Das Projekt „Frauen im Sport“ wurde vom Bezirksamt Treptow-Köpenick initiiert, um Mädchen und Frauen verstärkt für die Vorstandsarbeit und die ehrenamtlichen Führungspositionen in den Sportvereinen zu gewinnen.
Mit dem Projekt werden Vereine dabei unterstützt, Mädchen und Frauen zu fördern und innovative Wege bei der Mitgliedergewinnung und Vereinsführung zu gehen.

Projektgalerie

Projektinformation

Ziel des Projektes:

Gleichberechtigte Teilhabe aller Mädchen und Jungen, Frauen und Männer an den Angeboten des Sports und in den Vereinen selbst.

Zukunftspreis des Bezirksamtes Treptow-Köpenick.

Mit dem Zukunftspreis für Sportvereine werden anhand der Bewerbungen Vereine ausgezeichnet, die

  • Ideen und Konzepte umsetzen um konkret Mädchen und Frauen zu fördern (Vorstand und Nachwuchs), 
  • partizipative Vereinsstrukturen etablieren und
  • innovative Ideen zur Mitgliederbindung und Personalentwicklung im Verein entwickelt haben.

 

Projektbeschreibung:

1. Das Projekt „Come In“ im Bezirksamt Treptow-Köpenick: Hintergrund und Idee

Die Idee zum Projekt „Come In“ entstand im Kontext der Reflexion zur 3. Stufe des Projektes „Frauen im Sport“. Die Konzeption zu „Frauen im Sport“ schreibt fest, dass im weiteren Verlauf ein zusätzlicher Fokus auf den Aspekt der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund im Sport gelegt werden soll. Neben der Entwicklung und Steigerung der weiblichen Mitgliederzahlen ist mit dem Projekt auch intendiert, innovative sportliche Angebote zu entwickeln, „die bislang wenig erreichte Zielgruppen wie z. B. auch Frauen und Mädchen, Jungen  und Männer* mit Migrationshintergrund ansprechen und berücksichtigen.“

In der Diskussion um das Thema der interkulturellen Öffnung im Bereich des Sports und auch der Sportvereine rückt für den Bezirk Treptow-Köpenick ein derzeit drängendes Problem in den Vordergrund: Die Umsetzung von Integration und die Etablierung von Willkommenskultur im Kontext der neuen Asylunterkünfte, der so genannten Containerdörfer. Eine dieser Wohnunterkünfte wird in Köpenick, in der Alfred-Randt-Straße 19 errichtet, um den großen Bedarf an Unterkünften für asylsuchende Menschen und Familien decken zu können.

Bereits jetzt zeigt sich, dass es Vorbehalte in der Bevölkerung gibt und große Unsicherheiten bestehen. Hierzu gehören Ängste und Vorurteile der angrenzenden Bewohner und Bewohnerinnen, die bislang weitestgehend keinen Kontakt mit Menschen aus anderen Kulturkreisen und Menschen aus Krisenregionen kennen.

Die Menschen, die die Unterkünfte beziehen werden, kommen aus Kriegsgebieten, waren lange auf der Flucht und sind oft vielfach traumatisiert. Sie haben alles zurückgelassen und benötigen – so insbesondere auch die ankommenden Kinder und Jugendlichen, Mädchen und Jungen – ein Umfeld, welches sie willkommen heißt und aufzunehmen bereit ist.

Hier will das Projekt „Come In“ auf verschiedenen Ebenen Beiträge dazu leisten, eine Willkommenskultur zu unterstützen und vor allem auch für die ankommenden Menschen Angebote und Unterstützung zu bieten.

Das Projekt ist somit auch klar angesiedelt im Bereich der Aktion „Refugees Welcome – Treptow-Köpenick sagt Willkommen“ (http://www.berlin.de/ba-treptow-koepenick/ueber-den-bezirk/refugees-welcome/).

 Ansatzpunkt und Ziel des Projektes ist die Schaffung einer Willkommenskultur, von der alle Beteiligten profitieren und mit der gemeinsam Neues gelernt, erlebt und erfahren werden kann.

1.1.1 Sportangebote, Sprachkurse und berufliche Integration im Kontext des Projektes „Come In“

Die Idee des Projektes „Come In“ ist es, im ersten Schritt für die ankommenden Mädchen und Jungen mit Hilfe bezirklich gut koordinierter Sportangebote ein Stück Entlastung und Normalität anzubieten. Dazu gibt es bereits erste Erfahrungen im Bezirk anhand ähnlicher kleinerer Projekte. Diese Erfahrungen sollen für „Come In“ genutzt werden.

Die Entwicklung und Organisation entsprechender Sportangebote – im Verbund mit bezirklichen Akteuren und Akteurinnen, gemeinsam mit den Sportvereinen – werden im ersten Teil des Projektes im Zentrum stehen. Sport als Spiel und Bewegung schafft Verbindungen zwischen Menschen. Vor allem für die Kinder, die Mädchen und Jungen sollen diese Angebote konzipiert werden. Einbezogen werden Trainer und Trainerinnen, Übungsleiter und Übungsleiterinnen aus den Sportvereinen. Um die Angebote entsprechend qualitativ abzusichern, wird es Information und Sensibilisierung (interkulturelle Kompetenzen) für die Anbietenden geben, ebenfalls Beratung im Falle von Konflikten oder Problemen.

Im weiteren Projektverlauf werden die Vermittlung von Sprache und die Durchführung arbeits- und berufsintegrierender Maßnahmen konzipiert und umgesetzt werden. Hierzu bedarf es weiterer Kooperationen, insbesondere mit der Volkshochschule als Anbieterin entsprechender Angebote. Alle Angebote müssen stark bedarfsorientiert entwickelt und konzipiert werden, so auch die angedachten arbeitsintegrativen, berufsfördernden Maßnahmen, die den Geflüchteten, je nach Aufenthaltsstatus und Bleiberecht weitere Perspektiven eröffnen sollen.

 

1.1.2 Ausstattung und Umsetzung von „Come In“

Neben der notwendigen bezirklichen und verwaltungsinternen Kooperationen, die bereits in Umsetzung begriffen sind, bedarf es einer zusätzlichen, neuen Stelle, die für die Koordination im Projekt zuständig ist. Die Funktion dieser koordinierenden Stelle ist die Vernetzung von Institutionen  und Personen, aber auch die Koordinierung der konkreten Angebote – und in Bezug auf die Sportangebote auch die Koordinierung der zur Verfügung stehenden Sportstätten. Für diese koordinierende Stelle müssen Mittel bereitgestellt und akquiriert werden. Hierin liegt die aktuell wichtigste Aufgebe im derzeitigen Projektstatus.

In der ersten Phase des Projektes werden verstärkt folgende bezirkliche Stellen der Verwaltung einbezogen und im Austausch sein:

  • Integrationsbeauftragter
  • Gleichstellungsbeauftragte
  • Abteilung Weiterbildung, Schule, Kultur und Sport

 Weitere  Akteure und Akteurinnen wie der Arbeitskreis Integration werden im Projekt mit einbezogen, auch das Freiwilligenzentrum „Sternenfischer“ und das Zentrum für Demokratie, worüber ggf. auch für Trainer und Trainerinnen interkulturelle Kompetenzen und weitere Informationen vermittelt werden können. Auch Ansprechpersonen bei entstehenden Konflikten und Problemen werden wichtige Instanzen im Projekt sein und können über die genannten Institutionen mit generiert werden. Der Bereich des freiwilligen Engagements, dessen Förderung und Unterstützung, spielen – wie bereits beim Projekt „Frauen im Sport“ eine wichtige Rolle.

Zudem kann anhand der bereits mit dem Projekt „Frauen im Sport“ etablierten Kontakte zu den Sportvereinen an bestehende Strukturen angeknüpft werden, um Sportangebote entwickeln zu können.

Die Realisierung von Sportangeboten für Mädchen und Jungen aus den Familien die in Treptow-Köpenick ankommen werden kann - so bald die koordinierende Stelle eingerichtet ist und ggf. auch bereits im Vorfeld - in einer ersten Phase relativ zeitnah begonnen werden.

Für die weitere Entwicklung und Etablierung des Projektes ist der Referent des zuständigen Bezirksstadtrates Weiterbildung, Schule, Kultur und Sport zuständig. Für die Durchführung des Projektes werden sowohl hier, als auch an den genannten weiteren  Stellen Personalkapazitäten/Personalkosten gebunden.

 

1.2.3 „Come In“ und „Frauen im Sport“ – Synergien und Weiterentwicklung

Das Projekt „Come In“ knüpft insofern am Projekt „Frauen im Sport“ an als es ebenfalls die dort im Rahmen des Gender Budgeting genannten Sportprodukte betrifft: Die Öffnung von Sportstätten für weitere Teile der Bevölkerung wird in Bezug auf die Bereitstellung der Sportstätten als bezirkliches Thema weiter befördert.

Auch die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen wird in diesem Projekt ein wichtiges Thema bleiben, insofern auch hier Mädchen und Jungen mit ihren spezifischen Bedürfnissen, die aus ihren Lebenslagen resultieren, berücksichtigt werden. Interkulturelle Herangehensweisen spielen eine zentrale Rolle. In Bezug auf die Konzeption von Sportangeboten werden Mädchen und Jungen - interkulturell - gleichermaßen berücksichtigt. Der gendersensible Blick auf Geschlechterrollenbilder und der Blick auf eine gendersensible gleichberechtigte Teilhabe von Mädchen und Jungen werden verknüpft mit interkultureller Kompetenz.

Hier können auch für das Projekt „Frauen im Sport“ weitere Synergien generiert werden. Durch das Projekt „Come In“ wird die Entwicklung von Gender- und Diversity-Kompetenzen in den Sportvereinen befördert und weiter entwickelt.

 Als Bewerbungskriterien werden Aspekte der Entwicklung interkultureller Sportangebote und die interkulturelle Öffnung der Sportvereine mit in den Zukunftspreis aufgenommen.

 

2. Gleichstellungsorientierte Steuerung

Das Projekt „Frauen im Sport“ steuert inhaltlich in mehrere Produkte des Sportamtes ein. Dazu gehören folgende Produkte, die auch das Projekt „Come In“ betreffen:

  • 77769 Bereitstellung von Sportanlagen mittels Nutzungsvertrag an Vereine, die im Sinne eines Eigentümers auftreten
  • 76426 Vermietung und Verpachtung von Sportanlagen
  • 79348 Sport und Freizeitveranstaltungen
  • 77673 Bereitstellung von Sportanlagen

 Mit dem Projekt werden bezirkliche Personalressourcen gebunden, die ebenfalls zur gleichstellungsorientierten Steuerung wie oben beschrieben beitragen.

 

3. Übertragbarkeit auf andere Bezirke

Das Projekt „Come In“ ist auf alle anderen Bezirke übertragbar. Der Projektansatz ist integrativ in vielfacher Hinsicht, da der sich auf entsprechende Ausgangssituationen in anderen Bezirken beziehen kann. Das Projektkonzept ist inhaltlich durch alle Bezirke prinzipiell anwendbar.

 

4. Gender-Ziele

Die Zielstellung des Projektes geht über die bisherigen gleichstellungsbezogenen Zielstellungen des Projektes „Frauen im Sport“ hinaus.

Durch den anderen, neuen Fokus des Projektes ergeben sich zum einen gänzlich neue Zielstellungen. Diese sind bezogen auf die Schaffung einer Willkommenskultur, die die im Bezirk ankommenden geflüchteten Menschen und deren Mädchen und Jungen, so wie die Anwohner und Anwohnerinnen, aber auch Verwaltung und weitere Institutionen betrifft.

Die gleichstellungspolitischen Zielstellungen des Projektes „Frauen im Sport“ werden mit dem Projekt “Come In“ zugleich erweitert und um den Aspekt der kulturellen Vielfalt ergänzt.

Gender-Ziele des Projektes:

  • Unterstützung der Etablierung einer Willkommenskultur durch Vernetzung und sich engagierende Menschen aus den Sportvereinen
  • Erhöhung von Gender- und Diversity-Kompetenz in den Sportvereinen und bei den beteiligten Trainerinnen und Trainern, Übungsleiterinnen und Übungsleitern
  • Information und erhöhte Sensibilisierung der unmittelbaren Anwohnerschaft der Containerdörfer durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit
  • Erreichung möglichst vieler Mädchen und Jungen  und Jugendlicher und auch deren Eltern mit dem Projekt „Come In“, durch eine gender- und diversitysensible Gestaltung und Vorgehensweise im Projekt und in den Sportangeboten (und den Sprach- und Berufsvorbereitungskursen)

Maßnahmen die explizit nachhaltig zur Zielerreichung im Projekt beitragen:

  • Entwicklung diversity- und gendersensibler Sportangebote
  • Information und Sensibilisierung für Trainerinnen und Trainer, Übungsleiterinnen und Übungsleiter, mit dem Schwerpunkt  Mädchen und  Jungen aus Familien die im Asylverfahren sind und in Erstunterkünften leben (interkultureller Konfliktmediation, Gewaltprävention, Umgang mit traumatisierten Mädchen und Jungen,  Jugendlichen und deren Eltern)
  • Vernetzung verschiedener Akteurinnen und Akteuren im zivilgesellschaftlichen Bereich, über die Sportangebote hinaus durch die koordinierende Stelle im Projekt
  • Öffentlichkeitsarbeit

 

5. Weitere Kriterien

  • Das Projekt ist in Verwaltungsregie zu entwickeln und durchzuführen, es müssen entsprechende Ressourcen dafür generiert werden
  • Außenwirkung: Durch die geplante Öffentlichkeitsarbeit ist mit dem Projekt eine relativ große Außenwirkung zu erwarten
  • Partizipation Sportangebote werden von den Trainerinnen und Trainern, Übungs-leiterinnen und Übungsleitern mit entwickelt, Sportvereine sind eingebunden und erhalten Unterstützung. Die Angebote sind grundsätzlich partizipativ gestaltet, d.h. Mädchen  und Jungen und Jugendliche bestimmen grundsätzlich mit, wie die Angebote konkret gestaltet werden und was ihre Präferenzen sind
  • Nachhaltigkeit: In das Projekt werden verschiedene Dienststellen einbezogen, nach Sport auch Weiterbildung und Kultur, sowie die sozialräumliche Planungskoordination. Insofern ist das Projekt nachhaltig – zudem weitere Flüchtlinge zu erwarten sind und das Thema noch länger Bestandteil der Arbeit sein wird. Durch die Koordinationsstelle im Projekt ist der Aspekt der Nachhaltigkeit bereits mit gedacht und abgesichert
  • Innovation: Das Projekt verbindet auf neue und innovative Art verschiedene Bereiche:
  1. auf bezirklicher Ebene in der Kooperation der Gleichstellungsbeauftragten und mit dem Integrationsbeauftragten
  2. in der Entwicklung und Durchführung von Sportangeboten wie oben dargestellt
  3. in der parallelen Planung von Maßnahmen die an verschiedenen Stellen ansetzen in den Bereichen der  Sportangebote, der Vermittlung von Sprachkompetenz und von beruflichen Kompetenzen durch das Projekt
  • Datengrundlage: Neue Datengrundlagen werden mit dem Projekt geschaffen und angestoßen
  • Umverteilung von Mitteln: Mittel werden für das Projekt genutzt und umverteilt (Personalressourcen, Sportanlagen)
  • Zieldefinition: Gender-Ziele werden intersektional ausdifferenziert und erweitert
  • Das Thema wird auch ohne den Wettbewerb bearbeitet und weiter entwickelt, würde allerdings mit einer Anerkennung über den Wettbewerb deutlich an Förderung dazugewinnen.