Regelmäßiger Aus­tausch und gemein­same Auf­gaben und Tätigkeit­en von Migranten, Flüchtlin­gen und Deutschen kön­nen helfen Vorurteile abzubauen, Inte­gra­tion zu fördern und interkul­turellen Aus­tausch und gegen­seit­iges Ver­ständ­nis zu stärken. Diese Ziele wer­den im Rah­men des Pro­jek­tes „Interkul­turelle Näh­w­erk­statt des Joli­ba e.V.“ ver­fol­gt und sollen zu mehr Weltof­fen­heit, Respekt und Tol­er­anz im Umgang miteinan­der führen.
In der Näh­w­erk­statt des Joli­ba e.V. tre­f­fen Men­schen unter­schiedlich­er kul­tureller und sozialer Herkun­ft aufeinan­der und kön­nen hier ihre interkul­turellen Kom­pe­ten­zen im Umgang miteinan­der verbessern, voneinan­der ler­nen und Gemein­schaft und Inklu­sion erfahren. Die Näh­w­erk­statt wird dabei auch als ein erster, niedrigschwelliger Anlauf­punkt für Flüchtlinge ver­standen, über den sie dann weit­ere Ange­boten (wie z.B. Sozial­ber­atung, Deutsch- und Com­put­erkurse) des Vere­ins ken­nen­ler­nen und Hil­fe in Anspruch nehmen kön­nen.

Das Pro­jekt richtet sich an jugendliche und erwach­sene afrikanis­che Flüchtlinge, Flüchtlinge aus anderen Län­dern und deutsche Mit­bürg­erIn­nen mit und ohne Migra­tionsh­in­ter­grund, die Inter­esse an Nähkursen und der nach­barschaftlichen Begeg­nung haben.

Zur Projektgruppe

Joli­ba — Interkul­turelles Net­zw­erk in Berlin e.V.
Gör­l­itzer Straße 70
10997 Berlin
Tele­fon:
030–69569144

Projektinformation

Wer ist Joli­ba?
Das Joli­ba-Beratungszen­trum ist für viele Men­schen in Berlin und für die afrikanis­che Ein­wohn­er­gruppe in Berlin zur Erstan­lauf­stelle und Net­zw­erk zu Fra­gen der Beratung und Hil­fen für afrikanis­che Flüchtlinge, Fam­i­lien sowie auch Hil­fe­suchen­den in anderen Beratungsstellen gewor­den.
Joli­ba – Interkul­turelles Net­zw­erk in Berlin e.V. ist ein gemein­nütziger Vere­in, gegrün­det 1997, der die Ini­ti­ierung und Umset­zung von Pro­jek­ten zum Ziel hat, die das interkul­turelle Zusam­men­leben und das gegen­seit­ige Ver­ständ­nis von Men­schen fördern. Joli­ba ist außer­dem ein anerkan­nter freier Träger der Eingliederung­shil­fen und wid­met sich als solch­er der Konzep­tu­al­isierung und Durch­führung von psy­cho-sozialen Ange­boten für Kinder, Jugendliche und Fam­i­lien, ins­beson­dere für afrikanis­che und afrikanisch-deutsche Fam­i­lien. Joli­ba e. V. ist spezial­isiert auf die Bedarfe von Men­schen mit afrikanis­chen Wurzeln und hat das Ziel durch niedrigschwellige Kurs- und Grup­penange­bote sowie soziale Beratung Migranten und Migran­tinnen afrikanis­ch­er Herkun­ft bei der beru­flichen Inte­gra­tion zu unter­stützen. Die Kernkom­pe­tenz des Joli­ba-Konzeptes und sein­er Mitar­bei­t­erIn­nen ist die Kul­turver­mit­tlung zwis­chen den afrikanis­chen Zuwan­der­ern und den deutschen Ein­rich­tun­gen. Alle Ange­bote wer­den jedoch auch von Men­schen ander­er Herkün­fte wahrgenom­men und auch die Helfend­en haben Wurzeln in unter­schiedlichen Kul­turen.
Das Pro­jekt – Die interkul­turelle Näh­w­erk­statt im Joli­ba e.V.
Die Näh­w­erk­statt ist seit 2014 fes­ter Bestandteil des Joli­ba e.V. und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Durch Spenden und För­der­mit­tel kon­nten hier bere­its 6 Näh­plätze entste­hen, an denen alle Inter­essen­ten das Bedi­enen der Näh­mas­chine und das Entwer­fen von Taschen, Klei­dun­gen und son­stiges mit afrikanis­chen Stof­fen erler­nen kön­nen.
Loan N. aus Viet­nam ist seit der ersten Stunde dabei und gibt ihre Erfahrung und Ken­nt­nisse als Lei­t­erin der Nähkurse an inter­essierte Flüchtlinge, Zuge­wan­derte und auch Deutsche aus der Nach­barschaft mit großer Freude weit­er.
Wir möcht­en ins­beson­dere Flüchtlin­gen aus Notun­terkün­ften, die auf Grund Ihres Asyl­sta­tus noch nicht arbeit­en dür­fen, die Möglichkeit für eine kreative Beschäf­ti­gung bieten, da das Nichts-Tun in den Unterkün­ften eine erhe­bliche seel­is­che Belas­tung darstellt. Die Näh­w­erk­statt bietet eine Möglichkeit so durch prak­tis­che Tätigkeit in Kon­takt zu kom­men. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Hemm­schwelle in Kon­takt zu treten somit sehr ger­ing ist, und über den Weg der Näh­w­erk­statt dann auch weit­ere Ange­bote des Vere­ins wie Beratung, Com­put­erkurse, Deutschkurse ver­stärkt wahrgenom­men wer­den. Ein­mal in der Woche laden wir zu einem offe­nen Tre­ff in den Vere­in ein und es wird ein gemein­sames kosten­freies Mit­tagessen ange­boten, davor find­en noch Nähkurse statt. So bekom­men die Teil­nehmer auch die Möglichkeit über ein gemein­sames Essen aus der Iso­la­tion der Unterkün­fte her­aus zu kom­men und wieder Per­spek­tiv­en für ihr Leben zu entwick­eln und dabei unter­stützt zu wer­den. Außer den Pro­duk­ten aus den afrikanis­chen Stof­fen, kön­nen auch kleine Repara­turen an eige­nen Klei­dungsstück­en vorgenom­men wer­den, was ger­ade für Eltern in prekären Sit­u­a­tio­nen oft sehr hil­fre­ich ist. Par­al­lel zum eigentlichen Nähen möcht­en wir Beratung zu Bil­dungsange­boten bieten oder auch zu den möglichen Schrit­ten in eine Selb­ständigkeit.
Der 23-jährige Djib­ril N. stammt aus dem Sene­gal. Er ist vor 2 Jahren über Ital­ien ohne Fam­i­lien­ange­hörige nach Deutsch­land gekom­men. Über ein Prak­tikum kam er zum Joli­ba e.V., wo er im Rah­men der Näh­w­erk­statt zum ersten Mal mit der Schnei­derei und dem Entwer­fen von Tex­tilien in Berührung kam. Schnell hat er sein Tal­ent und seine Begeis­terung dafür erkan­nt und ver­bringt sei­ther einen Großteil sein­er Freizeit damit, im Nähraum von Joli­ba seine selb­stent­wor­fe­nen Taschen und Klam­ot­ten aus afrikanis­chen Stof­fen zu nähen. Inzwis­chen ist Djib­ril ein fes­ter Bestandteil des Vere­ins und der Com­mu­ni­ty gewor­den, beteiligt sich auch in vie­len anderen Aspek­ten von und für Joli­ba. Die Näh­w­erk­statt und die Näh­begeis­terten sind aus den Räu­men des Vere­ins gar nicht mehr wegzu­denken.

Die Näh­w­erk­statt leis­tet einen wichti­gen Beitrag zum nach­barschaftlichen Zusam­men­leben im Kiez und bietet die Gele­gen­heit zur Begeg­nung und zum Ken­nen­ler­nen zwis­chen Ein­heimis­chen und Zuge­wan­derten. Die interkul­turelle Näh­w­erk­statt des Joli­ba e.V. ste­ht für Interkul­tur­al­ität, Weltof­fen­heit, Respekt und Tol­er­anz.