Amal, Berlin! macht Nachrichten aus Berlin auf Arabisch und Dari/Farsi. Täglich aktuell und journalistisch professionell. Die Nachrichtenplattform informiert Newcomer, was in ihrer neuen Umgebung los ist – auch dann, wenn sie noch nicht genug Deutsch können, um deutsche Medien zu nutzen. Die Plattform erreicht inzwischen rund 20.000 Menschen in und um Berlin, und es werden täglich mehr. Offizielle Stellen gehen davon aus, dass 2015/2016 rund 80.000 Geflüchtete nach Berlin gekommen sind – die meisten, ohne viele Worte Deutsch zu können. Amal, Berlin! bindet sie ein in das Geschehen der Stadt – und auch die vielen, die schon länger in Berlin leben, aber bislang Nachrichten eher auf dem Umweg über Katar, Kairo oder London bezogen als aus deutschen Zeitungen, Radio oder TV. Die deutsche Seite von Amal, Berlin! bietet Zusammenfassungen der Artikel für Deutsche, die wissen wollen, was Geflüchtete aktuell interessiert und für deutsche Medien, die Artikel übernehmen.

Zur Projektgruppe

Evangelische Journalistenschule
Jebensstraße 3
10623 Berlin
Telefon:
0170-5405176
Fokus (Altersgruppe) auf:
Erwachsene
Lokale Zuordnung:
städtisch

Projektinformation

Acht feste und zwei freie Journalisten arbeiten regelmäßig bei Amal, Berlin!, andere schreiben oder filmen sporadisch. Sie haben schon Syrien, Afghanistan, Iran und Ägypten als Journalisten gearbeitet und mussten fliehen. Bei Amal, Berlin! haben sie gelernt, in Deutschland als Journalisten zu arbeiten, und gemeinsam die Plattform aufgebaut, um Arabisch und Dari/Farsi sprechende Menschen in Berlin mit Nachrichten zu versorgen. Sie präsentieren sorgfälitig ausgewählt das wichtigste vom Tage, so dass auch Neuangekommene es verstehen und einordnen können. Daneben schreiben sie Reportagen und Kommentare, machen Video-Berichte und Interviews und versorgen die Zielgruppe mit handverlesenen Kultur-Tipps. Für viele Userinnen und User ist Amal, Berlin inzwischen fester Bestandteil des Alltags und trägt dazu bei, sich einzubringen und zu aktiven Bürgerinnen und Bürgern der Stadt zu werden.

Die Idee zu dieser Plattform entstand 2015 am Küchentisch: Statt tatenlos auf ihre Behördenbescheide zu warten, bringen Journalist/-innen, die in Deutschland im Exil leben, ihre Expertise ein, um die vielen Geflüchteten in Berlin und Deutschland mit Nachrichten zu versorgen. In einem zweimonatigen Workshop und einer Probephase bereiteten sich die Journalist/innen auf das Arbeiten in Deutschland vor und konzipierten die Plattform. Seit März 2017 ist Amal, Berlin! online. Die Redaktion wurde als „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen“ prämiert und gehörte 2017 zu den Finalisten beim Integrationspreis der Bundeskanzlerin. Seit Juli arbeitet die Redaktion professionell. Finanziert wird die Redaktion bis Ende 2018 von der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Migranten sind von der deutschen Medienlandschaft weitgehend ausgeschlossen, zumal, wenn sie der Sprache nicht mächtig sind. Statt zu warten, bis alle genug Deutsch können, agiert Amal, Berlin! jetzt und hier, baut Brücken und ermöglicht Partizipation am öffentlichen Leben in Berlin und Deutschland. Amal, Berlin! informiert auf Augenhöhe und nimmt die Leserinnen und Leser in ihrem Bedürfnis nach Information ernst. Als täglich und verlässlich auf Arabisch und Dari/Farsi publizierende Lokalredaktion ist Amal, Berlin! einzigartig in Deutschland.