Projekt Informationen

Das Projekt „Jugend für die Zukunft stärken“ (2023-2025) und Folgeprojekt „Amal – Jugend stärken“ (2026-2027) von Transaidency e.V., gefördert durch das Quatiersmanagement Beusselstraße, unterstützt geflüchtete und neu zugewanderte Jugendliche beim Ankommen in Berlin. Viele der jungen Menschen stehen nach ihrer Ankunft vor Sprachbarrieren, Isolation, Orientierungslosigkeit und psychischen Belastungen, während gleichzeitig hohe Erwartungen an ihre schulische und berufliche Leistungsfähigkeit gestellt werden. Mit unserem Projekt möchten wir ein Gegengewicht zu diesem starken Druck setzen und mit den Jugendlichen einen Raum für Unbeschwertheit, Lachen und Gemeinschaft schaffe. Somit werden Selbstwert, Bindung und Resilienz der Jugendlichen gestärkt, um mentaler und körperlicher Überlastung entgegenzuwirken.
Zur Umsetzung dieses Ziels setzen wir auf drei ineinandergreifende Bausteine:
1. Wöchentliches Begegnungscafé an der Staatlichen Techniker Schule in Moabit. Hier lernen die Projektbeteiligten die Sprachen und Kulturen der Jugendlichen kennen und können sie darin unterstützen Hürden in der deutschen Sprache abzubauen. Es finden Workshops zu Bildungs- und Berufswegen, Austausch über Diskriminierungserfahrungen und Selbstfürsorge statt.
2. Monatliche Freizeitangebote: Gemeinsam mit den Jugendlichen werden sportliche und kulturelle Freizeitangebote organisiert und umgesetzt. Durch regelmäßige Kooperationen mit schulnahen Jugendfreizeiteinrichtungen lernen die Willkommens-Schüler*innen weitere Unterstützungsangebote kennen und können ihr soziales Netz erweitern.
3. Individuelle Begleitung: Durch zunehmenden Vertrauensaufbau werden die Projektbeteiligten häufig zu ersten Ansprechpersonen bei Schwierigkeiten im Alltag. Ziel ist es durch anfängliche Begleitung zu passenden Anlaufstellen (z.B. Migrationsberatung, Jugendfreizeiteinrichtung, psychosoziale Beratung) dieses Vertrauen an die Mitarbeitenden vor Ort weiterzugeben und die Jugendlichen im Aufbau eines stärkenden Versorgungsnetzes zu unterstützen.
Nach drei Jahren Projektarbeit zeigen sich große Veränderungen im Selbstvertrauen, mit dem die begleiteten Jugendlichen ihr Leben in Berlin navigieren. Viele der Jugendlichen finden Zugang zu Vereinen, Jugendangeboten, weiterführenden Schulen oder Ausbildungsplätze und gestalten ihre Zukunft in Berlin zunehmend selbstbestimmt. Beispielsweise unterstützt ein junger Mann aus Syrien das Projekt seit einem Jahr im Ehrenamt, nachdem er selbst für ein Schuljahr begeistert an den Projektangeboten teilgenommen hat. Mittlerweile hat er eine eigene Wohnung sowie Minijob gefunden und wird bald seine Ausbildung im Logistik Bereich beginnen. Auch haben wir im Projekt eine junge Frau aus Afghanistan begleiten dürfen, die unter anderem wegen einer depressiven Störung kaum schulische Fortschritte machen konnte. Sie konnte mittlerweile durch viel Eigeninitiative und engmaschige Begleitung ihren Schulabschluss machen, den Schritt in eine neue WG gehen, Anschluss zu einem Mädchen-Jugend-Club finden und bewirbt sich momentan fleißig für eine Ausbildung als Medizinische Fachangestellte. Die beiden sollen exemplarisch für die Vielzahl an begleiteten Jugendlichen stehen, die mit ihrer Stärke, ihrem Engagement und individuellen Erfahrungen das Leben in Berlin bereichern.