Neue Heimat Berlin ist ein regelmäßiger Vide­owork­shop mit Geflüchteten ein­er Notun­terkun­ft in Berlin-Friedrichshain. Ein­mal in der Woche pro­duzieren junge Flüchtlinge aus Syrien, Irak, Iran und kur­dis­chen Gebi­eten gemein­sam mit deutschen Jugendlichen und mit Unter­stützung eines Medi­en­päd­a­gogen vom Medi­en­pro­jekt Berlin kurze Vide­ofilme. Die Inhalte bes­tim­men die Teil­nehmenden selb­st.

Projektinformation

Junge Geflüchtete pro­duzieren gemein­sam mit Berlin­er Jugendlichen unter Anleitung eines erfahre­nen Medi­en­päd­a­gogen mehrere Kurz­film von ca. 5–15 Minuten Länge. Die Idee­nen­twick­lung ist dabei ein zen­traler und wichtiger Aspekt in diesem Pro­jekt, da hier zunächst Sprach­bar­ri­eren über­wun­den und ein ver­trauensvoller Raum geschaf­fen wer­den muss. Durch das Ken­nen­ler­nen ver­schieden­er soziokul­tureller Hin­ter­gründe der Teil­nehmenden wird Ver­ständ­nis und Achtung untere­inan­der gefördert. Die Inhalte sind abhängig von dem Erfahrung­shor­i­zont der Teil­nehmenden, ihren Inter­essen und Bedürfnis­sen, ins­beson­dere der­er mit Fluchthin­ter­grund. Mit Por­traits einzel­ner Flüchtlinge ver­schieden­er Herkun­ft­slän­der wer­den per­sön­liche Kriegs- und Fluchter­fahrun­gen dargestellt und reflek­tiert. Dabei kön­nen auch eigene Handy-Fil­mauf­nah­men und Fotos mit in die Filme ein­fliessen. Weit­ere The­men sind die Erfahrun­gen sowie Gedanken und Gefüh­le der Geflüchteten während der ersten Tage und Wochen nach der Ankun­ft in Berlin. Geflüchtete doku­men­tieren z.B. ihr Leben in der Notun­terkun­ft (NUK), im Deutschkurs, ihren Kon­takt zu Ämtern und zur Nach­barschaft. Wie ler­nen sie Berlin ken­nen? Was erhof­fen sie sich von Deutsch­land? Wie gestal­tet sich der Kon­takt zur Fam­i­lie im Heimat­land? z. B. über Whats App und selb­st gedrehte Handy-Videos. Was sind ihre Äng­ste und Sor­gen, aber auch Wün­sche und Hoff­nun­gen? Durch den Dia­log mit Berlin­er Jugendlichen und jun­gen Erwach­se­nen kön­nen auch gemein­same Aktiv­itäten in den Fokus des Filmes rück­en, wie z. B. das Ken­nen­ler­nen der neuen Stadt und All­t­agser­fahrun­gen in Berlin. Durch die gemein­same Pro­duk­tion der Kurz­filme wird den Teil­nehmenden Medi­enkom­pe­tenz ver­mit­telt. Sie ver­wirk­lichen dabei ihre eige­nen Ideen und erproben the­o­retis­che Ken­nt­nisse der Filmgestal­tung, wie z.B. Kam­er­ae­in­stel­lun­gen und Per­spek­tiv­en im Umgang mit ein­er Video-Aus­rüs­tung. So übernehmen die Kinder und Jugendlichen sämtliche für eine Film­pro­duk­tion notwendi­gen Rollen und Auf­gaben wie Reporter/in, Kameramann/Frau,Tonassistent/in und Cutter/in. Die Teil­nehmenden sollen sich ähn­lich wie in ein­er pro­fes­sionellen Redak­tion auf Filmideen ver­ständi­gen und dabei rück­sichtsvoll miteinan­der umge­hen. Der Work­shop endet mit einem fer­ti­gen, vorzeig­baren Pro­dukt, also einem Film „in der Hand“. Die Ergeb­nisse sollen im Rah­men ein­er Abschlussver­anstal­tung präsen­tiert und anschließend im Inter­net veröf­fentlicht wer­den. Eine Koop­er­a­tion mit der Ini­tia­tive „Friedrichshain hil­ft“ und der Kreuzberg­er Kinder­s­tiftung.
Das Medi­en­pro­jekt Berlin konzip­iert und real­isiert erfol­gre­ich the­ma­tis­che Video­pro­jek­te mit Kindern, Jugendlichen und jun­gen Erwach­se­nen von Berlin­er Schulen, Jugen­dein­rich­tun­gen und freien Grup­pen, die zum Teil auf Vide­ofes­ti­vals präsen­tiert und aus­geze­ich­net wur­den.

Seit Anfang Jan­u­ar tre­f­fen sich die Teil­nehmenden­im Alter von 11- 27 Jahren regelmäßig in der Notun­terkun­ft in Friedrichshain und pro­duzieren Kurz­filme. Es wur­den ver­schiedene Inter­views in den jew­eili­gen Lan­dessprachen (ara­bisch, far­si, kur­disch) durchge­führt, die zur Zeit noch über­set­zt wer­den. Eine öffentliche Vor­führung aller Beiträge sowohl in der Notun­terkun­ft als auch in einem Kino ist geplant. Der erste Film würde fer­tiggestellt und bei Youtube veröf­fentlicht. Dabei wur­den der Ankündi­gung­s­text in ver­schiedene Sprachen über­set­zt (englisch, ara­bisch, kur­disch, per­sisch). Es wird sehr oft angek­lickt.

Film 1 „Die Turn­halle /the camp“
Zwei junge Geflüchtete zeigen uns ihre Notun­terkun­ft in ein­er Turn­halle in Berlin-Friedrichshain. Abdul­lah (11) aus Syrien führt uns durch „das Camp“ und beant­wortet Fra­gen von Kam­er­afrau Sura (13) aus Bagdad/ Irak. Sie leben dort seit Dezem­ber 2015 zusam­men mit 130 weit­eren Flüchtlin­gen, über­wiegend aus Syrien, Irak, Iran und kur­dis­chen Gebi­eten. Sie wer­den von der Ini­tia­tive „Friedrichshain hil­ft“ unter­stützt. Das Film­pro­jekt mit jun­gen Flüchtlin­gen wurde gefördert von der Kreuzberg­er Kinder­s­tiftung. Englisch mit deutschen Unter­titeln.

Im 2. Teil des Vide­pro­jek­ts sprechen junge Geflüchtete aus Syrien, Iran, Irak und kur­dis­chen Gebi­eten über Frei­heit. Länge 3 Minuten