Der Vielfalt gerecht wer­den – Diver­si­ty in Aus­bil­dung und Beruf

Zur Projektgruppe

Bil­dung­steam Berlin-Bran­den­burg e.V.
Cuvrys­tr. 20
10997 Berlin
Tele­fon:
030–610 765 44
Fokus (Alters­gruppe) auf:
Erwach­seneJugendliche
Lokale Zuord­nung:
region­alstädtisch

Projektinformation

Gemein­sam mit acht Ein­rich­tun­gen der beru­flichen Aus­bil­dung hat das Bil­dung­steam Berlin-Bran­den­burg im Mai 2012 ein neues Pro­jekt begonnen. Es set­zt auf drei Ebe­nen an:

1. Auszu­bildende aus Bran­den­burg und Berlin ent­deck­en die ver­schiede­nen Aspek­te von Vielfalt, erwer­ben Diver­si­ty-Kom­pe­ten­zen und set­zen ihr Wis­sen in ihrem Aus­bil­dungskon­text um. Die Train­ings sollen für die Jugendlichen in ein­er glob­alen Arbeitswelt einen unmit­tel­baren Nutzen haben.

2. Päd­a­gogis­che Fachkräfte wer­den fort­ge­bildet und dazu befähigt, Diver­si­ty-Kom­pe­ten­zen zu ver­mit­teln und den Diver­si­ty-Gedanken inner­halb der Aus­bil­dung fest zu ver­ankern. Sie erhal­ten Ein­blicke in neuere (Diver­si­ty- und Inklu­sions-) päd­a­gogis­che Entwick­lun­gen und bear­beit­en gemein­sam Prob­leme aus dem Aus­bil­dungsall­t­ag.

3. Berufs­bildende Ein­rich­tun­gen wer­den im Rah­men ein­er Organ­i­sa­tion­sen­twick­lung im strate­gis­chen Umgang mit Unter­schiedlichkeit unter­stützt. Sie wer­den in die Lage ver­set­zt, Diver­si­ty-Päd­a­gogik und Diver­si­ty-Man­age­ment dauer­haft umzuset­zen. Damit gehen sie einen wichti­gen Schritt in der Qual­i­fizierung junger Men­schen für das Beruf­sleben und für den Abbau von nicht­demokratis­chen, recht­sex­tremen und auf Aus­gren­zung basieren­den Ein­stel­lun­gen. Und sie machen sich zu einem Ort, an dem Men­schen in der Vielfalt ihrer Bedürfnisse und Tal­ente willkom­men sind und wert­geschätzt wer­den.

Ange­bote für Auszu­bildende

Die Train­ings begleit­en die beru­fliche Aus­bil­dung. An einem Auf­takt-Tag wer­den grundle­gende Begriffe und Konzepte gek­lärt (Vorurteile, Diskri­m­inierung, Diver­si­ty, Demokratie, Men­schen­rechte).
Dann kön­nen die Aus­bil­dungs­grup­pen vier 3-tägige Train­ing­sein­heit­en unter fol­gen­den The­men wählen:

Bere­ich 1 – indi­vidu­elle Vielfalt:

Geschlechter­rollen, sex­uelle Vielfalt, Weltan­schau­un­gen und Reli­gio­nen, Inklu­sion,

Bere­ich 2 – Poli­tik und Gesellschaft:

Ost und West, Ras­sis­mus, Arbeits­markt, Glob­al­isierung und soziale Gerechtigkeit,

Bere­ich 3 – Demokratie und anti­demokratis­che Phänomene:

Kon­flik­te und Tol­er­anz, Recht­sex­trem­is­mus, Anti­semitismus, Antizigan­is­mus.

Die Grup­pen wählen aus jedem Bere­ich ein The­ma, ein weit­eres kön­nen sie ver­tiefend behan­deln. Zu jed­er Train­ing­sein­heit gehört eine Exkur­sion, in der die Teil­nehmenden neue Orte, Per­so­n­en und
Hand­lungsmöglichkeit­en ken­nen ler­nen. Eines der Train­ings wird als Begeg­nung mit ein­er Gruppe aus dem jew­eils anderen Bun­des­land (Berlin oder Bran­den­burg) durchge­führt.
In den Train­ings wer­den sowohl die Inter­essen der Jugendlichen, als auch Anforderun­gen des konkreten Aus­bil­dungs­gangs (Kun­denkon­takt, Aus­land­sein­sätze, etc.) berück­sichtigt. Darüber hin­aus wer­den Kom­pe­ten­zen im Bere­ich der Tea­mar­beit und Arbeit­sor­gan­i­sa­tion ver­mit­telt. Am Abschlusstag bekom­men die Auszu­bilden­den einen Teil­nahme-Nach­weis, in dem Umfang und Inhalte der Aus­bil­dung ver­merkt sind.

Ange­bote für Mitar­bei­t­erin­nen und Mitar­beit­er

In ein­rich­tungsüber­greifend­en, 2-tägi­gen Fort­bil­dun­gen kön­nen alle Mitar­bei­t­erin­nen und Mitar­beit­er Hin­ter­grund­wis­sen zu den genan­nten Diver­si­ty-The­men­feldern erwer­ben. An Beispie­len aus ihren Ein­rich­tun­gen kön­nen sie gemein­sam Prob­leme unter­suchen und Lösun­gen erar­beit­en. Sie ler­nen Strate­gien des Diver­si­ty-Man­age­ments ken­nen und wer­den dabei unter­stützt, sich aktiv in die Organ­i­sa­tion­sen­twick­lung an ihrer Ein­rich­tung einzubrin­gen.
Darüber hin­aus bieten wir für päd­a­gogis­che Fachkräfte Fort­bil­dun­gen zu Grund­la­gen der Diver­si­ty und Inklu­sions-Päd­a­gogik. An sie richt­en sich außer­dem The­men wie: Umgang mit Vielfalt in der Aus­bil­dungs­gruppe, typ­is­che Prob­leme im päd­a­gogis­chen All­t­ag, Strate­gien zur Ver­min­derung von Aus­bil­dungsab­brüchen, Demokratieerziehung, Antidiskri­m­inierungsar­beit (Anti-Bias- und Social– Jus­tice-Train­ings), Argu­men­ta­tion­strain­ing gegen rechts, Kon­struk­tive Kon­flik­tlö­sung.
Die genauen The­men wer­den nach ein­er Erhe­bungsphase zu Pro­jek­t­be­ginn fest­gelegt, mit den Leitun­gen der Ein­rich­tun­gen abges­timmt, und während der gesamten Laufzeit weit­er­en­twick­elt.

Organ­i­sa­tion­sen­twick­lung

Die Aus­bil­dung­sein­rich­tun­gen wer­den dabei unter­stützt, sich zu reflek­tieren und weit­erzuen­twick­eln.
Zu Beginn des Pro­jek­ts wird in Gesprächen mit Mitarbeiter/innen und Leitun­gen die Sit­u­a­tion erhoben. Auf Stu­di­en­t­a­gen und Betriebs-Ver­samm­lun­gen leg­en die Ein­rich­tun­gen Verän­derungsziele fest. In welch­er Form die Arbeit dann weit­er­läuft, hängt von den Bedürfnis­sen der Ein­rich­tun­gen ab.
Möglich ist z.B., dass eine Steuerungs­gruppe ins Leben gerufen wird, die eine Diver­si­ty-Strate­gie entwick­elt und ihre Umset­zung organ­isiert. Diese Gruppe wird dann vom Bil­dung­steam begleit­et und berat­en. Eine andere Ein­rich­tung nimmt sich vielle­icht vor, ihr Schul­pro­gramm weit­erzuen­twick­eln.
Dort find­en Redak­tions- und Arbeits­grup­pen-Tre­f­fen statt. Es wird eine Diskus­sion unter allen an der Schule Beteiligten geführt, in der das neue Pro­gramm entste­ht.
Auf jährlichen Betrieb­sver­samm­lun­gen wird das Pro­jekt aus­gew­ertet. Bei Bedarf wird die Strate­gie angepasst und wer­den weit­ere Maß­nah­men vere­in­bart. Am Ende der Laufzeit wird gemein­sam mit der Leitung und allen Mitarbeiter/innen Bilanz gezo­gen. Im Ergeb­nis sollen Vere­in­barun­gen getrof­fen wer­den über die weit­ere Umset­zung der Strate­gien in den fol­gen­den Jahren.

Infor­ma­tio­nen zum Pro­jekt-Träger

Das Bil­dung­steam Berlin-Bran­den­burg wurde Ende 1997 gegrün­det und ist seit 1998 ein einge­tra­gen­er Vere­in.
Das Ange­bot des Bil­dung­steams umfasst Sem­i­nare, Pro­jek­t­tage, Nach­mit­tagsver­anstal­tun­gen und Fort­bil­dun­gen. Hauptziel­grup­pen sind dabei Schü­lerIn­nen, Auszu­bildende und Mul­ti­p­lika­torIn­nen. Beson­ders im Blick sind bil­dungs­be­nachteiligte Jugendliche.

Das Team

Ein beson­deres Merk­mal des Bil­dung­steams ist seine innere Vielfalt: Frauen und Män­ner; het­ero-, homo- oder bisex­uell lebend; Men­schen mit und ohne Migra­tionsh­in­ter­grund, Men­schen mit ost- und mit west­deutsch­er Sozial­i­sa­tion; außer­halb und inner­halb Deutsch­lands (bzw. der bei­den früheren deutschen Staat­en) geboren; aufgewach­sen in pro­le­tarischen und in bürg­er­lichen Fam­i­lien. Dies sichert in der Arbeit eine Vielfalt von Per­spek­tiv­en, die zueinan­der in pro­duk­tiv­en Span­nungsver­hält­nis­sen ste­hen – was die Entwick­lung neuer Konzepte und Meth­o­d­en sowie die gemein­same Reflex­ion der päd­a­gogis­chen Prax­is bere­ichert. Im Bil­dung­steam ist es Regel, dass Posi­tio­nen mit Außen­wirkung (Vor­stand, Pro­jek­tleitun­gen) quotiert beset­zt wer­den, um der gesellschaftlichen Benachteili­gung von Frauen und von Men­schen mit Migra­tionsh­in­ter­grund ent­ge­gen zu wirken.