Unser Vere­in “Inter­es­sen­ge­mein­schaft Gehör­los­er Juden Deutsch­er Abstam­mung in Deutsch­land e.V.” (IGJAD) wurde 2001 gegrün­det.

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Inter­es­sen­ge­mein­schaft Gehör­los­er Jüdis­ch­er Abstam­mung in Deutsch­land e.V. (IGJAD)

Projektinformation

Das Vere­in­sziel ist es, die Erin­nerung an taube jüdis­che Men­schen, die früher in Berlin gelebt haben, nicht in Vergessen­heit ger­at­en zu lassen, son­dern ihr Andenken zu bewahren. Wir treten die Nach­folge des 1896 gegrün­de­ten Vere­ins für taube Juden, der bis 1937, also über 40 Jahre­lang existierte, bis das Nation­al­sozial­is­tis­che Regime ihn auflöste. In diesem Sinne organ­isieren wir Ver­anstal­tun­gen, Tagun­gen, Stolper­steine, tra­gen uns mit dem Ziel, ini­ti­ieren ein Mah­n­mal. Wir set­zen uns für die Gle­ich­stel­lung tauber Juden mit hören­den Juden ein, z. B. die Stiftung Denkmal der Ermorde­ten Juden hat keine Infor­ma­tio­nen über taube Juden in ihrer Ausstel­lung. Daher bemühen wir uns darum, das Schick­sal und Leben tauber Juden präsent zu machen, sowohl für die gesellschaftliche Öffentlichkeit, als auch für Forschung und Wis­senschaft. Wir tra­gen dazu bei, anti­semi­tis­che gesellschaftliche Ten­den­zen zu reduzieren und eine inklu­sive Gesellschaft zu gestal­ten. Beispiel­sweise organ­isierten wir in Berlin die 6. Deaf His­to­ry Tagung mit dem Schw­er­punkt auf tauben Juden. Diese inter­na­tionale Tagung an der Hum­boldt Uni­ver­sität bot Pan­els zu unter­schiedlichen The­men wie taube Mit­glieder der Hitler­ju­gend G, Zwangsster­il­i­sa­tion, Ver­fol­gung tauber Juden und ihr Schick­sal im KZ. Diese Auf­fächerung in die unter­schiedlichen The­men­bere­iche wandte sich gegen die ten­den­tielle Ver­mis­chung der Geschichte tauber Juden mit dem “Aktion T4”. In direk­tem Zusam­men­hang mit dieser Abgren­zung ste­hen unsere Pro­jek­te zum The­men­jahr Zer­störte Vielfalt 2013: 1933 -1938 -1945. Wir erstell­ten erstens Gebär­den­filme zum taub-jüdis­chen Leben im Umkreis des Zen­trum Judaicum, die man sich vor Ort down­load­en und anse­hen kann. Zweit­ens sind wir in der Por­ta­lausstel­lung des Deutschen His­torischen Muse­ums mit ein­er kurzen Ein­führung in das The­ma “taube Juden” präsent. Es han­delt sich dabei um ein unter­titeltes Video, in dem eine in Deutsch­er Gebär­den­sprache erzäh­lende Per­son zu sehen ist. Diese Art der Präsen­ta­tion ist für uns außeror­dentlich wichtig, denn die Gebär­den­sprache ist die Sprache tauber Men­schen. Drit­tens ist unter den Säu­len­bi­ogra­phien des The­men­jahres eine über einen tauben jüdis­chen homo­sex­uellen Tänz­er dabei, ein wirk­lich schönes Beispiel für die Diver­sität im dama­li­gen Berlin. Diese Säulebi­ogra­phie ste­ht im Lust­garten.
Hierüber gibt es einen TV-Beitrag von Sehen statt Hören: http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/sehen-statt-hoeren/sehen-statt-hoeren-machtergreifung-100.html
Bald tra­gen unsere Bemühun­gen um ein Mah­n­mal für taube Juden auch erste Früchte: Am 25. Novem­ber wird eine dig­i­tale Gedenk­tafel mit Tex­ten in Deutsch­er Gebär­den­sprache und inter­na­tionalen Gebär­den aufgestellt wer­den. Das entspricht einem Text, der auf deutsch und englisch präsen­tiert wird. Es han­delt sich um die weltweit erste Gedenk­tafel dieser Art. In einem weit­eren Schritt, set­zen wir uns auf der poli­tis­chen Are­na für ein Mah­n­mal ein.
In einem weit­eren anvisierten Pro­jekt wollen wir den Schulen fehlende Unter­richts­ma­te­ri­alen in Gebär­den­sprache über taube Men­schen im Deutschen Reich erstellen. Das The­ma in den Unter­richt effek­tiv einzu­binden würde Anti­semitismus abbauen, Vor­be­halte zwis­chen der Gehör­losen­ge­mein­schaft und der jüdis­chen Gemeinde abbauen, etc.
Auch wollen wir die Pan­elge­spräche der tauben Holo­caustüber­leben­den, Zeitzeu­gen der Zwangsster­il­i­sa­tion und Hitler­ju­gend G vom 6. DHI in Buch­form und DVD mit Unter­titeln veröf­fentlichen. Wir hof­fen sehr, dass unser Vere­in mit Ihrer Unter­stützung diese und andere Pro­jek­te real­isieren kann.