Gewinner Auszeichnung
2011

Der Kiez um den Nöldnerplatz im Berliner Bezirk Lichtenberg war in den 30er Jahren eine Arbeiterhochburg und ist heute ein weitestgehend heterogenen Wohnkiez, dem aber auch der Ruf einer starker rechter Szene anhängt; wo Denkmäler beschmiert werden und die NPD offen ihren Wahlkampf betreibt.

Zur Projektgruppe

Wege und Widerstand- Ein Theaterstück auf den Straßen Lichtenbergs und Friedrichshains
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10317, Berlin
Telefon:
01635407070

Projektinformation

Gerade in diesem Lichtenberger Kiez sind jedoch viele Straßen nach Widerstandskämpfern aus der Zeit des Nationalsozialismus benannt. Die Namen sagen heute kaum jemanden etwas. Das soziokulturelle Theaterprojekt widmet sich dem Thema „Widerstand in der Zeit des Faschismus“ in diesem Bezirk. Was treibt Menschen dazu, aufzustehen und für bestimmte Rechte und/oder Überzeugungen zu kämpfen, manchmal sogar ihr Leben zu riskieren? Was muss passieren, dass die eigene Angst die Bedeutung verliert? Nicht die in der DDR zu Helden gemachten antifaschistischen Widerstandskämpfer sind Gegenstand des Stückes, sondern sechs fiktive Figuren unterschiedlicher sozialer Schichten, die sich aus persönlichen oder/und politischen Gründen dem faschistische System und Alltag widersetzen. Angelehnt an historischen Figuren, ihre Biographie, sowie Lebens- und Schaffensorte, entwickelte das 40-köpfige Ensemble aus Zeitzeugen-Berichten und selbst geführten Interviews, sowie Foto-Material die Szenen.  Das Spielensemble setzt sich aus professionellen Schauspielern und über 30 AnwohnerInnen  zwischen 17 und 53 Jahren aus  Lichtenberg und Friedrichshain  zusammen. Sie  haben unterschiedliche sozialen und beruflichen Hintergründe. Über das Zusammenspiel, die Identifikation mit dem Kiez und die gemeinsame Entwicklung des Stoffes entstand eine heute fast utopische Form des gesellschaftlichen Miteinanders und ein Stück „vom Kiez für den Kiez“.    In sechs Gruppen aufgeteilt, war das Publikum parallel im Stadtraum unterwegs und folgte jeweils einer der sechs Lebensspuren, die sich mit den anderen kreuzt.
Das Projekt soll auf grund der großen Resonanz im April 2012 wieder aufgenommen werden. Dafür ist die Netzwerkinitiative zusammen mit dem Ensemble gerade auf Sponsorensuche.