Gewinner Ausze­ich­nung
2012

Der FC Inter­na­tionale hat in diesem Jahr den interkon­fes­sionellen Avi­tallscup organ­isiert und ver­anstal­tet.

Zur Projektgruppe

FC Inter­na­tionale Berlin 1980 e. V.
Vorarl­berg­er Damm 38
12157 Berlin
Tele­fon:
0171 — 784 94 13
Fokus (Alters­gruppe) auf:
Erwach­seneJugendliche
Lokale Zuord­nung:
städtisch

Projektinformation

Part­ner war der Berlin­er Fußbal­lver­band. Die Ver­anstal­tung fand am 16. 06. auf dem Domini­cus­platz in Schöneberg statt, auf dem diverse Mannschaften des FC Inter­na­tionale ihre Punk­t­spiele aus­richt­en. Ein weit­eres Pro­jekt ist der Inter-Sozial­fonds zugun­sten Kinder aus sozialschwachen Fam­i­lien.

Der Vere­in:

Der FC Inter­na­tionale ist ein Fußbal­lvere­in in Schöneberg. Er umfasst rund 950 Mit­glieder, davon mehr als zwei Drit­tel Kinder und Jugendliche. Der Vere­in hat die drittgrößte Jugend- und die größte Mäd­chen­abteilung in Berlin. Über 50 ehre­namtliche Trainer­in­nen und Train­er, Helferin­nen und Helfer ermöglichen den Jugendteams, ihrem Lieblingss­port nachzuge­hen.

Die Aus­rich­tung:
Der FC Inter­na­tionale vere­int über 40 Nation­al­itäten im Vere­in, die friedlich miteinan­der umge­hen und spie­len. Zählt man die Wurzeln der Mit­glieder, sind es sog­ar über 60. Neben sportlichen Ambi­tio­nen legt der Vere­in großen Wert auf Respekt und Tol­er­anz. Nach außen engagiert sich der Vere­in offen gegen jegliche Form von Ras­sis­mus und Diskri­m­inierung. So spie­len alle Großfeldteams anstelle von Wer­bung mit dem Slo­gan „NO RACISM“ auf der Brust. Der FC Inter­na­tionale ist Inte­gra­tionsstützpunkt der Sportju­gend Berlin und wurde wieder­holt für seine vor­bildliche Jugen­dar­beit aus­geze­ich­net. Jährlich bestre­it­en die Teams rund 1.500 Spiele und ca. 6.000 Train­ingsstun­den. Ein Kind kommt im Durch­schnitt auf mehr als 300 Spiel- und Train­ingsstun­den, die von ehre­namtlichem Per­son­al durchge­führt wer­den. Dafür sind pro Jahr 150,– an Beiträ­gen zu entricht­en, also weniger als € 0,50 pro Stunde.

Inter-Sozial­fonds:
Trotz der eigentlich gerin­gen Beiträge fällt es vie­len Fam­i­lien schw­er, die Summe von 150,– pro Jahr aufzubrin­gen und ihre Kinder mit den nöti­gen Sport­sachen auszus­tat­ten. Das führt dazu, dass Jungs und Mäd­chen in zu kleinen Schuhen spie­len oder im Herb­st und Win­ter nicht aus­re­ichend warm gek­lei­det zum Train­ing erscheinen. Um diesem Miss­stand zu begeg­nen, hat der FC Inter­na­tionale einen Sozial­fonds ein­gerichtet. Spender und finanziell bess­er gestellte Mit­glieder zahlen in einen Fonds ein, aus dem Zuschüsse für Schuhe oder Train­ingsklei­dung gezahlt wer­den. Der Fonds wird vom Kinder­schutzbeauf­tragten des Vere­ins und ein­er Mut­ter in Absprache mit dem Vor­stand ver­wal­tet. Sie über­prüfen die Anliegen und unter­stützen bei Bedarf die Kinder, so gut es geht. Begrün­det wurde der Fonds mit einem Char­i­ty-Essen, dem 68 Mit­glieder bei­wohn­ten. Neben Spenden fließen auch Preis­gelder und ein Teil des Vere­in­se­tats in den Sozial­fonds ein, so dass dieser pro Jahr über rund 5.000,– ver­fü­gen kann. So kön­nen auch bedürftige Spielerin­nen und Spiel­er bei Reisen oder Train­ingslagern ihrer Teams finanziell unter­stützt wer­den. Ziel ist es, den Jahre­se­tat in den näch­sten drei Jahren min­destens zu ver­dop­peln.

Der Avi­tallscup:
Seit eini­gen Jahren wurde von der Kan­torin der Jüdis­chen Gemeinde Berlins, Avi­tall Ger­stet­ter, ein interkon­fes­sionelles Fußball­turnier ins Leben gerufen, das in kleinem Rah­men stat­tfand, zulet­zt 2011 auf dem Kirchen­tag, schon damals mit Teams des FC Inter­na­tionale. Da man sofort Sym­pa­thien füreinan­der entwick­elte, beschloss das Büro Avi­tall, für das Jahr 2012 den FC Inter­na­tionale mit der Aus­rich­tung zu betrauen. Das passte schon deswe­gen, weil im Vere­in seit Jahrzehn­ten SpielerIn­nen mit unter­schiedlichen Kon­fes­sio­nen friedlich und lei­den­schaftlich zusam­men spie­len. Man beschloss je ein Turnier für Mäd­chen, Jun­gen und Erwach­sene zu ver­anstal­ten. Die Organ­i­sa­tion oblag dem FC Inter­na­tionale. Als Ver­stärkung wurde eine Part­ner­schaft mit dem Berlin­er Fußbal­lver­band einge­gan­gen, um dem Avi­tallscup noch mehr Öffentlichkeit einzuräu­men.

Am 12. Juni spiel­ten dann 12 Jugend- und fünf Erwach­se­nen­teams gegeneinan­der. Der sportliche Erfolg stand im Hin­ter­grund, viel mehr ging es darum zu demon­stri­eren, dass das friedliche Zusam­men­spiel quer durch die Kon­fes­sio­nen unprob­lema­tisch sein kann. Beim Jugend­turnier wurde zudem nach kurz­er Zeit auch die Geschlechtertren­nung aufge­hoben, Mäd­chen und Jun­gen spiel­ten teil­weise in einem Team. Auch wenn der „Wet­ter­gott“ sich bei allem Engage­ment nicht gnädig zeigte, hat­ten alle Beteiligten riesi­gen Spaß und zeigten zudem tolle Leis­tun­gen. Die Preisver­lei­hung nah­men Vertreter ver­schieden­er Kon­fes­sio­nen und ver­schiedene Lan­des- und Bun­destagsab­ge­ord­nete vor, die zahlre­ich erschienen waren (siehe Fotos).

Bei den Erwach­se­nen nah­men diese Mannschaften teil: Team Imame, Tur Abdin (Sury­oye), Neuköll­ner FC Rot-Weiß, Team JUMA/JUGA (jung gläu­big aktiv), und ein kon­fes­sionell-gemis­cht­es Team des FC Inter­na­tionale. Am Ende gewann über­legen die Mannschaft von Tur Abdin, aber das stand nicht im Mit­telpunkt. Auch hier wur­den die Pokale und Medaillen von Vertretern ver­schieden­er Kon­fes­sio­nen und des Berlin­er Fußbal­lver­bands über­re­icht.

Die Pokalini­tia­torin Avi­tall Ger­stet­ter zeigte sich begeis­tert von der tollen Stim­mung und freute sich über den großen Zulauf. Eben­falls pos­i­tiv äußerten sich Breschkai Fer­had, Pro­jek­tlei­t­erin Inte­gra­tion beim Berlin­er Fußbal­lver­band und Gerd Thomas, 2. Vor­sitzen­der vom FC Inter­na­tionale. Am Rande der Ver­anstal­tung wurde die Gele­gen­heit von allen Vertretern der ver­schiede­nen Glauben­srich­tun­gen genutzt, miteinan­der ins Gespräch zu kom­men. Die Ergeb­nisse auf dem Platz standen an diesem Tag nicht im Vorder­grund. Viel wichtiger war die Kom­mu­nika­tion und das fröh­liche Miteinan­der. Der Fußball hat an diesem Tag seine ganze inte­gra­tive Kraft bewiesen. Mehr als viele Worte sagen die anhän­gen­den Bilder aus.