Gewinner Ausze­ich­nung
2014/15

Warum kön­nen geflüchtete Men­schen in Deutsch­land nicht ein­fach in WGs wohnen statt in Masse­nun­terkün­ften?! Das haben wir uns auch gefragt & einen Weg gefun­den, das möglich zu machen.

Projektinformation

Wir sind der Auf­fas­sung, dass geflüchtete Men­schen nicht durch Masse­nun­terkün­fte stig­ma­tisiert und aus­ge­gren­zt wer­den soll­ten, son­dern dass wir ihnen einen war­men Emp­fang bieten soll­ten. Wir sind der Mei­n­ung, dass wir gemein­sam eine andere Willkom­men­skul­tur in Deutsch­land etablieren soll­ten.

Das Ziel des Pro­jek­tes Flüchtlinge Willkom­men ist es, die Kom­mu­nika­tion zwis­chen Men­schen mit ver­schiede­nen sozialen und kul­turellen Hin­ter­grün­den aktiv zu fördern und her­beizuführen. Das langfristige Ziel dabei ist es, eine offene Gesellschaft zu gestal­ten, in der eine Willkom­men­skul­tur für Flüchtlinge als selb­stver­ständlich gilt. Flüchtlinge wer­den nicht mehr gesellschaftlich aus­ge­gren­zt, son­dern es beste­ht eine gemein­same Lebens­gestal­tung zwis­chen Flüchtlin­gen und Ein­heimis­chen.

Hin­ter­grund: In Deutsch­land kom­men jährlich mehrere hun­dert­tausend Men­schen, die auf der Flucht sind, an. Im Jahr 2014 wur­den in Deutsch­land 181.453 Asy­lanträge gestellt. Diese Men­schen brauchen eine Unterkun­ft. Zunächst wer­den sie in Asyl­be­wer­ber­heimen unterge­bracht, doch wie Medi­en­berichte im let­zten Jahr zeigten, sind diese Unter­bringun­gen meist nicht ide­al für Flüchtlinge, da sie über­füllt sind oder sich in schlechtem Zus­tand befind­en. Hinzu kommt, dass viele Unter­bringun­gen außer­halb der Städte oder an ihrem Rand ange­siedelt sind, sodass es Flüchtlin­gen schw­er fällt, Kon­takt zu Behei­mat­en zu find­en. Asyl­suchende haben das Recht, sich auch außer­halb der Flüchtling­sun­terkün­ften Woh­nun­gen zu suchen, jedoch fehlen ihnen dazu meist die notwendi­gen Net­zw­erk­struk­turen sowie die wirtschaftliche Sicher­heit, die ein poten­zieller Ver­mi­eter voraus­set­zt. Somit wird ihnen die Möglichkeit auf ein eigen­ständi­ges Leben und die aktive Teil­habe am gesellschaftlichen Leben in Deutsch­land noch zusät­zlich erschw­ert.

Flüchtlinge Willkom­men set­zt hier an. Die Auswirkun­gen, die die Ini­tia­tive haben wird, ist zum einem, dass sich durch die Bil­dung der WG Lebenssi­t­u­a­tion und -qual­ität der Flüchtlinge bessern:

  • Flüchtlinge haben die Möglichkeit, außer­halb der Unterkün­ften eine Woh­nung zu beziehen. Somit wer­den sie nicht mehr aus­ge­gren­zt.
  • Net­zw­erke kön­nen aufge­baut wer­den.
  • Die Eigen­ständigkeit und Unab­hängigkeit wird gefördert und so Hil­fe zur Selb­sthil­fe gegeben.
  • Das Erler­nen der deutschen Sprache wird durch die Kon­tak­te vere­in­facht.

Zum anderen kom­men in Deutsch­land Behei­mate mit Flüchtlin­gen zusam­men, ler­nen ihre Hin­ter­gründe ken­nen und kön­nen sich kul­turell aus­tauschen. Darüber­hin­aus agieren die WGs als aktive Mul­ti­p­lika­toren, die über die Hin­ter­gründe und Lebens­be­din­gun­gen der Flüchtlinge in Deutsch­land aufk­lären, da durch den Spende­naufruf auch Men­schen erre­icht wer­den, die sich bish­er nicht oder ger­ing mit der Flüchtlings­the­matik beschäftigt haben.

Bis heute wur­den durch die Ini­tia­tive  27 geflüchtete Men­schen ver­mit­telt! Sie leben in WGs in Berlin, Darm­stadt, Dres­den, Frank­furt, Kon­stanz, Leipzig, München, Wien und Salzburg (let­ztere über Flüchtlinge Willkom­men Öster­re­ich). Die neuen Mitbewohner*innen kom­men aus Afghanistan, Banglade­sch, Burk­i­na Faso, Kenia, Mali, dem Niger, Nige­ria, dem Irak, Iran, Pak­istan, Rus­s­land, dem Sene­gal, Soma­lia, Syrien und Tune­sien.