Zielgruppe/Institutionelle Ein­bindung:
Das Pro­jekt “Cool bleiben, Respekt zeigen!” wird in geschlechtsspez­i­fis­chen Grup­pen der Klassen 5 bis 10  an ver­schiede­nen Grund — /und Förder­schulen ange­boten.

Projektgalerie

  • Video - „Cool bleiben, Respekt zeigen “

Zur Projektgruppe

Lebenswelt GmbH
Gang­hofer­str. 11
12043 Berlin
Tele­fon:
030 / 61 62 79 21

Projektinformation

 
Kontinuität/Umfang:
Die Klassen bekom­men regelmäßig alle ein bis  zwei Wochen eine Train­ing­sein­heit entwed­er über das ganze Schul­jahr verteilt oder mit einem Train­ingskonzept von 6 — 10 Ter­mi­nen pro Klasse, um mehrere Klassen erre­ichen zu kön­nen. So wird das soziale Ler­nen ein wichtiger Teil des Schu­lall­t­ags und des Erlebens.
 
Pro­jek­tbeschrei­bung:
 
Mit Biografie- und Zukun­ft­sar­beit, The­ater­päd­a­gogik und koop­er­a­tiv­er Grup­pe­nar­beit ( Spiele, Musik, bild­ner­isches Gestal­ten) erweit­ern die Kinder und Jugendlichen ihren Hand­lungsspiel­raum. Sie ler­nen neue Blick­winkel ken­nen und entwick­eln kon­struk­tive Alter­na­tiv­en in der Gestal­tung ihres All­t­ags.
Die geschlechtsspez­i­fis­che Grup­pen­teilung, ( weib­liche Trainer­in­nen für die  Mädchen/ männliche Train­er für die Jun­gen ein­er Klasse),  ermöglicht den Jugendlichen The­men zu betra­cht­en, die ihnen pein­lich sind, die zu Unsicher­heit­en, zu Abw­er­tun­gen führen und gerne hin­ter Prahlereien ver­steckt wer­den. So kön­nen die The­men des sozialen Zusam­men­lebens und der Iden­titäts­find­ung in einem geschützten Rah­men besprochen, erprobt und erfahren wer­den.
Kon­flik­te wer­den frühzeit­ig erkan­nt und gewalt­frei bear­beit­et. Erleb­nisse von Gewalt kön­nen reflek­tiert, die Kon­flik­te dahin­ter beachtet und friedliche Lösungsmöglichkeit­en
erprobt wer­den. So wird der respek­tvolle Umgang miteinan­der erfahren und in die indi­vidu­elle Lebenswelt  inte­grier­bar.
Mit den diversen Meth­o­d­en erweit­ern die Jugendlichen ihr Aus­drucksver­mö­gen, entwick­eln Sen­si­bil­ität für eigene Bedürfnisse und die von Anderen, sie ler­nen zusam­men zu arbeit­en, Hil­fe anzunehmen und anzu­bi­eten.
Dieser Erfahrungsspiel­raum wird durch gemein­same Ter­mine von Mäd­chen —  und Jun­gen­grup­pen erweit­ert um sowohl die Klas­sen­ge­mein­schaft als auch bewusstes Ver­hal­ten gegenüber dem anderen Geschlecht zu stärken. (geschlechterg­erechte Koe­duka­tion).
 
Alle unsere Mitar­beit­er brin­gen Erfahrung aus einem kreativ­en kün­stler­rischen Arbeits­feld , wie Bildende Kun­st, The­ater, Musik oder Lit­er­atur mit. Diese Erfahrung, spon­tan kreativ auf eine Sit­u­a­tion zu reagieren fördert eine außergewöhn­liche Qual­ität unser­er entwick­lung­sori­en­tierten Arbeit zu Tage.
Unsere Meth­o­d­en und Konzepte wer­den in inten­sivem Aus­tausch miteinan­der entwick­elt und durch die Ein­beziehung der Lehrkräfte sowie der Kinder und Jugendlichen ständig opti­miert. Die Möglichkeit so viel­seit­ig und ein­fühlsam auf die Kinder und Jugendlichen einzuge­hen, lässt uns immer wieder über­raschende und schöne Erfahrun­gen machen.
 
Einzelne Erfahrungs­beispiele:

 
Mäd­chen
Beson­ders in der Mäd­chenar­beit zeigt sich wie der Kör­p­er, das Kör­per­erleben eine beson­dere Grund­lage bilden, um die Mäd­chen in ihrer Weib­lichkeit zu stärken. Die Kon­tak­tauf­nahme zum eige­nen Kör­p­er ver­suchen wir über Bewe­gung, z.B.: Yoga , Spiele und Sin­ner­fahrun­gen  zu unter­stützen. Inner­halb dieser “bewegten Ein­heit­en” zeigen sich beson­ders deut­lich Hem­mungen, Scham, motorische Fähigkeit­en und der Umgang mit dem eige­nen Kör­p­er und Kör­per­gren­zen.
 
Das “bewegte Ankom­men” war anfangs als Warm up gedacht. Unsere Über­raschung war groß: Nach­dem die erste Scheu über­wun­den war, begin­nen die Mäd­chen in angeleit­eten Übun­gen eigene Kör­perteile, wie die Füße zu berühren, die sie son­st mis­sacht­en. Über das konzen­tri­erte Hin­führen zur Übung und dem bewußt ein­geleit­eten Nach­spüren kön­nen sie  Kör­per­verän­derun­gen wahrnehmen und artikulieren . ” Meine Füße sind jet­zt ganz weit und leicht, wie als würde Luft durch gehen”. Diese Wahrnehmungen scheinen wie kleine Zaubereien, die die Mäd­chen mutiger machen Übun­gen auszupro­bieren, die ihnen unbekan­nt sind. Und uns Trainer­in­nen lächeln lassen, weil wir sehen kön­nen, wie sie vor­sichtig begin­nen sich zu spüren, wahrzunehmen, Gren­zen zu erken­nen und zu set­zen.
 
Jun­gen
 
Ursprünglich sind wir mit den Jungs in den Musikraum gegan­gen um mit  gemein­samen Trom­meln die Kom­mu­nika­tion und Team­fähigkeit zu stärken. Doch sehr schnell entwick­el­ten sich aus dem kreativ­en und ohren­betäuben­den Chaos unter­schiedliche Spiele, mit denen wir ver­sucht­en das Aus­drucks­bedürf­nis  mit dem Bedürf­nis gehört zu wer­den in Ein­klang zu brin­gen.
Beim Pianis­ten­spiel saß jew­eils ein Kind am Klavier, während die Anderen das Pub­likum spiel­ten. Der Pianist, ohne irgendwelche Ken­nt­nisse des Instru­ments, ließ sich durch ein vorher aus­gewähltes Bild als Noten­blatt inspiri­eren und begann frei zu impro­visieren. Dabei ent­standen schöne und aus­druck­starke Momente aber zu unserem großen Erstaunen sucht­en sich manche der wildesten und  unruhig­sten Jun­gen die still­sten und roman­tis­chsten Bilder aus. Kinder, die son­st kaum fünf Sekun­den auf der Stelle sitzen kön­nen ent­lock­ten dem Klavier minuten lang die med­i­tat­if­sten Klänge und waren dabei so ver­tieft in Ihr eigenes Spiel und die Wirkung der Musik, dass wir sie kaum noch von den Tas­ten weg bekom­men kon­nten.
 
Die biographis­che Arbeit mit den Jun­gen hat erlaubt ihre per­sön­liche Wün­sche zum Aus­druck zu brin­gen und mit realen und möglichen Lebensper­spek­tiv­en in Verbindung zu brin­gen. Nach ein­er kurzen Diskus­sion­srunde haben wir sie darum gebeten, ihren zukün­fti­gen Wohnort, dann ihren Arbeit­splatz zu zeich­nen. In den meis­ten Fällen sind sie zum ersten mal darauf gekom­men, dafür klare Ideen und Bilder zu find­en. Die indi­vidu­elle Beschrei­bung jedes enzelne Bild vor der Gruppe hat einen Aus­tausch zu dem The­ma mit der Gruppe und mit der Lehrerin eröffnet.