Gewinner Ausze­ich­nung
2015/16

Das Pro­jekt „Shalom Roll­berg“ ini­ti­iert interkul­turelle und inter­re­ligiöse Begeg­nun­gen auf Augen­höhe zwis­chen Men­schen, deren Lebenswege sich in der Regel nicht kreuzen. Das Pro­jekt bringt Vertreter der jüdis­chen Com­mu­ni­ty mit jun­gen Neuköll­nern, vor­wiegend Mus­li­men, zusam­men. Ziel ist es, den Dia­log und die Sen­si­bil­isierung für Diskri­m­inierung zu fördern, gegen­seit­ige Vorurteile abzubauen und einen respek­tvollen Umgang miteinan­der zu erre­ichen.

Projektinformation

Shalom Roll­berg ist Preisträger 2015 beim Aktiv-Wet­tbe­werb vom Bünd­nis für Demokratie und wurde als vor­bildlich eingestuft.

Im Roll­bergvier­tel von Berlin-Neukölln leben ca. 5.600 Ein­wohn­er aus 30 ver­schiede­nen Natio­nen. Es ist ein bekan­nter sozialer Bren­npunkt, geprägt durch man­gel­nde Bil­dung und Arbeit­slosigkeit.
Im Kiez ist das Ressen­ti­ment gegenüber Juden im All­ge­meinen und ins­beson­dere gegen Israel stark aus­geprägt. Dieses wird teil­weise durch Massen­me­di­en, Satel­liten­fernse­hen und lei­der auch durch einige Moscheen­predi­ger noch ver­stärkt. Die Kinder wach­sen mit einem klaren Feind­bild auf und die Vorurteile sitzen fest. Und dies obwohl die Mehrheit von ihnen (Eltern wie Kinder) in Deutsch­land aufgewach­sen ist.
Durch das 2013 ins Leben gerufene Pro­jekt „Shalom Roll­berg“ wer­den inter­re­ligiöse und interkul­turelle Begeg­nun­gen zwis­chen Mit­gliedern der vielfälti­gen Berlin­er jüdis­chen Com­mu­ni­ty und Bewohn­ern des Roll­bergkiezes gefördert und über­haupt erst ermöglicht. Die Ini­tia­tive trägt nach­haltig zum Abbau von gegen­seit­i­gen Berührungsäng­sten sowie Vorurteilen und zum Auf­bau von echt­en Fre­und­schaften sowie Tol­er­anz bei.
Im Rah­men von Bil­dungsange­boten wer­den Jugendlichen ohne ide­ol­o­gis­chen Auf­trag, und qua­si neben­bei an das The­ma Juden­tum, Israel oder Anti­semitismus herange­führt. Sei es beim Englisch ler­nen oder The­ater spie­len, dort wo ein fre­und­schaftlich­es und respek­tvolles Miteinan­der entste­ht, kön­nen auch „heik­le“ Fra­gen entspan­nter ange­sprochen wer­den. Im Vorder­grund ste­hen im Sinne des „alltäglichen Beispiels“ die per­sön­lichen Begeg­nun­gen. Auf rein men­schlich­er Basis, fern von Feind­bildern.
So entste­hen auch wichtige Fra­gen: Wer bin ich? Wie und wo lebe ich? Wie sieht meine Zukun­ft aus? Welche anderen Kul­turen, Län­der, Sprachen, Reli­gio­nen gibt es? Was bedeutet Vielfalt?