AFROTAK TV cyberNomads - Geschichts-, und Antirassismus-Filmprojekt für Respekt.
Anlass: Rückgabe der sterblichen Überreste der Herrero und Nama durch die Charité Berlin 2011.

Zur Projektgruppe

AFROTAK TV cyberNomads Das Schwarze Deutsche Medien Kultur Bildungsarchiv Afrika Deutschland C/o Kueppers-Adebisi
Eberswalderstrasse 4
10437 Berlin
Telefon:
01632583893
Fokus (Altersgruppe) auf:
Erwachsene
Lokale Zuordnung:
internationalnational

Projektinformation

Im Einzelnen setzte sich die Aktion für Respekt aus folgenden Einzelelementen zusammen.

Pre-Produktion

  • Thematische Recherche in Kooperation mit dem Aktionsbündnis
  • Erstellung einer Webseite
  • Projekt-Koordination einer Podiumsdiskussion -Veranstaltung im Haus der Kulturen der Welt in Kooperation mit dem Aktionsbündnis
  • Organisation der Gesangsveranstaltung in Memeoriam der Opfer des deutschen Genozids im HKW
  • Pressearbeit
  • Koordination der Proteste zur Einforderung von Respekt für die Opfer und einer Entschuldigung durch die Bundesregierung in Kooperation mit dem Aktionsbündnis
  • Interviews mit diversen lokalen, nationalen und internationalen Medienvertretern


Evaluation der Ergebnisse

  • Treffen des Aktionsbündnisses und Ergebnissbesprechung

Post-Produktion

  • Filmdokumentation/ DVD Erstellung zum Gebrauch im Unterricht
  • Mittelakquise für DVD-Erstellung
  • Upload der Online-Version der Filme für die allgemeine Öffentlichkeit und für politische Bildung
  • Erstellung einer Publikation
  • Erstellung einer Multi-Media Presseschau

Die entwicklungspolitische ökologisch ausgerichtete Medien- Kultur-, und Bildungsinitiative AFROTAK TV cyberNomads – Das Schwarze Deutsche Kultur Medien und Bildungsarchiv / Online TV Afrika Deutschland hat sich im Jahre 2001 mit besonderem Augenmerk auf der Gleichberechtigung von Frau & Mann gegründet.
Durch bildungspolitischen, medialen, künstlerischen und wissenschaftlichen Austausch interstützen AFROTAK TV cyberNomads Strukturen, die die europäische Definitionsmacht hinterfragen. Wir geben den Initiativen der Schwarzen Deutschen, Afro-Europäer_innen, Afriker_innen und People of Colour eine Stimme und machen aus Geschichts, und Gesichtlosen - endlich Subjekte mit eigener Perspektive von Deutschland und in Deutschland, Europa und Afrika.

Wir zeigen Jugendlichen positive Leitbilder & Hoffnung, indem wir sie schon jetzt als gleichberechtigte, demokratische Subjekte respektieren.
Angela Davis im Interview mit AFROTAK TV cyberNomads sagt, Migrant_innen seien das Civil Rights Movement des 21. Jhdts.

Unsere Fokusgruppe sind folgerichtig alle ausgegrenzten People of Colour, von der türkischen Community, über Sinti und Roma bis zur Afrikanischen Diaspora und Schwarzen Deutschen. Mit unserem Bildungsportal sprechen wir aber auch die Menschen an, die Wissen aus erster Hand suchen und dieses in den Mainstream Angeboten nicht finden. Hierzu gehören auch Bildungsinstitutionen, die Schülern Wissen vermitteln wollen das in den Lehrbüchern nicht abgebildet wird. Natürlich sprechen wir mit unserem Bildungsmaterial auch alle Multiplikator_innen in Schulen und Fortbildungseinrichtungen an.

Die Geschichte des deutschen Engagements in Namibia ist nicht hinreichend bekannt, dokumentiert und vor allem bildungspolitisch aufgearbeitet. Die Protagonisten und Aktivisten und deren Geschichten sind gößtenteils unbekannt und finden durch unseren Online-TV-Kanal auch nationale Verbreitung. So wird das Schwarze Wissensarchiv Encyclopedia Black Germania auch mehr und mehr zu einem Abbild von Vorbildern, die der Community und speziell Jugendlichen quer durch die Gesellschaft visuell aufgezeigt, das sehr wohl auch Akademiker_innen, Professor_innen, Doktor_innen und anderweitig erfolgreiche People of Colour in der deutschen Kultur present sind und das Deutschland eine koloniale Vergangenheit hat, die aus Perspektive der Betroffenen aufgearbeitet werden muss.

Mit dem Video-Ansatz holen wir die Kinder da ab, wo sie sich eh tummeln – nähmlich auf YouTube. Zugleich wird so in Richtung Mainstream signalisiert, dass die Klischees eben Klischees sind. In diesem Sinne ist der Kanal auch äusserst effektiv in der Bündelung von Resourcen und dem Networking innerhalb der Diaspora aber auch als Teil des gesamtgesellschaftlich relevanten entwicklungspolitischen Diskurses für Demokratie, Vielfalt und Toleranz.

Die Initiative finanziert sich ausschliesslich über privat eingebrachte Mittel arbeitet aber seit Jahren erfolgreich in Koperationen mit anderen Initiativen und Institutionen wie Bundeszentrale für politische Bildung, Heinrich Boellstiftung und Haus der Kulturen der Welt zusammen und hat für ihre Arbeit bereits vielfältige regionale und nationale Auszeichnungen für innovative Konzepte und Realisationen in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit erhalten.

Im Herbst 2011 wurden mit ehrenamtlicher Arbeit Video-Dokumentationen der Aktivitäten rund um die Rückgabe der sterblichen Überreste der Namibier und speziell auch der von einem zivilgesellschaftlichem Aktionsbündnis - von dem wir Teil sind - organisierten Veranstaltung „Zeugen des Deutschen Völkermordes“ (Haus der Kulturen der Welt. Hier organisierten wir zusätzlich den spirituellen Teil der Veranstaltung. Die Afro-Deutsche Sängerin JAZZ performte „The Black National Entham“ in Gedenken und aus Respekt für die Opfer des Genozids.

Bei der offiziellen Übergabe-Veranstaltung organisierten wir einen Protest gegen die respektlose Behandlung der Delegation der Namibier. Die Aktion in Form von Schildern mit der Aufschrift „Entschuldigung Sofort“ Reparationen“ löste eine Flut der nationalen und internationelen Berichterstattung aus. Über den von uns für die Namibier eingeforderten Respekt wurde sogar in den Tagesthemen berichtet und die Bilder mit den von uns gehaltenen Schildern wurden weltweit übertragen.

Die Forderung nach Respekt ist in letzter Konsequenz eine Forderung nach Respekt für alle Vertreter_innen der Afrikanischen Diaspora in Deutschland und der Afro-Deutschen, sowie aller People of Colour, Muslime, Sinti, Roma und und und...

HINTERGRUND: Von 1904-1908 führten deutsche Truppen einen rassistichen Vernichtungskrieg gegen die Herero, Nama und Damara, um den antikolonialen Widerstand im damaligen „Deutsch-Südwestafrika“ aus zu löschen. Die Anerkennung der deutschen Greueltaten als Völkermord durch die Bundesregierung stehen bis heute aus. Unzählige Gebeine von Opfern des Völkermordes und der Konzentrationslager, welche die deutschen Truppen vor Ort errichteten, wurden zu rassistischen „Forschungszwecken“ nach Deutschland verschickt. Hunderte davon übernahm die Berliner Charité, die sie bis heute in ihrer Sammlung aufbewahrt. Vom 26.9. bis 3.10.2011 hat nun eine erste Delegation verschiedener namibischer Opferverbände, die sterblichen Überreste von 20 Menschen in Empfang genommen und nach Namibia zurückgebracht. Aus Anlass dieses historischen Ereignisses lud unser Aktionsbündnis von Nichtregierungsorganisationen für Mittwoch, 28. September 2011 um 19h in das Haus der Kulturen der Welt, wo mit den Vertreter/innen der Herero und Nama, der deutschen Bundesregierung und der parlamentarischen Opposition über eine kritische Aufarbeitung der deutsch-namibischen Geschichte diskutiert werden sollte. Neben dem zentralen Thema des Raubs der menschlichen Gebeine und ihrer Rückführung wird dabei der Dialog über Deutschlands überfällige Anerkennung des Völkermords von 1904-08 sowie über symbolische und materielle Reparationen auf der Tagesordnung stehen.
Das Material setzt sich aus Interviews, Kurz-Dokumentationen von Veranstaltungen und Recherchen zusammen.


AFROTAK TV cyberNomads haben folgende Aktivitäten dokumentiert:

  • Pressekonferenz Charite (1 Kamera á 2 h Video-Material)
  • Pressekonferenz Aktionsbündnis Humboldt Universität (1 Kamera á 3 h Video-Material /)
  • Veranstaltung Haus der Kulturen der Welt (2 Kameras á 3 h Video-Material)
  • Veranstaltung Charite (5 h Video-Material / 2 Kameras)
  • PHOTOS der Veranstaltungen
  • Plus diverse Video-Interviews etc.

Gemeinsame Pressemitteilung von: AfricAvenir International, AFROTAK TV cyberNomads, Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag (BER), Berlin Postkolonial, Deutsch-Afrikanische Gesellschaft (DAFRIG) Berlin, Global Afrikan Congress, Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD-Bund), Solidaritätsdienst International (SODI)


Pressemitteilung

Dienstag, 27. September 2011
Versöhnung braucht Entschädigung
Bündnis von zivilgesellschaftlichen Organisationen fordert Entschuldigung und offene Verhandlungen über Entschädigung mit den Nachfahren der Opfer des Genozids in Namibia
Rund 100 Jahre nach dem Völkermord, den deutsche Truppen im damaligen Deutsch-Südwestafrika (heute: Republik Namibia) verübten, werden an diesem Freitag erstmals geraubte Gebeine an Nachfahren der Opfer zurückgegeben.
„Dies ist lange überfällig, kann aber nur ein erster Schritt in Richtung Aufarbeitung des grausamen deutschen Kolonialismus sein“, so Yonas Endrias vom Global Afrikan Congress.
Von 1904-1908 führten deutsche Truppen einen Vernichtungskrieg gegen die Herero, Nama und Damara, um den antikolonialen Widerstand im damaligen Deutsch-Südwestafrika zu brechen. Unzählige Gebeine von Opfern des Völkermordes und aus den Konzentrationslagern, welche die deutschen Truppen vor Ort errichteten, wurden „zu
Forschungszwecken“ nach Deutschland verschickt, um die Überlegenheit der weißen „Rasse“ zu beweisen. Zahlreiche davon übernahm die Berliner Charité, die sie bis heute in ihrer Sammlung aufbewahrt.
„Bis heute warten die Nachfahren der Opfer auf eine Entschuldigung seitens der Bundesrepublik Deutschland. Es ist beschämend wie deutsche Politiker sich seit Jahrzehnten aus der Verantwortung stehlen“, so Armin Massing vom Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlag. Aus Angst vor Entschädigungsansprüchen hat es bis jetzt keine offizielle Entschuldigung von deutscher Seite gegeben. „Wir fordern die Anerkennung des Völkermords sowie eine unmissverständliche Entschuldigung seitens der Regierung und des Bundestags“, so Judith Strohm von AfricAvenir.
Dies sei ein wichtiger Beitrag zur symbolischen Entschädigung. Ebenso müsse es im deutschen Bildungssystem und in der Forschung eine gründliche Aufarbeitung von Kolonialrassismus und Völkermord geben.
„Selbstverständlich muss aber auch eine materielle Entschädigung für den Völkermord erfolgen, sonst bleibt die immer wieder von der Bundesregierung beschworene „besondere Verantwortung“ gegenüber Namibia ein Lippenbekenntnis“, so Christian Kopp von Berlin Postkolonial. Dafür solle die Bundesregierung mit der namibischen
Regierung sowie mit den Opferverbänden in offene Verhandlungen über Art und Höhe der Reparationen treten.
Erst auf Druck einer kritischen Öffentlichkeit in Deutschland und Namibia hat die Charité mit der Rückführung der geraubten Gebeine an die Nachfahren begonnen. Am 30. September wird nun eine erste Delegation verschiedener namibischer Opferverbände die sterblichen Überreste von 20 Menschen in Empfang nehmen und zurück nach Namibia bringen. „Sämtliche in Deutschland befindlichen geraubten Gebeine aus der Kolonialzeit müssen zurückgeführt werden“, so Yonas Endrias. Anders als im gegenwärtigen Fall müssten die kompletten Kosten dafür vom deutschen Staat übernommen werden.