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Perspektivwechsel – Bildung für diskriminierungsbewusste Praxis und globalen Respekt

Gewinnrunde

In einer vielfältigen Stadt wie Berlin ist ein respektvolles, solidarisches Zusammenleben keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis bewusster Auseinandersetzung, Bildung und kontinuierlichen Dialogs. Rassistische Denk- und Handlungsmuster, koloniale Kontinuitäten und ungleiche Machtverhältnisse wirken bis heute in gesellschaftlichen Strukturen, im Ehrenamt, in Bildungs- und Sozialarbeit sowie im alltäglichen Miteinander fort. Häufig bleiben sie unsichtbar oder werden reproduziert – auch dort, wo Engagement, Solidarität und Unterstützung eigentlich im Mittelpunkt stehen sollen.

Mit dem Projekt „Perspektivwechsel – Bildung für diskriminierungsbewusste Praxis und globalen Respekt“ setzt Brückenwind e.V. genau hier an. Das Projekt schafft Räume für kritische Reflexion, Begegnung und Lernen, in denen Menschen ihre eigene Rolle, Verantwortung und Handlungsmöglichkeiten im Kontext von Rassismus, Macht und globaler Ungleichheit hinterfragen können. Ziel ist es, Respekt nicht nur als Haltung, sondern als konkrete Praxis zu stärken – im lokalen Alltag, in Organisationen und in zivilgesellschaftlichem Engagement.

Projekt Informationen

Brückenwind e.V.

Reichenbergerstraße 63a
10999 Berlin

Erle Moser

https://brueckenwind.org/

https://www.instagram.com/brueckenwind/

Brückenwind e.V. ist ein Berliner Verein für rassismuskritische, dekoloniale und machtbewusste Bildungsarbeit. Unser zivilgesellschaftliches Engagement zielt darauf ab, strukturelle Ungleichheiten, diskriminierende Narrative und eurozentrische Machtverhältnisse sichtbar zu machen und gemeinsam mit lokalen Akteur*innen Perspektiven für solidarisches, verantwortungsvolles Zusammenleben zu entwickeln. Im Zentrum unserer Arbeit stehen kritische Reflexionsprozesse, Dialogräume und Bildungsformate, die Menschen dazu befähigen, Rassismus, koloniale Kontinuitäten und soziale Ungerechtigkeiten in ihrem eigenen Alltag, in Organisationen und in gesellschaftlichen Prozessen zu erkennen und aktiv zu verändern.

In Deutschland und insbesondere in Berlin sind rassistische Haltungen, stereotype Darstellungen von (post-)migrantischen Communities sowie ein mangelndes Bewusstsein für globale Machtverhältnisse weiterhin weit verbreitet. Diese Strukturen wirken sich auch im unmittelbaren sozialen Umfeld aus: in Schulen, Initiativen, Freiwilligendiensten, Beratungsstellen oder in der Zusammenarbeit zwischen zivilgesellschaftlichen Organisationen. Viele Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, stehen vor der Herausforderung, einerseits helfen zu wollen und andererseits die eigenen Privilegien und Machtpositionen kritisch zu reflektieren. Genau hier setzt unser Projekt an. Das Projekt „Perspektivwechsel – Bildung für diskriminierungsbewusste Praxis und globalen Respekt“ versteht sich als Beitrag zur Förderung eines respektvollen, solidarischen und demokratischen Miteinanders. Es richtet sich insbesondere an Menschen, die von einem rassistischen System profitieren – etwa Mitarbeitende von Nichtregierungsorganisationen, Entsendeorganisationen für Freiwilligendienste, Studierende, Lehrende, Mitarbeitende sozialer Einrichtungen, Initiativen, die mit geflüchteten Menschen arbeiten, sowie Jugendliche im schulischen und außerschulischen Kontext. Diese Zielgruppe beschäftigen immer wieder Fragen nach Verantwortung, Reflexion, Rollenverständnis und Machtbewusstsein – sowohl im lokalen Alltag als auch in globalen Kontexten.

Das Projekt verfolgt dabei drei sich ergänzende Schwerpunkte:

1. Präsenz-Workshops und Seminare „Power Dynamics in Volunteering – Rethinking Development Cooperation Together“
In zweitägigen Präsenzformaten erarbeiten die Teilnehmenden gemeinsam Konzepte und Methoden zur kritischen Auseinandersetzung mit rassistischen Strukturen, Eurozentrismus, White Saviorism, Paternalismus und Machtverhältnissen in Entwicklungszusammenarbeit und Freiwilligenarbeit. Diese Workshops fördern Reflexions- und Handlungskompetenzen, stärken Selbst- und Fremdwahrnehmung und schaffen Raum für kollektiven Austausch. Methoden wie interaktive Gruppenarbeiten, Fallanalysen und moderierte Diskussionen ermöglichen es, theoretische Konzepte mit konkreten Alltags- und Praxissituationen zu verknüpfen. Durch die Einbindung von Perspektiven aus dem Globalen Süden, aus migrantischen Communities und aus Erfahrungen von Rückkehrer*innen werden globale Zusammenhänge und historische Kontinuitäten entwirrt und in lokale Erfahrungsräume übersetzt.

2. Podcastreihe „Change of Perspective“ als niederschwelliges Lern- und Austauschformat
Ergänzend zu Präsenzformaten haben wir eine digitale Podcastreihe entwickelt, die thematisch entlang globaler Gedenk- und Aktionstage (z.B. Internationaler Tag des Friedens, World Refugee Day, Earth Day) grundlegende Fragen zu globaler Ungerechtigkeit, Solidarität, Klimagerechtigkeit, feministischer Kritik, Migration und Menschenrechten behandelt. Die Serie setzt migrantische Stimmen, Aktivist*innen aus dem Globalen Süden und Diaspora-Perspektiven ins Zentrum und schafft einen öffentlich zugänglichen Raum für kritisches Lernen. Der Podcast dient als langfristiger Lernraum und trägt dazu bei, ein breites Publikum für Fragen von globaler Verantwortung, Machtreflexion und respektvollem Handeln zu sensibilisieren.

3. Vernetzung, Kooperation und Diskursförderung in Berlin
Ein zentrales Anliegen des Projekts ist die Förderung eines kontinuierlichen, lokalen Diskurses über rassismuskritische und dekoloniale Praxis. In Kooperation mit dem BER Netzwerk, dem House of Resources Berlin und weiteren Bildungs- und Sozialakteur*innen initiieren wir gemeinsame Veranstaltungen, Diskussionsformate und Multiplikator’innen-Treffen. Diese Netzwerkarbeit fördert Austausch über Organisationsgrenzen hinweg, stärkt solidarische Allianzen und macht Bildungsarbeit zu einem pluralen, gemeinschaftlich getragenen Prozess.

Durch unser breites Methodenspektrum – von partizipativen Seminaren über digitale Bildungsarbeit bis zur Kooperation mit lokalen Akteur*innen – entsteht ein vielschichtiges Bildungsangebot, das sowohl auf individueller Ebene (Reflexions- und Handlungskompetenz) als auch auf kollektiver Ebene (Dialog- und Diskursräume) wirkt. Teilnehmer*innen geben regelmäßig Rückmeldungen, dass sie sich nach unseren Formaten besser befähigt fühlen, machtbezogene Fragen im eigenen Engagement, in Teams oder in schulischen und nachbarschaftlichen Kontexten aufzugreifen und konstruktiv zu bearbeiten.

 

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