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Anetta Kahane am Sprecherpult
10. Juli 2014 – 24. August 2014 in der Stiftung Topographie des Terrors

Berliner Tatorte“ groß wie nie

Recht­sex­treme Gewalt find­et lei­der an viel zu vie­len Orten statt. Mit dem Pro­jekt “Berlin­er Tatorte” von der Opfer­ber­atungsstelle „Rea­chOut“ doku­men­tiert der Fotograf Ralf Möller seit 10 Jahren Fälle von ras­sis­tisch oder anti­semi­tisch motiviertet Gewalt in Berlin. Bis zum 24. August 2014 ist die Ausstel­lung nun in umfassender Größe in den Ausstel­lungsräu­men der Stiftung Topogra­phie des Ter­rors zu sehen (bei freiem Ein­tritt). Zur Ein­wei­hung sprach das Ratschlagsmit­glied Anet­ta Kahane.

Von fast 1.400 gewalt­täti­gen Angrif­f­en mit rechtem, ras­sis­tis­chem und anti­semi­tis­chen Hin­ter­grund hat die Berlin­er Beratungsstelle Rea­chOut allein in den Jahren 2002 bis 2013 erfahren. Doku­men­tiert und veröf­fentlicht ist jed­er einzelne Angriff in ein­er berlin­weit­en Chronik. Die Ausstel­lung „Berlin­er Tatorte” zeigt die von Jörg Möller fotografierten Orte dieser Angriffe, ergänzt um knappe Erläuterun­gen zu den Tat­en. Auf den Fotografien sind gewöhn­liche Straßen, Bahn­höfe und Plätze zu sehen – sie zeigen die erschreck­ende Nor­mal­ität der Angriffe. Die Ausstel­lung soll dazu beitra­gen, dass die Erin­nerung an die Angriffe und die Würde der Opfer gewahrt bleiben. Gle­ichzeit­ig sind sie ein Appell, nicht wegzuschauen, sich einzu­mis­chen und Hil­fe zu holen, wenn Andere bedro­ht und ange­grif­f­en wer­den. Erin­nerung aus Sicht der Opfer heißt hier, die ver­traut­en Stadt­land­schaften neu zu lesen und die Mehrheits­bevölkerung mit den Tat­en zu kon­fron­tieren in der Hoff­nung, dass durch die Wahrnehmung der Tatorte und der Tatum­stände Men­schen sich sen­si­bler durch die Stadt bewe­gen, sich bewe­gen lassen und ein­greifen.

Die Ausstel­lung „Berlin­er Tatorte” beste­ht seit 2005 als Wan­der­ausstel­lung und wird jährlich aktu­al­isiert.

Exponat der Ausstellung: Berliner Tatorte

Angriff auf Fotoausstellung „Berliner Tatorte“ im Rathaus Tempelhof

Der Angriff auf die Ausstel­lung zeigt „wie wichtig ein gemein­sames Ein­ste­hen für Werte wie Tol­er­anz, Akzep­tanz und Respekt ist.“, so die Bezirks­bürg­er­meis­terin in ein­er gemein­samen Presseerk­lärung mit Rea­chOut.

Die Ausstel­lungs­machen­den lassen sich jedoch nicht ent­muti­gen: vom 04.02. bis zum 27.02.2014 wer­den die „Berlin­er Tatorte“ in der Galerie des Rathaus­es Mitte, Karl-Marx-Allee 31, 10171 Berlin zu sehen sein.

Zur Presseerk­lärung:

Dilekt Kolat eröffnet die Ausstellung: Berliner Tatorte

Ratschlagsmitglied Dilek Kolat eröffnet Fotoausstellung „Berliner Tatorte“

Auf mehr als 100 Ausstel­lungstafeln wer­den Fotos real­er Tatorte rechtsmo­tiviert­er, ras­sis­tis­ch­er und anti­semi­tis­ch­er Gewalt gezeigt. Die von der Opfer­ber­atungsstelle Rea­chOut gemein­sam mit dem Fotografen Jörg Möller entwick­elte Ausstel­lung wird ständig mit Fotos aktueller Fälle erweit­ert.mehr lesen …

Hitler Light

Im 80. Jahr der Ernen­nung Hitlers zum Reich­skan­zlerbeschäftigt sich der Kün­stler Ron­nie Golz auf eine leichte und „leuch­t­ende“ Art mit dem Phänomen Hitler. In 13 DIN A1 Leuchtkästen (84 cm x 60 cm) wer­den Foto­col­la­gen über den Her­rn H. gezeigt.

Die Ausstel­lung „Hitler Light“ ist zu aller erst eine Hom­mage an den jüdis­chen Kün­stler John Heart­field, der zwis­chen 1918 und 1938 großar­tige Fotomon­ta­gen über Hitler und die Nation­al­sozial­is­ten schuf.

Damals war die Lage für ihn als Jude, der nach Eng­land entkom­men war, sehr ernst und auch sehr bedrohlich. Heute im Jahr 2013 hat sich der jüdis­che Kün­stler Ron­nie Golz ganz entspan­nt und mit ein wenig Humor mit diesem Her­rn H. beschäftigt.

Ausstel­lungszeit­en:
Mon­tag bis Fre­itag 10 bis 18 Uhr
Sam­stag und Son­ntag nach Voran­mel­dung
Koblanck­straße 10, 14109 Berlin-Wannsee

Inhalt für das Sommerloch

Som­mer in Berlin – alles scheint still zu ste­hen. Gilt dies auch für die Auseinan­der­set­zung mit Nation­al­sozial­is­mus, Ras­sis­mus und Anti­semitismus? Keineswegs! Fast alle rel­e­van­ten Berlin­er Bil­dungsstät­ten öff­nen ihre Türen auch in den Som­mer­fe­rien.

Zwei davon sind im Berlin­er Ratschlag für Demokratie aktiv:mehr lesen …