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Sprachcafé Grenzallee

Gewinnrunde

Sprachcafé Grenzallee

Gemeinschaft, Begegnung, Austausch, Solidarität – und Tee

Ende 2022 haben wir, zwei mehrsprachige und feministisch engagierte Freundinnen, ein Sprachcafé für Frauen* in Neukölln gegründet. Wir waren beide mal neu in Deutschland und wissen, dass Austausch mit anderen Frauen* sehr wichtig ist – um die Sprache zu lernen aber auch um Erfahrungen zu vergleichen, Ratschläge zu bekommen und Freundschaften zu schließen.

Wir treffen uns einmal wöchentlich in einem Veranstaltungsraum an der U-Bahnstation Grenzallee. Zusammen üben wir Deutsch – aber auch Persisch, Arabisch und Englisch, je nachdem, wer gerade da ist. Bei Tee und Keksen tauschen wir uns aus, knüpfen Kontakte und sprechen über unsere Erfahrungen als Migrantinnen* in Deutschland. Unser Sprachcafé ist ein sehr schöner, warmer und offener Raum, in dem wir ohne Angst unsere Sprachkenntnisse entwickeln können und uns gegenseitig unterstützen und zuhören.

Projekt Informationen

Farkhonda Frauenverein (in Gründung)

Karl-Marx-Straße 282
12057, Berlin

Lovisa Moberg

https://www.instagram.com/farkhonda_berlin

https://www.instagram.com/sprachcafe_grenzallee/

Was?

Alle Frauen*, die Lust auf Sprachen und Austausch haben, sind herzlich willkommen, in unser Sprachcafé zu kommen – egal ob sie Deutsch als Erstsprache haben, es gerade erst lernen und/oder andere Sprachen sprechen. Weil Frauen* mit verschiedenen Deutsch-Niveaus kommen, können sie sich gegenseitig helfen und motivieren. Es braucht keine Vorbereitung und keine Unterrichtserfahrung; das Wichtigste ist der Kontakt und die gegenseitige Unterstützung.

Wie?

Wir haben ein offenes Format, sodass alle das machen können, was gerade für sie wichtig ist und zu ihrem Niveau passt. Am Anfang machen wir immer eine kurze Vorstellungsrunde, danach setzen wir uns in kleineren Gruppen oder zu zweit zusammen. Wir haben auch Bücher, Spiele und Vokabelkarten zum Lesen, Lernen und Üben da und manche Frauen bringen ihre Hausaufgaben vom Deutschkurs mit. Alle können sich gegenseitig helfen und voneinander lernen. Zwischen den Frauen*, die teilnehmen, sind schon Freundschaften entstanden. Lovisa, die fließend Deutsch spricht, lernt seit einiger Zeit Arabisch und Persisch. Dadurch sind die Frauen*, die kommen, nicht nur Lernende, die Hilfe brauchen, sondern gleichzeitig Expertinnen, die etwas beizubringen haben.

Wer?

Seit unserem ersten Treffen im November 2022 waren ungefähr 50 Frauen bei uns im Sprachcafé. Manche von ihnen kommen regelmäßig, andere unregelmäßig (zum Beispiel, wenn bald eine Deutsch-Prüfung ansteht). Die meisten Frauen* haben durch eine Freundin* oder Nachbarin* vom Sprachcafé erfahren, andere über unsere Instagram-Präsenz oder die WhatsApp-Gruppe des Farkhonda Frauenvereins (i.Gr.) – einige sind aber auch spontan vorbeigelaufen und haben das Schild an der Tür gesehen.

Wir wollen ein Treffpunkt sein, an dem sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten Platz haben. Manche unserer Besucherinnen* hatten bis zum Deutschkurs keine Schulerfahrung, andere schreiben gerade ihre Doktorarbeit. Persisch, Arabisch, Bangla, Japanisch, Dänisch, Englisch, Französisch, Spanisch und Deutsch sind Sprachen, die im Raum waren oder sind. Altersmäßig geht die Spanne manchmal von 16 bis 60. Unsere Besucherinnen* kommen sowohl aus der direkten Nachbarschaft in Neukölln als auch aus anderen Bezirken – manchmal sogar auch von so weit entfernten Orten wie Eberswalde und Königs Wusterhausen. Manche sind schon seit Jahren in Deutschland, andere erst seit kürzester Zeit. 

Was noch?

Zusätzlich zum wöchentlichen Treffen im Sprachcafé machen wir auch gelegentlich gemeinsame Ausflüge. So waren wir beispielsweise auf dem Lichtenberger Weihnachtsrummel, haben gemeinsam Eid al-Fitr/Zuckerfest gefeiert und die Ausstellung Beyond Home. Eine feministische Dekonstruktion eines Begriffs besucht, wo wir eine Führung bekamen und anschließend ein Gespräch über Heimat und Migration führten, das von der Kuratorin in einem Zine festgehalten wurde. Wenn wir Förderung finden, möchten wir dieses Angebot erweitern und andere Orte und kulturelle Veranstaltungen gemeinsam erkunden.

Warum?

In unserem Sprachcafé begegnen wir viele Frauen* mit Migrationserfahrung, die ansonsten wenig bis keine sozialen Kontakte in die Mehrheitsgesellschaft haben und deren gesellschaftliche Teilhabe sich aus sprachlichen, bildungsbezogenen, familiären aber auch strukturellen Gründen sehr beschränkt und erschwert wird. Obwohl einige von ihnen seit mehreren Jahren in Berlin wohnen, haben sie nur begrenzten Zugang zu den Institutionen und Angeboten dieser Stadt. Auch finanzielle Hürden stehen hier im Weg. Zudem haben die Auswirkungen der Corona-Pandemie den Ankommensprozess vieler Menschen, die in den letzten vier Jahren nach Deutschland und nach Berlin migriert sind, sehr verlangsamt. Die Vereinsamung und Verschlechterung der mentalen Gesundheit, die die Pandemie zur Folge hatte, sind weiterhin bemerkbar. Wir möchten daher die Hürden zum kulturellen Angebot der Stadt senken, indem wir gemeinsame Besuche veranstalten, und weiter Räume für Begegnung und Austausch zu schaffen. Wir möchten diesen Frauen* Gelegenheiten schaffen, soziale Kontakte zu knüpfen, ihre Erfahrungen mit anderen zu teilen und sich gegenseitig solidarisch zu unterstützen und zu ermutigen.

 

Die Schreibweise Frauen* nutzen wir, um darauf hinzuweisen, dass die Kategorie „Frau“ eine soziale Konstruktion ist, die jedoch in der Gesellschaft und in zwischenmenschlicher Interaktion eine tragende Rolle spielt. Unsere Teilnehmerinnen* haben unterschiedliche Beziehungen zu dieser Kategorie.

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