Präsi­dent des Abge­ord­neten­haus Berlin

Ralf Wieland sieht es als wichtige Auf­gabe unser­er Gesellschaft, sich jed­er Form der Stig­ma­tisierung zu wider­set­zen. Unser Staat hat dabei die Würde und die Rechte aller Men­schen zu schützen und Angst, Iso­la­tion und Ablehnung abzubauen.

Statement

Unsere Demokratie hat Voraus­set­zun­gen, die wir täglich neu erk­lären und vertei­di­gen müssen. Dazu zählen neben den wichti­gen Prinzip­i­en wie der Gewal­tenteilung oder des Par­la­men­taris­mus auch demokratis­che Werte wie Respekt, Tol­er­anz, Plu­ral­ität und Gewalt­frei­heit.“

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Zur Person

Ralf Wieland ist seit dem 27. Okto­ber 2011 Präsi­dent des Abge­ord­neten­haus­es von Berlin. Er ist seit 1973 Mit­glied der SPD.

Seit vie­len Jahren set­zt er sich über das poli­tis­che Tages­geschäft hin­aus aktiv gegen Recht­sex­trem­is­mus und Anti­semitismus ein und die Gedenkkul­tur im Berlin­er Stad­traum ist ihm ein beson­deres Anliegen.

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Interview mit Ralf Wieland

Den „Stillen Helden“ gedenken

Warum ist es so wichtig, einem Wider­stand­shelden gegen die Nazi-Dik­tatur zu gedenken?

Ich glaube, dass es wichtig ist, dass wir im Rah­men unser­er Erin­nerungskul­tur den „Stillen Helden“ gedenken, sie in Erin­nerung behal­ten, sie im Stadt­bild auch sicht­bar machen. Denn es gab diese „Stillen Helden“, die im Kleinen, im All­t­ag ver­sucht haben zu helfen, und die Aus­sage „man kon­nte nichts machen“, ein­fach wider­legen. Deshalb finde ich es so wichtig! Es sind nicht nur die großen Wider­stand­skämpfer, aus der Armee und aus der Poli­tik, son­dern die Men­schen im Volk, die auch damals – zu wenige, viel zu wenige – aber es gab welche, die „Nein“ gesagt haben, und die sich für Men­schlichkeit und Frieden engagiert haben.

Gibt es auch heute noch Span­nun­gen zwis­chen den Gesellschaft­steilen in Berlin?

Natür­lich ist die Sit­u­a­tion nicht ver­gle­ich­bar mit dem was damals in Deutsch­land passiert ist. Trotz­dem müssen wir auf­passen, dem Wieder­erstarken recht­sradikaler Ten­den­zen, dem All­t­ags-Ras­sis­mus und dem wieder erkennbaren Anti­semitismus, muss man sich ent­ge­gen­stellen. Möglichst bre­it aufgestellt, das ist nicht nur Auf­gabe der Poli­tik! Deshalb engagiere ich mich beson­ders gern, wenn es bedeutet, ein bre­ites Bünd­nis zu schließen – in alle möglichen gesellschaftlichen Grup­pen hinein, die sich dage­gen­stellen. so kön­nen wir sich­er stellen, dass sich die schlim­men Zeit­en von 1933 bis 1945 nicht wieder­holen.

Wie kön­nen sich Bürg­erin­nen und Bürg­er für ein weltof­fenes Berlin ein­set­zen?

Es fängt im Kleinen an: Man kann Nazi-Aufk­le­ber ent­fer­nen, wenn man sie in seinem per­sön­lichen Umfeld ent­deckt. Man kann Wider­spruch anmelden, wenn jemand ras­sis­tis­che und aus­län­der­feindliche Bemerkun­gen macht.