Gewinner Ausze­ich­nung
2009

»Meine Stadt, mein Bezirk, mein Vier­tel, meine Gegend, meine Straße, mein Zuhause, mein Block/ Meine Gedanken, mein Herz, mein Leben, meine Welt reichen vom 1.

Projektgalerie

  • Video - Ghetto ist immer woanders

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Trapez e.V.
Nam­slaus­tr. 45
13507 Berlin
Tele­fon:
030/43 661 662
Fokus (Alters­gruppe) auf:
Jugendliche
Lokale Zuord­nung:
bezirk­lich

Projektinformation

bis zum 16. Stock«, heißt es in Sidos Song “Mein Block”, der das Märkische Vier­tel 2006 bun­desweit bekan­nt machte. Der Film “Ghet­to ist immer woan­ders” begin­nt mit diesen Zeilen. Sie wer­den nicht von Sido ger­appt, son­dern von Jugendlichen vorge­le­sen, die im Anschluss daran fra­gen: Ist es so, wie Sido da singt? Ist das Märkische Vier­tel ein Ghet­to?

In Sidos Text ist das Märkische Vier­tel bevölk­ert von Män­nern, die im Gefäng­nis waren und Frauen, die sich pros­ti­tu­ieren, alle nehmen Dro­gen und sind irgend­wie gefährlich, irgend­wie anders, irgend­wie unheim­lich. Das Märkische Vier­tel hat es in den let­zten Jahren immer mal wieder in die Schlagzeilen geschafft, und wer die Berichter­stat­tung ein biss­chen ver­fol­gt hat oder eben Sidos Texte ken­nt, der mag den Ein­druck bekom­men, man könne kaum einen Fuß in den Berlin­er Bezirk set­zen, ohne dass einem etwas zustößt.

Ghet­to ist immer woan­ders“ ist das Ergeb­nis der Auseinan­der­set­zung der Gruppe „Alle in einem Boot“ mit den The­men Ras­sis­mus, Anti­semitismus, Sex­is­mus, Homo­pho­bie und der Frage, wie Diskri­m­inierungsmuster funk­tion­ieren und repro­duziert wer­den. Diesen Fra­gen wird vor­sichtig auch im Film nachge­gan­gen, in dem die Jugendlichen merken, dass das Bild vom Märkischen Vier­tel als Ghet­to nicht mit der Wahrnehmung der dort leben­den Men­schen übere­in­stimmt. Die Aus­sagen der Pas­san­ten, die die Jugendlichen im Film zum Leben „in MV“ inter­viewen, lassen die Nach­wuchs­filmemach­er fra­gen: Wem nützt es, wenn man ein Ghet­to hat? Eines der Mäd­chen über­legt im Film, ob die Men­schen so erzo­gen seien, dass „immer irgend­je­mand Schuld hat”. Und ein anderes ergänzt, dass die Schuld immer auf diejeni­gen geschoben wird, die „ein biss­chen anders” sind. „Der Film ver­weist indi­rekt auf Erfahrun­gen mit Vorurteilen und Aus­gren­zung, denen Men­schen aus­ge­set­zt sind, weil sie z.B. in einem Stadt­teil wohnen, der einen bes­timmten Ruf über die Gren­zen Berlins hin­aus hat“, kom­men­tiert Andrés Nad­er von der Amadeu Anto­nio Stiftung.

Das ist ein Pro­jekt von „Alle in einem Boot“ aus dem Trapez e.V. in Zusam­me­nar­beit mit der Amadeu Anto­nio Stiftung als Pro­jek­t­träger. In der Gruppe „Alle in einem Boot“ sind jugendliche Spätaussiedler/innen, Migrant/innen und andere Jugendliche aus dem Bezirk Reinick­endorf vere­int. Das Pro­jekt wurde gefördert durch das Bun­de­spro­gramm „VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Tol­er­anz und Demokratie“ im Rah­men des Lokalen Aktion­s­plans Reinick­endorf.