Die mehrfach aus­geze­ich­nete Ini­tia­tive bun­t­kick­tgut real­isiert in seinen Straßen­fußball-Ligen für Kinder und Jugendliche aller Nation­al­itäten seinen interkul­turellen, inte­gra­tiv­en und gewalt­präven­tiv­en Ansatz. Seit Grün­dung der Ini­tia­tive 1997 in München arbeit­et bun­t­kick­tgut mit einem bot­tom-up-Ansatz, dessen Schw­er­punk­te auf Par­tizipa­tion und Ver­ant­wor­tungsüber­nahme liegen. Seit 2013 beste­ht in Berlin ein eigen­ständi­ger Liga-Betrieb nach der Meth­ode von bun­t­kick­tgut.

Die Ange­bote der interkul­turellen Straßen­fußball-Ligen von bun­t­kick­tgut in Berlin haben in den ver­gan­genen Jahren große Nach­frage genossen und sowohl an Bekan­ntheit als auch an Beliebtheit gewon­nen. Das maßge­blich von Kindern und Jugendlichen in Eigenini­tia­tive organ­isierte, kon­tinuier­liche Ange­bot der Freizeit­gestal­tung mit dem Medi­um Fußball wirkt über Neuköll­ner Kiez­gren­zen hin­weg. In ver­schiede­nen Alter­sklassen (U13, U15, U15 Ladies, Ü17) wird von bun­t­kick­tgut eine Som­mer- und Win­ter-Liga ange­boten, an denen Teams aus Jugendzen­tren, Schulen, Notun­terkün­ften und freie Teams unter der Anleitung von Street Foot­ball Worker*innen teil­nehmen kön­nen. Organ­isiert wer­den die Ligen von den Kindern und Jugendlichen selb­st, angeleit­et und unter­stützt durch Projektmitarbeiter*innen, die den Kindern und Jugendlichen die Basis für ihr selb­st­ständi­ges Arbeit­en bere­it­en. Kernziel des Pro­jek­tes ist es, die Diver­sität der jun­gen Men­schen durch regen Aus­tausch untere­inan­der zu fördern, Berührungsäng­ste abzubauen und mith­il­fe ver­schieden­er Par­tizipa­tion­splat­tfor­men eine aktive Mitbes­tim­mung im Pro­jekt, an ihrem All­t­ag und der Gestal­tung ihres Kiezes zu ermöglichen.

Die Stärkung und Beteili­gung von Kindern und Jugendlichen wirkt sich pos­i­tiv auf die Inte­gra­tion und (Gewalt-, Sucht-) Präven­tion aus. Kindern und Jugendlichen aus benachteiligten Bevölkerungs­grup­pen wird Raum für Teil­habe gegeben und über­lassen. Sie wer­den auf ihrem Weg zu mündi­gen Bürger*Innen begleit­et.

Gle­ich­berech­ti­gung lebt von der Begeg­nung der Men­schen. bun­t­kick­tgut schafft den Raum dafür.

Projektinformation

Ziel­gruppe:

Das Ange­bot von bun­t­kick­tgut richtet sich primär an Kinder und junge Erwach­sene zwis­chen 6 und 21 Jahren, Mäd­chen und Jun­gen, unab­hängig von ihrer Herkun­ft oder ihrem sozialen, eth­nis­chen, kul­turellen oder religiösen Hin­ter­grund. Ein beson­der­er Schw­er­punkt liegt auf weib­lichen Teil­nehmerin­nen sowie sozialen Rand­grup­pen: Kinder und Jugendliche mit Flüchtling­sh­in­ter­grund (UMF und Gemein­schaft­sun­terkün­fte für Asyl­be­wer­ber und Flüchtlinge), aus bil­dungs­fer­nen Milieus, mit Beein­träch­ti­gun­gen, Lern­schwächen oder Ver­hal­tensauf­fäl­ligkeit­en.

Die aktive Einbindung/Partizipation von und Mit­gestal­tung durch Kinder und Jugendlichen ist der zen­trale Mit­telpunkt von bun­t­kick­tgut. Um den Kindern und Jugendlichen über das Fußball­spie­len hin­aus Möglichkeit­en zur Selb­stor­gan­i­sa­tion und Ver­ant­wor­tungsüber­nahme zu bieten, bein­hal­tet bun­t­kick­tgut fol­gende Par­tizipa­tion­splat­tfor­men:

Street Foot­ball Work:

Street Foot­ball Worker*innen sind Kinder und Jugendliche, die sich in ihrer Freizeit im Pro­jekt engagieren und mit jün­geren Spieler*innen aus ihrer Nach­barschaft, aus Jugen­dein­rich­tun­gen und Unterkün­ften ein eigenes Team auf­bauen. Dieses wird von Street Foot­ball Worker*innen regelmäßig in Eigen­regie trainiert und nimmt an ein­er bun­t­kick­tgut-Liga teil. Street Foot­ball Worker*innen übernehmen so bei jün­geren Teilnehmer*innen und im Kiez eine wichtige Vor­bil­drolle. Sie wer­den von bun­t­kick­tgut in Form von Work­shops und Schu­lun­gen aus­ge­bildet, die sowohl in Berlin als auch an anderen bun­t­kick­tgut-Stan­dorten stat­tfind­en. Außer­dem find­et alle 14 Tage Street Foot­ball Work-Meet­ings statt, in denen Her­aus­forderun­gen und Erfahrun­gen aus­ge­tauscht und disku­tiert wer­den. Für ihre Arbeit erhal­ten die Street Foot­ball Worker*innen je nach Ein­satz eine Ehre­namtspauschale.

Schiedsrichter*innen:

Die Kinder und Jugendliche tra­gen durch ihre Mitar­beit als Schiedsrichter*innen zu einem rei­bungslosen Ablauf der Spielt­age bei. Die Kinder und Jugendlichen ler­nen selb­st­be­wusst aufzutreten und mit Ruhe und Gelassen­heit, Regeln durchzuset­zen und zu ver­mit­teln. Sie treten als Vor­bilder und Vertreter*innen des Fair­play-Gedankens für alle Teilnehmer*innen auf. Durch den direk­ten Umgang und oft kon­tro­ver­sen Aus­tausch mit den Spieler*innen erler­nen die Schiedsrichter*innen soziale Kom­pe­ten­zen. Da die Mehrzahl der „Schied­srichter“ aus dem­sel­ben Milieu wie die Spieler*innen stam­men und somit “dieselbe Sprache” sprechen, kommt deren Rolle eine große Bedeu­tung beim Kon­flik­t­man­age­ment zu. Bere­its auf dem Fußballfeld erfahren die Jugendlichen was es bedeutet, unter einem gewis­sen Druck Ver­ant­wor­tung für sich und notwendi­ge Entschei­dun­gen zu übernehmen. Neu­tral und kon­se­quent zu han­deln, eine Entschei­dung bin­nen Sekun­den abzuwä­gen und zu fällen, stellt zunächst eine große Her­aus­forderung für neue Schiedsrichter*innen dar. Dadurch wird die Ver­ant­wor­tung der Kinder und Jugendlichen geschult. Sie ler­nen mit ein­er Macht­po­si­tion umzuge­hen und eine begründ­bare Autorität zu entwick­eln, die ihnen erlaubt, bei Fehlentschei­dun­gen, Protesten und Kon­flik­ten Sicher­heit zu gewin­nen und angemessen zu han­deln.

Die Kom­mu­nika­tion bei Kon­flik­ten, die Ver­trautheit der Schiedsrichter*innen, die Kon­ti­nu­ität des Liga-Geschehens und der hohe Selb­stor­gan­i­sa­tion­s­grad sind wesentliche Ele­mente des gesamten Pro­jek­tk­li­mas und der starken Iden­ti­fika­tion der Projektteilnehmer*innen mit bun­t­kick­tgut.

Liga-Rat:

Der Liga-Rat soll die Iden­ti­fika­tion und Par­tizipa­tion der Jugendlichen weit­er erhöhen und ein besseres Bewusst­sein für gesellschaftliche Herausforderungen/ Struk­turen und die Prob­leme der Liga schaf­fen. Der Liga-Rat ist die zen­trale Insti­tu­tion zur Beteili­gung der Jugendlichen bei bun­t­kick­tgut. Er soll als demokratis­ches Gremi­um sowohl aktiv und reak­tiv geschehene Unsportlichkeit­en (darunter fällt auch Gewalt ver­baler oder physis­ch­er Art) sank­tion­ieren als auch präven­tiv die Gestal­tung und Ein­hal­tung des bun­t­kick­tgut-Regel­w­erks mitbes­tim­men und kon­trol­lieren. Dort wer­den aktuellen The­men, Her­aus­forderun­gen, organ­isatorische Fra­gen und maßge­bliche Entschei­dun­gen bezüglich des Liga-All­t­ags disku­tiert und getrof­fen. Der Liga-Rat tagt ein­mal im Monat und beste­ht aus den Schiedsrichter*innen aller Ligen. Der Liga-Rat ist das zen­trale Organ, mit welchem die Kinder und Jugendlichen das Pro­jekt selb­st steuern und weit­er­en­twick­eln. Die Aufar­beitung unsportlichen Fehlver­hal­tens gehört zu den wesentlichen Auf­gaben des Liga-Rats. Entste­hen und Umstände eines Vor­falls wer­den mit den Teilnehmer*innen disku­tiert, Lösun­gen und Hand­lungsalter­na­tiv­en besprochen, sowie Kon­se­quen­zen und Sank­tio­nen aus­ge­sprochen. Es wird ver­sucht, bish­erige ein­gleisige, durch bes­timmte Sozial­i­sa­tion­sprozesse ent­standene Denkmuster zu durch­brechen und den Kindern und Jugendlichen zu neuen Denkanstößen zu ver­helfen. Die Sitzun­gen wer­den mod­eriert von am Pro­jekt beteiligten Mitarbeiter*innen oder von älteren teil­nehmenden Jugendlichen. Flex­i­bil­ität beweist der Liga-Rat durch “ad-hoc Sitzun­gen” mit fünf Vertretern ver­schieden­er Teams, die bei Prob­lem­si­t­u­a­tio­nen oder „Anträ­gen“ direkt an Spiel- oder Turnierta­gen ein­berufen wer­den kön­nen. Als in mehrerlei Hin­sicht effek­tiv hat sich die zusät­zliche Schrift­form (‚Brief an den Liga-Rat’) erwiesen. Bei Unsportlichkeit­en, Fehlver­hal­ten, Täuschun­gen oder ein­fachem Nichter­scheinen eines Teams zum Spielt­ag wird von jedem betrof­fe­nen Team eine kurze oder län­gere schriftliche Stel­lung­nahme erwartet. Damit kann ein Team einen Liga-Auss­chluss ver­mei­den, bleibt bis zur entschei­den­den Liga-Ratssitzung spiel­berechtigt und es ist den­noch sichergestellt, dass bere­its eine men­tale Auseinan­der­set­zung mit dem entsprechen­den The­ma stattge­fun­den hat. Ein wichtiger Neben­ef­fekt: die Kinder ler­nen, sich auch in schriftlich­er Form angemessen zu artikulieren, Gedanken zu struk­turi­eren und verbessern damit ihre Chan­cen in Bezug auf schulis­che und beru­fliche Anforderun­gen.

Orga-Teams:

Sowohl in der Liga-Koor­di­na­tion, als auch der Spielt­agsleitung und in Event-Crews kön­nen Kinder und Jugendliche organ­isatorische Auf­gaben übernehmen und Abläufe aktiv pla­nen und mit­gestal­ten. So zählen die Kom­mu­nika­tion mit den Teams und Ein­rich­tun­gen; die Doku­men­ta­tion von Ergeb­nis­sen und Meet­ings in Form von Pro­tokollen; Mate­ri­alpflege und -bestel­lung sowie Bud­getkalku­la­tion und Per­son­alpla­nung zu ihren Auf­gaben. Hier ler­nen Kinder und Jugendlichen neben wertvollen Tricks zum eigen­ver­ant­wortlichen Arbeit­en auch Teamgeist und Ver­lässlichkeit als wichtige Eigen­schaften ken­nen.

 

Bedarf:

Viele Kinder und Jugendliche in Stadt­ge­bi­eten mit beson­der­er sozialer Prob­lem­struk­tur und hohem Migrant*innen-Anteil sind sich durch das oft sozial schwierige famil­iäre Umfeld in ihrer Entwick­lung über­wiegend selb­st über­lassen. Dadurch ori­en­tieren sie sich häu­fig an ihren Peer­groups, die sich ger­ade in diesen Stadt­ge­bi­eten haupt­säch­lich auf der Straße tre­f­fen. Dabei kann eine neg­a­tive Dynamik entste­hen, die bis hin zur prob­lema­tis­chen Gang­bil­dung mit Merk­malen von Gewalt­bere­itschaft, Sucht, Delin­quenz und Desin­te­gra­tion reicht. In dieser Umge­bung haben es Kinder und Jugendliche und ins­beson­dere Mäd­chen und junge Frauen oft schw­er, sich und ihre Per­sön­lichkeit im Sinne ein­er gesun­den Freizeitbeschäf­ti­gung selb­st zu ent­fal­ten. Zwar gibt es in speziellen Jugen­dein­rich­tun­gen geschützte Räume und Möglichkeit­en, sich zu bewe­gen, doch ger­ade im Sport­bere­ich sind solche Ange­bote noch rar. Um diesen Entwick­lun­gen ent­ge­gen­zuwirken und ins­beson­dere Mäd­chen und junge Frauen anzus­prechen, bietet bun­t­kick­tgut mit Straßen­fußball einen ide­alen Ansatzpunkt, da sich die Kinder und Jugendlichen in ihrer ver­traut­en Umge­bung und ihrer jew­eils bevorzugten Peer­group aufhal­ten kön­nen. bun­t­kick­tgut geht hier­mit gezielt auf das grund­sät­zliche Bedürf­nis der Ziel­gruppe ein, die eigene Iden­tität, Per­sön­lichkeit, Ori­en­tierung und Inte­gra­tion in der Gruppe zu erfahren.

Koop­er­a­tio­nen:

Schirmherrschaften:

Jérôme Boateng (Fußballer und Welt­meis­ter)

Dilek Kolat (Sen­a­torin für Arbeit, Frauen und Inte­gra­tion)

Oben genan­nte Per­so­n­en nehmen an ver­schiede­nen großen Events teil, eröff­nen Ver­anstal­tun­gen, ehren die Teil­nehmer und brin­gen durch ihre Anwe­sen­heit noch mehr lokale Aufmerk­samkeit mit sich.

Kinder-& Jugendzen­tren:   u. A. Nach­barschaft­sheim Neukölln e.V., Out­reach Berlin, Tow­er, Soko 116, Kreuzberg­er Musikalis­che Aktion e.V., Statthaus Böck­ler­park: Teams, SFW-Train­ings, Spielt­ags/Event-Stät­ten, Aktion­stage, gegen­seit­ige Unter­stützung und Erfahrungsaus­tausch

NUK für Geflüchtete: u. A. Tem­pel­hofer Flughafen, Mal­teser, NUK Moabit, NUK Hohen­schön­hausen: SFW-Train­ings, Teams, Work­shops

Quartiers­man­age­ment: u.a. Körn­er­park: punk­tuelle Pro­jek­t­fi­nanzierung, Öffentlichkeit­sar­beit, Runde Tis­che

Pro­jek­te und Ini­tia­tiv­en: u. A.The BASE Berlin, Give Some­thing Back to Berlin, Rhe­in­Flanke Berlin, street­foot­ball­world, Amand­la Edu­foot­ball, Cham­pi­ons ohne Gren­zen, denk:lokal, Tama­ja, ten­ta­ja gGmbH, Interku­lar gGmbH: Net­zw­erkar­beit, Spielt­ags/Event-Stät­ten, Unter­stützung und Erfahrungsaus­tausch, gemein­same Aktion­stage und Großevents, Öffentlichkeit­sar­beit

Ver­bände und Vere­ine: BFV, Hertha BSC Berlin, FC Inter­na­tionale, Hürtürkel, Türkiyem­spor: Teams und Train­ings, Erfahrungsaus­tausch und Unter­stützung

Viele der o.g. sozialen Einrichtungen/ Ini­tia­tiv­en etc. prof­i­tieren neben den beschriebe­nen Aktions­bere­ichen regelmäßig als Teil­nehmende von dem Ange­bot von bun­t­kick­tgut Berlin – interkul­turelle Straßen­fußball-Liga Berlin.  Zudem arbeit­en die Ein­rich­tun­gen in Net­zw­erken zusam­men, ver­anstal­ten gemein­same Events, par­tizip­ieren von den ver­schiede­nen Haup­tange­boten der jew­eili­gen Ein­rich­tun­gen. Dadurch Aus­tausch untere­inan­der, Mobil­ität­ser­weiterung der Kinder und Jugendlichen. Die interkul­turelle Kom­pe­ten­zen­twick­lung kann dadurch erhe­blich gefördert und gefordert wer­den.

Schulen: Grund­schule am Flieder­busch (Neukölln-Rudow), Löwen­zahn-Grund­schule (Neukölln- Rix­dorf), Kon­rad-Agahd-Grund­schule (Neukölln),Rudolf-Wissell Grund­schule (Wed­ding), Carl von Ossi­et­zky Grund­schule (Kreuzberg), Alfred-Nobel-Schule (Neukölln) und Rosa-Parks Grund­schule (Kreuzberg)

An o.g. Schulen find­en regelmäßig Fußball- AG‘s statt. Im Rah­men des Pro­jek­tes „Berlin Kickt“ wer­den wöchentliche Fußball AG‘s für Willkom­men­sklassen ange­boten und von den Schulen wahrgenom­men. Die Inte­gra­tion dieser AG‘s in den bun­t­kick­tgut Liga-Betrieb und/ oder Turniere ist angestrebt und bringt eine Ver­net­zung der Kinder und Jugendlichen untere­inan­der mit sich.
Außer­dem gibt es AG´s speziell für Mäd­chen, um deren physis­chen und psy­chis­chen Fer­tigkeit­en in einem geschützten Rah­men zu fördern. Auch hier ist die Entwick­lung per­spek­tivisch die Selb­st­be­haup­tung der Mäd­chen und Bün­delung pos­i­tiv­er Erfahrun­gen. Im öffentlichen Stadt­bild sind Mäd­chen sel­ten auf den im Kiez vorhan­de­nen soge­nan­nten Bolz­plätzen zu find­en. Die Inte­gra­tion der Schul-AG-Teams in den bun­t­kick­tgut Lig­a­be­trieb fördert auch hier wieder u.a. Akzep­tanz, Mobil­ität und interkul­turelle Kom­pe­ten­zen.

Zus. Koop­er­a­tionspart­ner:  Jugen­damt Neukölln, Sportamt Neukölln, Inte­gra­tions­beauf­tragte des Berlin­er Fußbal­lver­ban­des, Hertha BSC Stiftung, Süd­stadt e.V., Rütli Cam­pus, Bezirk­samt Neukölln, Cam­pus Efeuweg, IRC – Inter­na­tion­al Res­cue Com­mi­tee Deutsch­land, Brot und Spiele e.V., Fan­pro­jekt der Sportju­gend Berlin, Respect Gaymes – LSVD Les­ben- und Schwu­len­ver­band Berlin-Bran­den­burg e.V., Präven­tions­beauf­tragte der Berlin­er Polizei, Insti­tut for Cul­tur­al Diplo­ma­cy Berlin

 

Ziele:

  • Miteinan­der von Men­schen, unab­hängig von ihrem Geschlecht, ihrem sozialen oder kul­turellen Hin­ter­grund, auf der Basis von offen­er und auf­suchen­der Kinder- und Jugen­dar­beit mit dem Medi­um Straßen­fußball. Den “Berlin­er Kindern” aus aller Welt, Deutschen und Kindern und Jugendlichen mit Migra­tions- und/oder Fluchthin­ter­grund, wer­den spielerisch interkul­turelle soziale Kon­tak­te, Kom­pe­ten­zen und Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein ver­mit­telt.
  • Förderung von Stärken und Begabun­gen, Erfahren von Anerken­nung, Selb­st­sicher­heit/-ver­trauen. Ger­ade sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche sind von ein­er solchen Förderung oft aus­geschlossen. Im Sport bietet sich die Möglichkeit dieses Defiz­it auszu­gle­ichen.
  • Förderung von sozialen Kom­pe­ten­zen, z.B. Eigen­ver­ant­wor­tung, Koop­er­a­tion, Kon­flik­t­be­wäl­ti­gung: Die Teams stellen sich selb­st zusam­men und organ­isieren sich. Sie übernehmen Ver­ant­wor­tung und Auf­gaben im Lig­a­be­trieb und bei Turnieren, wer­den in Entschei­dungs- und Gestal­tung­sprozesse ein­be­zo­gen
  • Mäd­chen­förderung: um die aktive Teil­nahme von Mäd­chen an unser­er Straßen­fußball-Liga sowie Street Foot­ball Work und Liga-Rat zu ver­wirk­lichen, set­zen wir auf Net­zw­erkar­beit und Koop­er­a­tio­nen in Berlin. So ermöglichen wir den Teilnehmer*innen einen ihnen ver­traut­en und geschützten Raum, an dem sie sich selb­st­bes­timmt bewe­gen und aus­drück­en kön­nen. Gle­ichzeit­ig wer­den sie über die gemein­samen Plat­tfor­men wie Liga-Rat, Spielt­age, Aus­flüge und Reisen in die täglichen Abläufe von bun­t­kick­tgut inte­gri­ert und somit nach­haltig in die Pro­jek­t­gestal­tung einge­bun­den
  • Jugendliche als Multiplikator*innen für Nach­wuchs: seit Beginn unser­er Arbeit in Berlin ist eine starke Iden­ti­fika­tion der Teilnehmer*innen mit dem Pro­jekt erkennbar, ins­beson­dere bei den Teil­nehmerin­nen. Bei ein­er Weit­er­führung ist mit einem Verbleib von vie­len Kindern und Jugendlichen mit Vor­bild­funk­tion und somit ein­er struk­turellen Nach­haltigkeit sowohl in der Organ­i­sa­tion als auch auf dem Spielfeld auszuge­hen.

Eine langfristige Bindung gelingt durch die ständi­ge Par­tizipa­tion der Kinder und Jugendliche und deren damit ver­bun­dene aktive Ein­bindung und Ver­ant­wor­tungsüber­nahme im geeigneten Rah­men. Jede*r kann gle­ich­berechtigt und aktiv par­tizip­ieren und entsprechend der Fähigkeit­en und Inter­essen Auf­gaben übernehmen. Alle teil­nehmenden Kinder und Jugendlichen haben die Möglichkeit, im Pro­jek­trah­men an Work­shops, bun­desweit­en Jugen­daus­tauschreisen und ersten Berührun­gen im Umgang mit außer­schulis­chen Erfahrun­gen, die der Beruf­swelt zuzuord­nen sind, zu par­tizip­ieren. Aktive Kinder und Jugendliche wer­den außer­dem mit bun­t­kick­tgut-Jack­en, Hosen, Shirts und Pullovern aus­ges­tat­tet. Wer an Work­shops oder Schu­lun­gen teil­nimmt erhält ein Zer­ti­fikat, Kinder und Jugendliche, die sich länger im Pro­jekt engagieren, bekom­men ein Zeug­nis aus­gestellt. Auch die stetige Ein­bindung in Entschei­dun­gen und Pla­nung­sprozesse im Pro­jek­tall­t­ag ist für viele eine wichtige Form der Anerken­nung. Ein gle­ich­berechtigter Zugang zu den vorhan­de­nen Ressourcen sowie eine demokratisch kon­notierte Beteili­gung aller Teil­nehmenden ermöglicht ein Begeg­nen auf Augen­höhe. Auf diesem Wege wer­den unab­hängig vom Pro­jekt Berührungsäng­ste und Vorurteile abge­baut. Ger­ade für Kinder und Jugendliche mit Fluchthin­ter­grund sowie Mäd­chen und junge Frauen, die oft wenig Beteili­gung oder Aus­gren­zung erfahren, ist dies eine wichtige Erfahrung. Durch die Über­gabe von Ver­ant­wor­tung und das Gefühl gebraucht zu wer­den und wertvoll zu sein, fördert bun­t­kick­tgut aktiv das Selb­st­be­wusst­sein der beteiligten Kinder und Jugendlichen. Sie erhal­ten für ihre Posi­tion Jobti­tel wie „Spielt­agsko­or­di­na­torin“ und unter­schreiben eigen­händig Urkun­den ihrer Liga-Spielt­age. Neben diesen form­losen Würdi­gen ihres Engage­ments, erhal­ten die Kinder und Jugendlichen außer­dem je nach Ein­satz eine Ehre­namtspauschale für ihre Mitar­beit.

bun­t­kick­tgut besitzt auf­grund sein­er langjähri­gen Arbeit (München seit 1997, Berlin seit 2013) große Bekan­ntheit und Erfahrung auf dem Gebi­et der Kinder und Jugen­dar­beit. Das Pro­jek­t­team in Berlin zeich­net sich durch eine inter­diszi­plinäre Zusam­menset­zung aus. Zwei Mitar­bei­t­erIn­nen besitzen ein sozialpäd­a­gogis­ches Studi­um und alle Mitar­bei­t­erIn­nen ver­fü­gen über mehrjährige Beruf­ser­fahrung in der offe­nen Kinder und Jugen­dar­beit in Berlin. Her­vorzuheben ist hier­bei eine Mitar­bei­t­erin mit jahre­langer Erfahrung im sport­päd­a­gogis­chen Bere­ich der Mäd­chenar­beit, speziell in der sozialpäd­a­gogis­chen Arbeit mit dem Medi­um Fußball.

 

Indika­toren:

Um eine aktive Beteili­gung und eine direk­te Mit­sprache und Selb­stor­gan­i­sa­tion der Kinder und Jugendlichen zu gewährleis­ten, ini­ti­ierte bun­t­kick­tgut neben dem kon­tinuier­lichen Liga-Betrieb, eingeteilt in Som­mer- und Win­ter­sai­son mit jew­eils sieben bis zehn Spielt­a­gen in 3 Alter­sklassen auch die regelmäßig stat­tfind­en­den Street Foot­ball Work-Meet­ings (2-wöchentlich) sowie den Liga-Rat (monatlich). Hier kon­nten sich Kinder und Jugendlichen par­tizipa­tiv ein­brin­gen und waren so maßge­blich am Erfolg der Liga beteiligt. Alle Pro­jek­te dien­ten dem Zweck, die Fähigkeit­en und Ein­stel­lun­gen der Teil­nehmenden zu fördern und sie zu ein­er selb­ständi­gen und offe­nen Teil­habe an der Gesellschaft zu befähi­gen. Durch die Ein­bindung der Kinder und Jugendlichen bere­its in den ersten Schrit­ten der Pro­jek­t­pla­nung sowie deren nach­haltige Pro­jek­tan­bindung kon­nten früh pos­i­tive Iden­ti­fika­tion­s­möglichkeit­en geschaf­fen wer­den. Auf dieser Par­tizipa­tion baut die präven­tive Wirkung von bun­t­kick­tgut auf.

Durch die Etablierung der Liga mit offen­er Struk­tur und die aktive Ein­bindung von Koop­er­a­tionspart­nern (bspw. als Teams und/oder Mit­gestal­ter) kon­nte ein weites Net­zw­erk in der Nach­barschaft gefördert wer­den, das sich kon­tinuier­lich ausweit­et. Diese spielerische Ver­net­zung der sozialen Organ­i­sa­tio­nen auf Bezirks- sowie bezirks-über­reifend­en Ebene schafft regelmäßig neue Begeg­nun­gen auf Augen­höhe und fördert die Gemein­samkeit.

Der Erfolg und die Attrak­tiv­ität der Ange­bote von bun­t­kick­tgut zeigt sich im beständi­gen Inter­esse von Teams an Liga und Event-Turnieren: Die Anzahl der teil­nehmenden Teams in den ver­schiede­nen Alter­sklassen nehmen beständig zu (2018: U13: 18 Teams; U15: 18 Teams; Ü17: 29 Teams) und seit 2018 wurde eine U15 Ladies Liga (aktuell 6 Teams) aufge­baut. Es nehmen Teams aus Jugen­dein­rich­tun­gen, Geflüchteten-Unterkün­ften, aus anderen Organ­i­sa­tio­nen und Pro­jek­ten sowie freie Teams teil. Die Teams stam­men aus den Stadt­teilen Neukölln, Kreuzberg, Tem­pel­hof, Ober­schönewei­de, Licht­en­berg, Reinick­endorf, Wed­ding und Moabit und wer­den durch von bun­t­kick­tgut geschul­ten Betreuer*innen trainiert und zu den Spielt­a­gen begleit­et. Ein High­light ist für die Teams der jährlich stat­tfind­ende „bun­t­kick­tgut night cham­pi­ons cup“. Am Event mit vie­len Zuschauer*innen und Gästen am 4. April 2018 nah­men ins­ge­samt 32 Teams aus ganz Berlin und München teil. Das Inter­esse am Turnier war sehr groß, weshalb sog­ar Teams auf näch­stes Jahr vertröstet wer­den mussten.

Die Schu­lung zu Street Foot­ball Worker*innen set­zt auf die Förderung von Selb­ständigkeit und eines gesun­den Selb­st­be­wusst­seins der Kinder und Jugendlichen. Die Street Foot­ball Worker*innen nehmen hier­für regelmäßig an Reisen zu bun­desweit­en Street Foot­ball Work-Net­zw­erk-Work­shops an weit­eren bun­t­kick­tgut-Stan­dorten teil. Dort gibt es die Gele­gen­heit eines Aus­tauschs mit anderen Street Foot­ball Worker*innen sowie prax­isori­en­tierte Schu­lun­gen zu The­men wie Team­build­ing, Train­ing­sein­heit­en oder Kon­flik­t­be­wäl­ti­gung und -mod­er­a­tion. Diese Fähigkeit­en wer­den in der alltäglichen Pro­jek­tar­beit angewen­det und weit­er ver­tieft. Aktuell haben wir 25 aktive Street Foot­ball Work­er, die in ihrer Nach­barschaft Vor­bild­funk­tio­nen übernehmen und bei Spielt­a­gen und Ver­anstal­tun­gen die Gele­gen­heit hat­ten, ihre erlern­ten Fähigkeit­en zusam­men zu präsen­tieren. Durch monatliche Mitar­beit­erge­spräche wird die Arbeit der Street Foot­ball Worker*innen gemein­sam evaluiert und neue Ziele for­muliert. Wichtig ist hier­bei, dass die Kinder und Jugendlichen zur Reflek­tion ihres geleis­teten Engage­ments ermuntert wer­den und sie in ihrem alltäglichen Ein­satz unter­stützt und begleit­et wer­den.

Die Street Foot­ball Worker*innen schaf­fen durch ihre alltägliche Train­ingsar­beit und ihre Organ­i­sa­tion sowie Durch­führung der Spielt­age nicht nur für eine Freizeitbeschäf­ti­gung und einen Ort des Miteinan­ders und der Begeg­nung, son­dern ver­ankern durch ihr pos­i­tives Vor­leben den bun­t­kick­tgut-Fair­play-Gedanken bei den Spieler*innen der teil­nehmenden Teams. Diese ler­nen durch gezielte Vor­gaben und Rah­menbe­din­gun­gen einen fairen Umgang mit den eige­nen und geg­ner­ischen Spieler*innen, die Bewäl­ti­gung von Frus­tra­tion und Kon­flik­ten sowie die Organ­i­sa­tion des eignen Teams. Gefördert wird das pos­i­tive und friedliche Miteinan­der durch eine Fair­play-Wer­tung, die gle­ich­w­er­tig mit der Spielpunk­te-Wer­tung ist, das heißt, dass die Teams am Ende der Sai­son sowohl für Spielpunk­te als auch für faires Ver­hal­ten und Auftreten mit Preisen belohnt wer­den. Fair­play-Punk­te erhal­ten die Mannschaften durch hier­für geschulte Schiedsrichter*innen und durch die anderen Teams für vor­bild­haftes Ver­hal­ten, beispiel­sweise Shake­hands vor und nach den Spie­len, Entschuldigun­gen nach Fouls sowie der Umgang mit Rückschlä­gen. Diese Imple­men­tierung des Fair­play-Gedankens und dessen pos­i­tive Auswirkun­gen, zeigen sich in einem deut­lichen Rück­gang an Kon­flik­ten und Fehlver­hal­ten bei den Spieler*innen und zwar in zunehmender Inten­sität, je länger die Teams an Spielt­a­gen und Ligen von bun­t­kick­tgut teil­nehmen.

Neben den Street Foot­ball Worker*innen sind auch die von bun­t­kick­tgut aus­ge­bilde­ten Schiedsrichter*innen für Mit­gestal­tung des Pro­jek­ts und die Abläufe der Events von großer Bedeu­tung. So wer­den Regeln für Spielt­age auf­grund von Erfahrun­gen infrage gestellt, zur Diskus­sion frei gegeben und ggf. entsprechend aktualisiert/erweitert. Gle­ichzeit­ig hal­ten sie die teil­nehmenden Teams während der Turniere und Spielt­age zur Ein­hal­tung der Regeln und des Fair­play-Gedankens an. Im monatlich tagen­den Liga-Rat wer­den Prob­leme und Vor­fälle, die sich während der Spielt­age ereignet haben, disku­tiert und gemein­sam nach Lösun­gen gesucht. Die beständi­ge Aus- und Fort­bil­dung der Schiedsrichter*innen wird durch spezielle Work­shops für neue Schiedsrichter*innen gewährleis­tet. Beispiel­weise wurde hier­für im Mai 2018 erfahrende Schied­srichter vom Stan­dort München für einen Work­shop ein­ge­laden.

Die regelmäßig stat­tfind­en­den Ange­bote führen zusät­zliche zu spür­baren Entwick­lun­gen der Kinder und Jugendlichen in Sachen Pünk­tlichkeit, Kom­mu­nika­tion, selb­ständi­ges Pla­nen und Organ­isieren. So wer­den Turniere und Aus­flüge aus der Eigenini­tia­tive der Street Foot­ball Work­er oder Liga-Koor­di­na­tion geplant und durchge­führt.

Der Erfolg und die Bekan­ntheit des Pro­jek­tes wer­den durch das Pfle­gen beste­hen­der Kon­tak­te und den Auf­bau neuer Koop­er­a­tio­nen mit Part­nern im Bere­ich Fußball, Jugend und Soziales gewährleis­tet. So wur­den wichtige Verbindun­gen zu Ini­tia­tiv­en für Geflüchtete geschaf­fen, die Ver­net­zung mit anderen fußbal­lo­ri­en­tierten Vereinen/Projekten in Berlin vor­angetrieben (u.a. (Give Some­thing Back to Berlin, Cham­pi­ons ohne Gren­zen, Share­house Refu­gio, Rhe­in­flanke, Berlin­er Fußball Ver­band), Koop­er­a­tio­nen mit Schulen und sozialen Trägern ange­gan­gen (Süd­stadt e.V.) sowie neue Kon­tak­te zu Förder­ern (Sky Stiftung, Jugen­damt Neukölln) und der Presse geknüpft. Beispiel­haft ist hier­für die Mit­be­grün­dung und regelmäßige Teil­nahme an den Net­zw­erk­tr­e­f­fen des Fußball Vielfalt Per­spek­tiv­en Net­zw­erks zu nen­nen.

Des weit­eren wer­den alle wichti­gen, das Pro­jekt betr­e­f­fende Infor­ma­tio­nen und Ereignisse über unsere sozialen Kanäle und über Bezirksverteil­er ver­bre­it­et. Dies umfasst das Verteilen von Fly­ern auf Messen und ver­schiede­nen Ver­anstal­tun­gen, das Bespie­len unser­er Home­page sowie unser­er Face­book- und Instra­gram-Seit­en mit Ver­anstal­tungsankündi­gun­gen sowie -ein­ladun­gen, infor­ma­tiv­en Bericht­en, Fotos und Videos. So kön­nen die Teams auf unser­er Home­page die aktuellen Tabellen ein­se­hen und sich über unsere Street Foot­ball Work Train­ingsmöglichkeit­en informieren.

 

Nach­haltigkeit:

bun­t­kick­tgut ist auf eine nach­haltige Struk­tur aus­gelegt und wird deswe­gen auch kon­tinuier­lich evaluiert und weit­er­en­twick­elt. Konkret find­et eine qual­i­ta­tive Erhe­bung durch Leit­faden gestützte Frage­bö­gen an Jugendämtern und -ein­rich­tun­gen statt. Darüber hin­aus wer­den Pro­jek­tre­porte ver­fasst, in denen die Mitarbeiter*innen, teil­nehmende Kinder und Jugendliche sowie alle im Pro­jek­tzeitraum durchge­führten Aktiv­itäten aufge­lis­tet wer­den. Durch die kon­tinuier­liche Begleitung und die enge Ein­bindung der Kinder und Jugendlichen in das Pro­jekt ist eine direk­te Feedback­ Ebene gewährleis­tet, die für eine stetige dynamis­che Pro­jek­ten­twick­lung erforder­lich und wün­schenswert ist.

 

Hindernisse/Probleme

Ein wichtiger Punkt des Liga-Betriebs von bun­t­kick­tgut ist die Kontinuität/Regelmäßigkeit, in der Spielt­age stat­tfind­en und auf die sich die teil­nehmenden Teams ver­lassen kön­nen. Im Som­mer ist diese durch die Vielzahl an Bolz­plätzen in den Bezirken ein­fach zu gewährleis­ten (April-Okt: insg. mind. 9 Spielt­age je Alter­sklasse). Im Win­ter stellt die Alters­beschränkung in den Sporthallen (nur Kinder und Jugendliche bis 13 Jahre haben Zutritt) allerd­ings eine große Hürde für den Liga-Betrieb in Berlin dar. Durch die sport­in­fra­struk­turellen Prob­leme der Stadt Berlin, den Vere­inen und Organ­i­sa­tio­nen aus­re­ichend Hal­len­zeit­en zur Ver­fü­gung zu stellen, ist die Aufrechter­hal­tung der Ange­bote in den Win­ter­monat­en nur schw­er möglich. Im Win­ter 2017 haben wir deshalb durch die Anschaf­fung und den Auf­bau eines Soc­cer­courts im von Ten­ta­ja genutzten Hangar 1 des ehe­ma­li­gen Flughafens Tem­pel­hofs die infra­struk­turelle Grund­lage für die Fort­führung der Ligen in den Win­ter­monat­en selb­st geschaf­fen. Darüber hin­aus pfle­gen wir gute Kon­tak­te zur adi­das BASE im Wed­ding, in der wir unsere Liga-Eröff­nungsturniere sowie regelmäßig unsere Ü17-Spielt­age abhal­ten. Unser ganzjähriges Ange­bot garantiert den ständi­gen Kon­takt zu unseren Teilnehmer*innen und somit auch die Begleitung bei ihrer Entwick­lung sowie den per­ma­nen­ten Aus­tausch und Förderung. Unser erk­lärtes Ziel ist es, unsere Arbeit nach dem bewährten Konzept von bun­t­kick­tgut auch in Berlin ganzjährig ausüben zu kön­nen – hier sind wir auf die Unter­stützung der Öffentlichkeit angewiesen.

Des Weit­eren ist bun­t­kick­tgut berlin von Fördergeldern/Unterstützern abhängig, da die Ange­bote nicht von der Ziel­gruppe selb­st bezahlt wer­den kön­nen. Die kom­plexe Dimen­sion der Liga-Struk­tur und die kon­tinuier­liche Begleitung der zahlre­ichen Par­tizipa­tion­spro­jek­te erfordert viel Koor­di­na­tion­saufwand und geschultes Per­son­al. Auch wenn der Mehrw­ert für die Öffentlichkeit von vie­len sozialen Part­nern und auch der Poli­tik in Berlin bestätigt wurde, hat bun­t­kick­tgut bish­er (in den let­zten 5 Jahren) keine öffentlichen Fördergelder erhal­ten und wird auss­chließlich durch Eigen­mit­tel sowie pri­vate (Unternehmens-)Förderungen finanziert. Um auch langs­fristig in Berlin aktiv zu sein, benötigt bun­t­kick­tgut berlin eine (auch) finanzielle Unter­stützung durch die öffentliche Hand.

Präven­tive Wirkung:

Durch die Par­tizipa­tion der teil­nehmenden Mannschaften kön­nen soziale Kom­pe­ten­zen erlernt bzw. ver­tieft wer­den, nicht zulet­zt Eigen- bzw. Grup­pen­ver­ant­wortlichkeit und Zuver­läs­sigkeit durch pünk­tliche, regelmäßige und verbindliche Teil­nahme an den Sitzun­gen. Ver­stärkt wird zudem die Entschei­dungskom­pe­tenz der Kinder. Die Teil­nehmer aus einem oft schwieri­gen sozialen Umfeld ler­nen anhand der möglichst struk­turi­erten Abläufe, wie im Rah­men eines demokratis­chen Gremi­ums Entschei­dun­gen entste­hen und dass nicht nur das Argu­ment des „Stärk­eren“ zählt. Es wird ver­mit­telt, dass die primäre Autorität das Argu­ment ist, ohne sich dabei allerd­ings die Mei­n­ung eines anderen aufzwin­gen zu lassen. Das Selb­stver­trauen der teil­nehmenden Kinder und Jugendlichen wird dadurch spür­bar gestärkt und trägt seinen Beitrag zur Gewalt­präven­tion bei. Diese Wirkung wurde in mehreren wis­senschaftlichen Arbeit­en belegt.

 

Eval­u­a­tion:

Wis­senschaftliche Veröf­fentlichun­gen:

http://buntkicktgut.de/historie/veroeffentlichungen

http://buntkicktgut.de/Dokumentation/Publikationen/buntkicktgut_magisterarbeit_ruth-schwarzenboeck.pdf

Siehe u.a. Dis­ser­ta­tion von Ruth, Schwarzen­böck (2016): Inte­gra­tion, Iden­tität und Sport im Migra­tionskon­text — Wirkungsmöglichkeit­en päd­a­gogis­ch­er Sportange­bote am Beispiel der Straßen­fußball-Liga ‘bun­t­kick­tgut’

bun­t­kick­tgut evaluiert alle Aktiv­itäten in einem Jahres­bericht, hier wer­den sowohl quan­ti­ta­tive Kennze­ichen (Teil­nah­men an der Liga, durchge­führte Train­ing­sein­heit­en, Son­derver­anstal­tun­gen, etc). sowie qual­i­ta­tive Merk­male (Entwick­lung von Teil­nehmern durch Einzelin­ter­views) erfasst.

 

Berichte:

Über bun­t­kick­tgut wird regelmäßig in den Medi­en berichtet. Eine Auflis­tung einiger Veröf­fentlichung find­en sich unter fol­gen­dem Link:

http://buntkicktgut.de/presse/pressearchiv

Fokus Berlin:

https://www.morgenpost.de/sport/article213839071/Hartplatzhelden.html

https://www.morgenpost.de/sport/fussball/article213853377/DFB-vergibt-Preise-fuer-Projekte-zur-Integration.html

https://www.berliner-woche.de/tempelhof/c-sport/interkultureller-strassenfussball-im-ehemaligen-flughafen_a142505

http://buntkicktgut.de/Presse/Pressestimmen/2018/Berliner_Kurier_Ehre_wem_Ehre_gebuehrt.jpg

Siehe u.a. Dis­ser­ta­tion von Ruth, Schwarzen­böck (2016): Inte­gra­tion, Iden­tität und Sport im Migra­tionskon­text — Wirkungsmöglichkeit­en päd­a­gogis­ch­er Sportange­bote am Beispiel der Straßen­fußball-Liga ‘bun­t­kick­tgut’.

 

Förderung:

bun­t­kick­tgut in Berlin wird aktuell durch Eigen­mit­tel der Dachor­gan­i­sa­tion, pri­vate Spenden, Stiftung Deutsches Hil­f­swerk sowie Nike Europe gefördert. Darüber hin­aus gab es Kle­in­förderun­gen von Quartiers­man­age­ment Körn­er­park sowie der jfsb.

Siehe auch, Ausze­ichu­nun­gen von bun­t­kick­tgut:

http://buntkicktgut.de/historie/auszeichnungen

 

Zukun­ftsper­spek­tiv­en:

bun­t­kick­tgut strebt eine Fort­führung der bish­eri­gen Tätigkeit­en in Berlin (Liga-Betrieb), eine Inten­sivierung der Par­tizipa­tion­spro­jek­te sowie eine räum­liche Ausweitung auf mehrere Kieze und Bezirke an. Es gilt als bewiesen, dass die Meth­ode von bun­t­kick­tgut skalierbar/übertragbar ist (1997 in München gegrün­det, mit­tler­weile beste­hen eigen­ständi­ge Straßen­fußball-Ligen nach der Meth­ode von bun­t­kick­tgut in Berlin, Dort­mund, Düs­sel­dorf, Nieder­bay­ern, Ham­burg, Lud­wigshafen am Rhein, Ober­schwaben, Zürich und Basel). Hier­bei gilt es zu beacht­en, dass die Kern­meth­ode durchzuführen ist, jedoch an die lokalen Eigen­heit­en und Real­itäten anzu­passen ist. Durch die stetig steigen­den Teil­nehmerzahlen in Berlin ver­sprechen wir uns auch für die kom­menden Jahre einen quan­ti­ta­tiv­en sowie qual­i­ta­tiv­en Wach­s­tum in Berlin (anhängig von den Förderun­gen für den Stan­dort).