Der Kiezladen Zusammenhalt in der Dunckerstraße 14 besteht seit 1992. Er entstand in einer Umbruchzeit, in der sich Eigentumsverhältnisse, Mietstrukturen und soziale Gefüge im Kiez grundlegend veränderten. Früh zeichnete sich ab, dass steigende Mieten und spekulative Aufwertungsprozesse gewachsene Nachbarschaften bedrohen würden.
Der Kiezladen wurde als Antwort darauf gegründet: als Ort der Information, der Vernetzung und der solidarischen Selbstorganisation. Der Einsatz gegen Verdrängung und für das Recht auf Stadt prägt die Arbeit bis heute.
Im Sinne des Wettbewerbsthemas „Respekt gewinnt“ steht der Kiezladen für eine klare Haltung: Respekt bedeutet hier, soziale Realitäten ernst zu nehmen, Ausgrenzung entgegenzutreten und demokratische wie ökologische Verantwortung zu übernehmen.
Es ist ein Laden in dem man nichts kaufen aber trotzdem viel mitnehmen kann.
Respekt wird nicht eingefordert, sondern im Alltag praktiziert.
Obwohl sich der Kiezladen gegen Verdrängung einsetzt ist auch er durch steigende Mieten immer selbst davon bedroht und seine Existenz steht immer wieder auf der Kippe.
Projekt Informationen

Der Kiezladen arbeitet vollständig ehrenamtlich und selbstorganisiert. Es gibt keine hauptamtlichen Stellen, keine institutionelle Trägerschaft und keine kommerziellen Interessen. Entscheidungen werden transparent und gemeinschaftlich getroffen. Diese Struktur ist seit über drei Jahrzehnten gelebte Demokratie.
Der Zugang ist bewusst niedrigschwellig. Niemand muss Mitglied sein, um Angebote zu nutzen oder selbst zu gestalten. Alle Veranstaltungen und Beratungsangebote sind kostenfrei und finanzieren sich ausschließlich über freiwillige Spenden. Teilhabe bleibt damit unabhängig vom Einkommen.
Zum Angebot gehören eine Kleiderkammer sowie die Weitergabe von Alltagsgegenständen im Sinne eines Kreislaufprinzips: Kleidung und Dinge werden weitergegeben statt entsorgt. Die Essensausgabe basiert auf Foodsharing – ohne Bedarfsprüfung und ohne Nachweispflicht. Lebensmittel werden vor der Entsorgung gerettet und solidarisch verteilt. Ergänzend steht ein Fairteiler rund um die Uhr zur Verfügung. Ob gutverdienend oder finanziell belastet, spielt keine Rolle. Hier begegnen sich Menschen quer durch soziale und gesellschaftliche Schichten.
Beratungen zu Miet- und Behördenfragen gehören ebenso dazu wie regelmäßige Treffen von Selbsthilfegruppen, einem Chor und Bewegungsangeboten.
Über die Jahre sind vielfältige Formate entstanden: Repaircafé und Nähcafé, Yoga, Portraitfotografie, Sportangebote, Geschichtswerkstatt und Lesekreise, Filmabende, Ausstellungen und Diskussionsveranstaltungen. Das Programm entwickelt sich aus dem Engagement der Beteiligten und verändert sich mit den Menschen, die Verantwortung übernehmen.
So steht queerer Kaffeeklatsch neben Qi Gong und Beratung für Geflüchtete auf Dari/Farsi. Immer eine bunte Mischung von und für Leute aus dem Kiez.
Zugleich ist der Kiezladen politischer Arbeitsraum. Initiativen organisieren hier Volksentscheide, Petitionen und Demonstrationen. Positionen werden diskutiert, Strategien entwickelt, Entscheidungen gemeinsam getragen. Demokratie wird als konkreter Aushandlungsprozess erfahrbar.
Kommuniziert wird analog – über Aushänge, Handzettel und Mundpropaganda. Die Energie fließt in die direkte Arbeit vor Ort, statt in Onlinekampagnen oder Netzauftritte. Seit Jahren organisiert das Team am Tag der offenen Gesellschaft einen Tisch der Begegnung im öffentlichen Raum. So wird Respekt als soziale und ökologische Praxis sichtbar – kontinuierlich, verbindlich und generationenübergreifend.
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