Die NEUE NACHBARSCHAFT // MOABIT ist ein Begeg­nungszen­trum, das ein soziales Miteinan­der von Men­schen aus aller Welt ermöglicht, Per­spek­tiv­en für Flüchtlinge eröffnet und das Leben der Moabiter durch kul­turellen Aus­tausch und gemein­same Aktiv­itäten bere­ichert. Mit Hil­fe ver­schieden­er bere­its beste­hen­der Pro­jek­te – Deutschstammtisch, Kinder­be­treu­ung, Inte­gra­tionsküche, Kul­tur­pro­gramm – wollen wir einen nach­halti­gen Beitrag zur Inte­gra­tion leis­ten und eine neue Art der Nach­barschaft schaf­fen. Bei allen Pro­jek­ten set­zen wir auf das eigene Poten­zial der Flüchtlinge und Moabiter. Wir engagieren uns nicht für Flüchtlinge, wir engagieren uns mit den Flüchtlin­gen.

Projektinformation

Die “Neue Nach­barschaft” set­zt sich bere­its seit August 2013 als freie Ini­tia­tive für die Men­schen in der Notun­terkun­ft in der Lev­et­zow­straße in Moabit ein. Aus zunächst ein­er Hand­voll engagiert­er Men­schen ist mit­tler­weile eine Gruppe von 100 aktiv­en Mit­gliedern und mehreren Hun­dert Unter­stützern gewor­den – und täglich kom­men neue Helferin­nen und Helfer hinzu. Wir sind Stu­den­ten, Juris­ten, Erzieher, Wis­senschaftler, Ver­wal­tungswirtschaftler, Kün­stler, pen­sion­ierte Lehrer, etc., die alle eins verbindet: Wir wollen gemein­sam das Leben aller Moabiter bess­er machen!

Wir bieten min­destens 5 Mal in der Woche ver­schiedene Aktiv­itäten und Pro­jek­te an. Zu unserem Deutschstammtisch kom­men in der Woche ins­ge­samt mehr als 60 erwach­sene Flüchtlinge. An unseren Aktiv­itäten für Kinder nehmen wöchentlich ca. 50 Kinder teil. Mit­tler­weile kom­men auch viele Men­schen aus anderen Bezirken, die von Fre­un­den und Bekan­nten von der ganz speziellen Atmo­sphäre in der “Neuen Nach­barschaft” gehört haben. Unsere unregelmäßig stat­tfind­en­den Aktio­nen wie die Inte­gra­tionsküche und das Kul­tur­pro­gramm sind jedes Mal schon nach kürzester Zeit “aus­ge­bucht”.

Das Ziel der Ini­tia­tive war von Anfang an das “Willkom­men heißen” und die Inte­gra­tion von Flüchtlin­gen ver­schieden­ster Herkun­ft in die Moabiter Nach­barschaft. Im Laufe des ver­gan­genen Jahres haben wir erfahren wie viel Inter­esse am gegen­seit­i­gen Aus­tausch und an einem echt­en sozialen Miteinan­der in Moabit und Berlin vorhan­den ist. Dieses Poten­zial wollen wir nutzen und ein Begeg­nungszen­trum erhal­ten und weit­er­en­twick­eln, das Flüchtlinge und Berlin­er zusam­men­bringt, Äng­ste abbaut und alle Beteiligten aktiv mit ein­bezieht.

Flüchtlinge sind häu­fig nur Empfänger von Almosen und Hil­f­sleis­tun­gen, sie wollen aber auch selb­st aktiv wer­den und bere­ich­ern in viel­er­lei Hin­sicht unser aller Leben. In den let­zten  18 Monat­en haben wir erfahren, wie wichtig es für die Flüchtlinge ist, auch mal aus dem Heim her­auszukom­men, Zeit in angenehmer Atmo­sphäre zu ver­brin­gen, sich mit anderen Men­schen auszu­tauschen und schlicht etwas zu tun zu haben. Ger­ade für durch Krieg oder Folter trau­ma­tisierte Men­schen ist es  wichtig eine Auf­gabe zu haben, damit die Gedanken nicht dauernd um das Erlebte kreisen, aber auch um diese schreck­lichen Erleb­nisse kreativ zu ver­ar­beit­en. Wie groß das Inter­esse an der­ar­ti­gen Aktiv­itäten ist, haben wir u.a. durch unser Pro­jekt “Inte­gra­tionsküche” erfahren, das sich sowohl bei den Flüchtlin­gen als auch bei der alteinge­sesse­nen Bevölkerung großer Beliebtheit erfreut. Das Beson­dere an unserem Konzept ist die niedrige Hemm­schwelle. Nie­mand muss irgendwelche Voraus­set­zun­gen erfüllen, jed­er ist willkom­men und wird inte­gri­ert.

Unsere Mit­glieder und Unter­stützer schätzen vor allem das gemein­same Miteinan­der: Viele ler­nen nicht nur neue Kul­turen, son­dern auch ihre langjähri­gen Nach­barn zum ersten Mal ken­nen. Unsere Ini­tia­tive ist für viele zu einem zweit­en Wohnz­im­mer gewor­den, mit dessen Hil­fe sie dem anony­men Großs­tadtleben ent­fliehen kön­nen. Bei uns kom­men Jung und Alt, Men­schen unter­schiedlich­er Herkun­ft und mit den ver­schieden­sten Hin­ter­grün­den zusam­men. Wir gestal­ten gemein­sam eine neue lebendi­ge Nach­barschaft und machen unser aller Leben lebenswert­er.