In einem zehn monatigen Prozess werden junge Erwachsene zu interreligiösen Stadtführer_innen ausgebildet. In verschiedenen Workshopphasen zu Kommunikation, interreligiöse Kompetenz, Empowerment, Stadt und Religiosität, etc. werden die Teilnehmer_innen dahin kommen, eigene Stadtführungen zu konzipieren und durchzuführen. Am Ende der Weiterbildung werden alle Teilnehmer_innen zertifizierte interreligiösen Stadtführer_innen sein und können ihre Führungen dann als Freie Mitarbeiter_innen über den Verein CrossRoads anbieten.

Zur Projektgruppe

CROSS ROADS - Berlin mit anderen Augen// Evangelischer Kirchenkreis Berlin Stadtmitte
Klosterstraße 66
10179 Berlin
Telefon:
030/ 25 81 85 114
Fokus (Altersgruppe) auf:
ErwachseneJugendliche
Lokale Zuordnung:
städtisch

Projektinformation

Die Stadtbezirke und Kieze von Berlin bieten ein breit gefächertes Angebot von Orten unterschiedlicher religiöser Präsenz und Bedeutung. Wenn sie zusammen gesehen, erklärt, erlaufen werden, zeigt sich ein ganz eigenes Bild religiöser Stadtwirklichkeit.

Bisher erst in kleinen Anfängen praktiziert, zeigen interreligiöse Projekte doch das große Wirkpotential im Hinblick auf das Zusammenleben dieser Stadt. Insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene haben einen ganz eigenen Blick auf ihre Stadt. Wenn sie – egale welcher religiöser Prägung – zusammen Konzepte für interreligiöse Stadtführungen entwickeln, können sie sich gegenseitig bestärken und voneinander lernen. Im gemeinsamen Tun und Zeigen „ihrer“ interreligiösen Realität, bestärkt sich das friedliche und befriedende Engagement für diese Stadt.

„Zeig mir Deine Welt“ meint also, was es sagt: Gläubige und nichtgläubige junge Erwachsene aus Berlin zeigen sich die Welt/Welten ihrer religiösen Inspiration, ihres Glaubens, ihrer Motivation in ihrer gemeinsamen Stadt Berlin. Der zentrale Gedanke dabei liegt in erster Linie auf dem, was die Erfahrungen und den Hintergrund der Teilnehmer und Teilnehmerinnen ausmacht. So werden junge Menschen in einem Zeitraum von etwa 8 Monaten zu interreligiösen Stadtführer_innen ausgebildet.

Die Grundidee ist: Junge Erwachsene machen sich gemeinsam auf die Entdeckungsreise der äußeren und inneren Orten des/der jeweils anderen, um diese mit den eigenen Augen zu sehen und so weit wie möglich zu verstehen. Mit diesem neuen Blick werden sie ihre eigene Welt ebenfalls neu deuten. In einem dritten Schritt schließlich werden sie die Zusammenschau dieser inneren und äußeren Welten in gemeinsam konzipierten Stadtführungen anderen – vor allem Besuchsgruppen in Berlin – nahe bringen. Die Ausbildung wird dabei selbst zu einer Schatzsuche, bei der wir noch nicht voraussehen können, an welche Orte sie uns und andere letztlich führen wird.

Als Initiator_innen machen wir uns mit den Teilnehmenden gemeinsam auf den Weg und haben uns sehr klar entschieden, keinerlei Festlegungen der äußeren Orte zu machen. So wird man z.B. auf unseren Flyern keine Kirche, Moschee, Synagoge, Haus der Andacht, Tempel, Cem-Haus oder ähnliches sehen. Die Orte religiöser Inspiration unterscheiden sich nicht nur nach der Religion sondern vielmehr individuell und lebensalterbezogen. Ob die Verkehrsampel in der Nähe Schule ein religiöser Ort sein kann, weil jemand genau an diesem Ort lange Gespräche über den Glauben mit den Freund_innen geführt hat, wird ebenso Thema sein wie die Option der Vermittlung dieser sehr individuellen Erfahrung.

Wenn es dazu kommt, dass uns die Teilnehmenden am Ende wieder zurück zu klassischen Orten der Gotteshäuser führen werden, dann soll es so sein, aber das bestimmt der Prozess.

Die Ausbildung beginnt im November dieses Jahres. Unsere Begleiter_innen sind erfahrene interreligiöse Trainer und Trainerinnen aus unterschiedlichen Religionen.  Professionelle Stadtführer und Stadtführerinnen werden ihr Know-How vermitteln. Weitere Unterstützende sind Mitglieder, Leiter und Leiterinnen von religiösen, weltanschaulichen oder säkularen Jugendgruppen. An der Konzeption und Durchführung sind Menschen mit unterschiedlichem religiösem und/oder kulturellem Background beteiligt.

Wir erwarten, dass die Teilnehmer_innen am Ende mehr von den inneren Orten der anderen sehen und wahrnehmen konnten und dass sie „ihren“ Weg/ihre Wege durch die Stadt finden und präsentieren können. Schließlich sind wir überzeugt, dass die Menschen, die unsere Stadt besuchen werden, auf diese Weise einen Einblick in das bekommen, was an gemeinsamer Lebensvision in Berlin möglich ist.

Mit der Ausbildung interreligiöser Stadtführer und Stadtführerinnen betreten wir Neuland. Auch wenn wir nicht die ersten sind, die ein solches Projekt in Angriff genommen haben, ist es dennoch in der Ausrichtung zwischen eigener Religiosität/Spiritualität und deren Vermittlung eine Pionierarbeit. „Zeig mir Deine Welt“ baut dabei auf unseren bisherigen Erfahrungen auf.

Das Projekt besteht aus folgenden Phasen:

Phase 1: Kennenlernen/ Biografie Arbeit/ was bedeutet (uns) Interreligiösität?

Phase 2:  Interreligiöses Kompetenztraining/ Berlin – Religiösität – Leben; was beeinflusst was?/ Empowerment

Phase 3: Präsenz- und Kommunikationstraining

Phase 4: Erarbeitungsprozess - Planung und Konzeption der eigenen Stadtführungen

Phase 5: Erprobungstouren - Testführungen und Auswertung

Phase 6: Verstetigung -  Erhalt eines Zertifikats über die abgeschlossene Ausbildung. Die Touren werden in die Angebotspalette von CROSS ROADS aufgenommen, das Marketing erfolgt über die Website, Flyer und Mailings.

Ziele:

1. Entwicklung von interreligiösen Stadtspaziergängen unter dem Motto „Im Kleinen ganz groß“ – Was kann interreligiöses Zusammenleben für die Stadt bewirken?

2. Entwicklung einer nachhaltigen und wiederholbaren Ausbildung für jugendliche Stadtführer_innen mit unterschiedlichem religiösen/kulturellem Hintergrund

3. Stärkung von Kompetenzen der TN – Beteiligung und Empowerment. Sie sind diejenigen, die das Konzept der Spaziergänge entwickeln, ziehen aus der Fortbildung Kompetenzen und erwerben eine nutzbare Qualifikation (Zertifikat) für ihre Zukunft.

4. Die Nachfrage nach interreligiösen Führungen kann von CROSS ROADS zukünftig besser abgedeckt werden.