Die TING-Schule ist eine demokratische Schule, an der 7 MitarbeiterInnen und 40 SchülerInnen der Klassen 1 bis 10 als gleichberechtigte Mitglieder einer demokratischen Gemeinschaft ihren Tag verbringen.

Zur Projektgruppe

Freie Demokratische Schule Berlin e.V.
Berliner Straße 100
13189 Berlin
Telefon:
47004506
Fokus (Altersgruppe) auf:
ErwachseneJugendlicheKinder

Projektinformation

Alle Entscheidungen, die für den Schulalltag von Bedeutung sind, werden in der wöchentlichen Schulversammlung getroffen, bei denen alle SchülerInnen und MitarbeiterInnen eine gleichwertige Stimme haben.

Die Schulversammlung wählt SchülerInnen und MitarbeiterInnen in Schulämter und als Komiteemitglieder, die bestimmte Aufgaben in der Verwaltung der Schule übernehmen. So gibt es z. B. das Essenskomitee, das für die Bestellung des täglichen Mittagessens und die Verwaltung des Essensbudgets zuständig ist oder das Reparaturkomitee, das kleinere Reparaturen durchführt oder größere in Auftrag gibt.

Auch die Schulregeln, die selbstverständlich für SchülerInnen und MitarbeiterInnen gleichermaßen gelten, werden von der Schulversammlung verabschiedet, verändert oder gestrichen. So ist im Laufe der Jahre durch Beteiligung der SchülerInnen und MitarbeiterInnen ein dickes Regelbuch entstanden, das gewährleistet, dass an der TING-Schule eine respektvolle, gewaltarme Schulatmosphäre vorherrscht. Es gibt Regeln gegen Diskriminierung, die bereits vor Gründung der Schule in der Satzung des Trägervereins verankert wurden. Eine Anzahl von Regeln schützen die SV-Mitglieder (alle SchülerInnen und MitarbeiterInnen) der TING-Schule vor Gewalt jeglicher Form (physisch, psychisch, sexuell, Mobbing …) Zeugen von Gewalt,Vandalismus und Hilferufen sind durch eine Regel dazu verpflichtet im Rahmen ihrer persönlichen Möglichkeiten einzugreifen, d.h. „Stopp!“ sagen, Hilfe holen, eingreifen oder eine Beschwerde an das Justizkomitee zu richten.

Im Falle einer Regelverletzung können alle SV-Mitglieder eine solche Beschwerde einreichen. Der Vorfall wird auf einem Vordruck notiert und an das Justizkomitee (JK) weitergeleitet. Dieses trifft sich täglich zur Bearbeitung der Beschwerden. Es setzt sich zusammen aus einem Vorsitzenden und einem Gerichtsschreiber, die von der Schulversammlung gewählt werden, und einer/m älteren und einer/m jüngeren SchülerIn, die nach dem Rotationsprinzip zum JK-Dienst eingeteilt werden. Das JK holt zunächst alle an einem Vorfall beteiligten Personen - Kläger, Angeklagte, Zeugen. Jeder darf den Vorfall aus seiner Sichtweise schildern. Das JK prüft, ob eine Schulregel verletzt wurde und legt ggf. eine Konsequenz fest, die jedoch nicht strafenden Charakter hat, sondern der Wiedergutmachung (z. B. Entschädigung oder gemeinnützige Arbeit) bzw. der Vermeidung von weiteren Konflikten in der Zukunft (z. B. Kontaktverbot) dienen soll. Durch eine klare, faire Verhandlung und allparteiische Juroren trägt das JK ganz entscheidend zur angenehmen Atmosphäre der TING-Schule bei.

Im Laufe der viereinhalb Schuljahre seit der Gründung haben die MitarbeiterInnen und zunehmend auch die SchülerInnen hart daran gearbeitet, die TING-Schule zu einem Ort zu machen, an denen alle SV-Mitglieder gern ihren Tag verbringen. Dazu finden an der TING-Schule regelmäßig interne Weiterbildungen (offen für alle SchülerInnen und MitarbeiterInnen) statt, an denen Themen wie die Verfahrensweisen von Schulversammlung und Justizkomitee, Verantwortung Aller für die Schule, Gleichberechtigung von SchülerInnen und MitarbeiterInnen besprochen werden. Darüber hinaus haben wir uns ein Netzwerk zu Schulen in Europa, den USA, Israel und Japan aufgebaut, die wie wir nach dem Konzept der Sudbury Valley School arbeiten. Durch Schulbesuche, Schüleraustausch und den Besuch internationaler Konferenzen gewinnen wir ständig neue Impulse und Ideen zur Verbesserung der Schulqualität.