areas auch für Investoren.
Ich erwarte deshalb ein eindeutiges Bekenntnis von Politik und Justiz. Denn wer glaubt, dass Hassplakate durch die in Artikel 5 unseres Grundgesetzes garantierte Meinungsfreiheit gedeckt seien, der hat die demokratischen Spielregeln auf gefährliche Weise missverstanden.
Auch in diesem Jahr prämiert der Berliner Ratschlag für Demokratie wieder Projekte für ein weltoffenes und gemeinschaftliches Berlin mit Geld- und Sachpreisen. Gefragt sind kreative, interkulturelle und nachhaltige Projekte aus und für Berlin.
Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2011. Zu gewinnen gibt es Geldpreise im Wert von insgesamt 5.000 Euro und viele Sachpreise.
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