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The Poetry Project

Gewinnrunde

The Poetry Project e.V. ist ein literarisches Dialogprojekt, das maßgeblich vom ehrenamtlichen Engagement vieler Berliner*innen getragen wird. Wir bringen junge Zuwanderer*innen aus Kriegs- und Krisengebieten auf Augenhöhe in Austausch mit der Aufnahmegesellschaft. Seit über zehn Jahren schreiben junge Geflüchtete bei The Poetry Project über ihre Erfahrungen der Flucht, Ankunft, ihren Neuanfang und die Auseinandersetzung mit der deutschen Gesellschaft. Unsere Schreibgruppen werden ehrenamtlich geleitet; auch große Teile des Lektorats und der Übersetzung erfolgen freiwillig und unentgeltlich.

Geschrieben wird in der Kunstform der Poesie und Kurzprosa. Lyrik erzeugt Verständnis und Empathie. Sie eröffnet respektvolle Diskussionen und vermittelt Lebensrealitäten, die im öffentlichen Diskurs oft unterrepräsentiert bleiben. Neue Verbindungen entstehen zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Generationen und sozialer Kontexte.

Mehr als 1.000 Autor*innen haben bisher ihre Geschichten bei The Poetry Project geteilt. Hunderte dieser Texte wurden in bislang vier Büchern sowie auf unserer Website veröffentlicht – in sechs Sprachen. Die Übersetzungen werden von einem Kreis ehrenamtlicher Übersetzerinnen verantwortet. Auch das Lektorat der Gedichte erfolgt durch eine langjährig engagierte Ehrenamtliche. Schulbuchverlage nutzen die Texte als Lehrmaterial, Universitäten – unter anderem die Humboldt-Universität zu Berlin – zur Forschung. Auch im Rahmen von Projektwochen an Schulen wurden Gedichte von unseren Schreibenden besprochen.

Wir begleiten unsere Poet*innen langfristig und stärken sie darin, ihre Stimme in der deutschen Gesellschaft hörbar zu machen. Viele ehemals Geflüchtete, die bei uns schreiben, sind heute erfolgreich in Ausbildung, Studium und Beruf und engagieren sich ihrerseits gesellschaftlich.

Durch die kontinuierliche Arbeit entsteht ein mehrsprachiges literarisches Archiv der jüngsten deutschen Einwanderungsgeschichte. Dieses zivilgesellschaftlich aufgebaute Archiv dokumentiert die Perspektiven neuer Staatsbürger*innen und belegt, wie Integration durch Teilhabe, Bildung und ehrenamtliche Begleitung gelingen kann. The Poetry Project setzt damit dem oft verkürzten Narrativ von Migration eine fundierte, erzählte Realität entgegen – getragen von Stimmen, die unsere Stadt aktiv mitgestalten.

Projekt Informationen

Ausgangspunkt und Haltung: The Poetry Project basiert auf der Überzeugung, dass autobiografisches Schreiben und öffentliche Lesungen Selbstwirksamkeit fördern. Zuwanderer nehmen aktiv am gesellschaftlichen Diskurs teil. Der poetische Dialog auf Augenhöhe verändert Perspektiven – auf beiden Seiten. Getragen wird dieser Ansatz von einem breiten Netzwerk freiwillig Engagierter: Ehrenamtliche Workshopleiter*innen, Lektor*innen, Übersetzer*innen und Unterstützer*innen ermöglichen Woche für Woche konkrete Begegnung. Dieses kontinuierliche bürgerschaftliche Engagement ist das Fundament unserer Arbeit.

Vermittlung als Kernaufgabe: Poesie als Mittel zur Stärkung demokratischer Dialogkultur einzusetzen, ist unser bewusst gewählter Ansatz. Unsere Lesungen, Schulveranstaltungen, Schreibwerkstätten und moderierten Gesprächsformate sind dialogisch angelegt. Das Publikum ist Teil des (literarischen) Austauschs, statt rein rezipierend teilzunehmen. Ein zentrales Element ist die wöchentlich stattfindende Offene Schreibwerkstatt, die ehrenamtlich geleitet wird. Hier begegnen sich Menschen mit und ohne Fluchterfahrung zum gemeinsamen Schreiben. Wechselnde Leiter*innen bringen gesellschaftlich relevante Themen mit, die diskutiert und literarisch verarbeitet und zu denen sich positioniert wird. Seit 2025 berichten unsere Poet*innen zudem in unserem Podcast über Herkunft, Zugehörigkeit und ihr Ankommen in Deutschland. Auch hier engagieren sich die Beteiligten ehrenamtlich in Redaktion und Organisation.

Community-Building und Teilhabe: Wir öffnen unsere Türen quasi im Sinne des Wortes, sodass unsere Poet*innen aber auch Passant*innen jederzeit hereinkommen können. Die Passant*innen informieren sich, viele engagieren sich und werden langfristig Teil des Projekts – ehrenamtlich, als Fördernde oder als Teilnehmende von Veranstaltungen. Die Poet*innen nutzen die Räume regelmäßig zum gemeinsamen Übersetzen oder Planen eigener Formate und Veranstaltungen. Auch viele Besucher*innen der Offenen Schreibwerkstatt oder den Sprachschreibgruppen bringen sich im Anschluss freiwillig ein und gestalten das Projekt aktiv mit. Die Poet*innen selbst übernehmen Verantwortung: Sie moderieren Veranstaltungen, organisieren Lesungen, unterstützen neue Teilnehmende und wirken als Multiplikator*innen in Schulen und sozialen Einrichtungen. Ehrenamt ist bei The Poetry Project nicht nur Unterstützung im Hintergrund, sondern gelebte demokratische Praxis.

Wirkung: Die Verbindung von Kunst, gesellschaftlichem Dialog und freiwilligem Engagement schafft nachhaltige Wirkung. Für unsere Autor*innen ist The Poetry Project ein Raum für Entwicklung und Teilhabe. Für Berlin ist es ein Beispiel dafür, wie bürgerschaftliches Engagement kulturelle Verständigung fördert, demokratische Werte stärkt und gesellschaftlichen Zusammenhalt konkret gestaltet.

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