Vereinsporträt
Wir sind ein Sportverein für Frauen/Lesben, Trans*, Inter* und Mädchen. SEITENWECHSEL wurde 1988 gegründet. Unser Verein ist heute ein queer-feministischer Lern- und Bewegungsraum, der von Haupt- und vielen Ehrenamtlichen gestaltet wird. Wir wünschen uns die Teilhabe und Selbstbestimmung von FrauenLesbenTrans*Inter* und Mädchen im Sport und auch sonst. Wir kämpfen gegen jede Form von Diskriminierung. Wir lehnen jede Form von Diskriminierung ab. Wir wollen dafür möglichst sichere Räume schaffen. Alle sollen sich bei uns wohlfühlen.
Seitenwechsel hat über 1000 Vereinszugehörige in über 75 Sportgruppen. Es gibt auch Schul-Arbeitsgemeinschaften und Projektgruppen. Wir bieten mehr als 30 Sportarten an. Bei unseren Angeboten steht der Spaß an der Bewegung und am Miteinander im Vordergrund. Es gibt aber auch Teams, die Sport in einer Liga machen oder an Wettkämpfen teilnehmen. In vielen Projekten und Netzwerken ist der Verein sportpolitisch aktiv. Wir versuchen auch außerhalb von Seitenwechsel die Welt zu verändern! Der Sportverein ist in seiner 35jährigen Geschichte durch die vielfältigen Aktivitäten über den Sportbetrieb hinaus sehr gut lokal, bundesweit und international vernetzt und nutzt diese Verbindungen zum einen um externe Expertise in die Projekte einzubinden und uns auszutauschen (wir wissen und können schließlich nicht alles!) und andererseits um die Projekte bekannt und erfolgreich zu machen.
Projekt Informationen

Seitenwechsel Sportverein für Frauen/Lesben, Trans*, Inter* und Mädchen
Gneisenaustr. 2a
10961
Tanja Walther-Ahrens
https://www.seitenwechsel-berlin.de/verein
https://www.facebook.com/people/Seitenwechsel-eV/100063669578361/
2025 haben wir den ersten Lauf GEGEN Rechts (LGR) in Berlin durchgeführt. Der Lauf setzt Demokratieförderung, Gleichstellung und Diversität durch ein gemeinschaftliches Erleben um. Immer häufiger werden queere Menschen oder Menschen, die sich demokratisch engagieren mit Gewalt bedroht oder eingeschüchtert. Der LGR stärkt den Zusammenhalt unserer Vereinsangehörigen sowie die Kooperation mit anderen Sportvereinen/-Gruppen und unterstützt die Aufrechterhaltung und den Ausbau von Vielfalt und Gleichstellung im und durch Sport durch ein unkompliziertes Miteinander.
Ein LGR hat sich in Hamburg schon als feste jährliche Veranstaltung etabliert, dies möchten wir auch für Berlin schaffen. Dabei ist der gemeinsame Einsatz verschiedener Sportvereine und Gruppen elementar und stärkt den/die einzelne & gleichzeitig die Gemeinschaft. Gerade in solch herausfordernden politischen Zeiten kann mit einer solchen Veranstaltung wie dem LGR Gemeinschaft erlebt & daraus Stärke gezogen werden. Sport bietet hier auf einem niedrigschwelligen Level große Möglichkeiten und das für Menschen mit den unterschiedlichsten körperlichen Voraussetzungen und auf den verschiedensten Könnens Stufen.
Als Berliner Sportverein war es uns wichtig neben der Kooperation mit Berliner Vereinen und Organisationen, eine Brücke zu unseren Nachbarbundesländern zu bauen, aus diesem Grund wurde der Lauf als reiner Spendenlauf veranstaltet. Der gesamte Erlös ging in 2025 an AndersARTig e.V. zur Erarbeitung von Strategien für Vielfalt.
Eine Veranstaltung wie der LGR kann die Kraft der Vereine bündeln, sowohl in den Vereinen selbst, als auch unter den Vereinen ist ein gestärktes Auftreten und Miteinander bemerkbar. Am Ende des Laufs war spürbar, welche Energie das Miteinander freisetzt. Aus so oft gefühlter Ohnmacht ist durch das Miteinander Kraft und Energie erwachsen sich gemeinsam und entschieden für Vielfalt und Zuammenhalt zu positionieren.
Nach dem die Idee einen LGR in Berlin zu veranstalten bei einigen Vereinen auf Interesse gestoßen ist, sind zunächst die Vereinsangehörigen aller beteiligter Vereine angesprochen sowie die von befreundeten Vereinen. Darüber hinaus wurden alle vorhandenen Medienkanäle mit Infos versorgt, um noch mehr Personen auf den Lauf aufmerksam zu machen. Dazu gehören Social Media (Instagram, Facebook von allen beteiligten Vereinen) sowie Vereinsnewsletter aller beteiligter Vereine.
Zielgruppe des LGR sind ALLE Personen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion, Herkunft, sexueller Orientierung oder Identität, die in und durch Bewegung ihr Miteinander, ihre Vielfalt ausdrücken wollen um damit sich selbst und andere zu stärken.
Als Verein ausschließlich für FLINTA* ist Seitenwechsel ein wichtiger Schutzraum für diese Personengruppe. Der Lauf stellt angesichts vom Rechtsruck eine öffentlichkeitswirksame Maßnahme dar, durch die Menschen aller Geschlechter angesprochen werden. So wird die Sichtbarkeit marginalisierter Gruppen in der breiteren Bevölkerung gestärkt, und das Netzwerk von Berliner Vereinen und unabhängigen Sportgruppen wächst.
Durch unterschiedliche Streckenlängen: Bambini Lauf, 4km, 6km, 12km wurde den unterschiedlichsten Fitness- & Könnensleveln ein entsprechendes Angebot gemacht. Die Strecken konnten gelaufen, gejoggt, gerollt, gewandert, gewalked werden. Menschen mit & ohne Behinderung waren eingeladen. Ein solch niedrigschwelliges Angebot verdeutlicht und unterstützt die bereits gelebte Inklusionspraxis der organisierenden Vereine.
Das Feld der Teilnehmenden hat die Vielfalt der einladenden Vereine und Gruppen sowie deren Allies widergespiegelt: Neben vielen Familien waren Menschen aller erdenklichen Altersgruppen und Könnens Stufen vertreten. Der Sport hat sein Potential genutzt und die Vereine und ihre Vereinsangehörigen im Sinne einer Demokratieförderung gestärkt. Durch die Veranstaltung konnte die Kooperation der Vereine intensiviert werden. Teilnehmende, die teilweise verunsichert oder eingeschüchtert waren sind durch den Lauf gestärkt worden. Das Erlebnis in der Gruppe ist extrem wichtig, um zu erfahren, dass kein Mensch alleine ist. Der Aufbau einer positiven Haltung zu geschlechtlicher Vielfalt wird unterstützt.
Die queeren Sportvereine leisten wichtige Arbeit in Berlin zum Abbau von Diskriminierungen von LSBTIQ Personen. Gerade das Thema geschlechtliche Vielfalt polarisiert teilweise und kann Ängste und Abwehr hervorrufen. Der LGR schafft ein niedrigschwelliges Sportangebot mit einem sicheren Rahmen, in denen Menschen mit ihrer geschlechtlichen und sexuellen Identität anerkannt werden. Das Teilhabeprogramm der Stadt Berlin trägt dazu bei marginalisierten Gruppen Sichtbarkeit zu verleihen. Dies unterstützt der LGR. Es haben sich bereits weitere Vereine gemeldet, die den nächsten LGR unterstützen möchten.
Die Kommunikation zum LGR erfolgt über https://www.seitenwechsel-berlin.de/projekte/lauf-gegen-rechts-2025 bzw. instagram, facebook und co der beteiligten Vereine/Gruppen auf Deutsch und Englisch. Darüber hinaus ist der Sportverein Seitenwechsel in seiner 35jährigen Geschichte durch die vielfältigen Aktivitäten sehr gut vernetzt. Das Seitenwechsel-Netzwerk reicht von bezirklichen Einrichtungen über landesweite Arbeitskreise und Verbände.