Wir sind das Team einer Kita in Marzahn-Hellersdorf und betreuen 170 Kinder im Alter von 0-6 Jahren, inklusive Kinder mit Behinderungen, und sind ein Teil des Kinder-und Jugendhauses an der Wuhle. In unserem Haus befinden sich außer der Kita noch ein Elterntreff und die JFE „Fipp-Cafè“. Von 2012-2015 haben wir uns intensiv im Projekt unseres Trägers FiPP e.V. „KINDERWELTEN im FiPP “ mit dem inklusiven Ansatz der Vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung beschäftigt. KINDERWELTEN (Fachstelle KINDERWELTEN der Vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung beim Institut für den Situationsansatz) hat den Begriff der Vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung geprägt und macht damit auf Einseitigkeiten in Bildungseinrichtungen aufmerksam und auf die Art, wie sie Bildungsprozesse von Kindern behindern. Wir wollen allen Kindern, egal welche Voraussetzungen sie mitbringen, die gleichen Chancen auf Bildung ermöglichen.

 

Zur Projektgruppe

FiPP e.V.
Garzauer Str. 29
12683 Berlin
Telefon:
030 5644017
Fokus (Altersgruppe) auf:
Kinder
Lokale Zuordnung:
bezirklich

Projektinformation

Wir haben uns intensiv damit auseinandergestzt, welche Barrieren es in unserer Einrichtung gibt, die eine Beteiligung der Kinder erschweren könnten. Wir haben überlegt, wie wir das soziale Miteinander verbessern können, denn unser Anliegen ist, dass sich jedes Kind und alle Familien in unserem Haus willkommen und zugehörig fühlen. Deshalb haben wir gemeinsam mit den Kindern positive Verhaltensregeln für unterschiedliche Situationen im Kita-Alltag erarbeitet:

  1.  “Hallo, schön das du da bist!”
    • Alle sind bei uns willkommen, werden mit ihren Anliegen ernst genommen und einbezogen
  2. “Wir laden uns zum Spielen ein!”
    • Wir tun vieles gemeinsam.
    • Wir profitieren von einander und erkennen unsere Stärken.
  3. “Das ist super! Wir sagen was uns gefällt!”
    • Wünsche äußern sowie Bedürfnisse und Gefühle wahrnehmen
    • Anerkennung aussprechen und annehmen
  4. “Wir hören uns gegenseitig  zu und reden miteinander!”
    • Zeit und Raum geben, sich auf Vorschläge und Ideen einzulassen
    • gemeinsame Entscheidungen treffen, andere Meinungen respektieren
    • sich bei unterschiedlichen Erwartungen und Betrachtungen verständigen
    • einander Aufmerksamkeit schenken
  5. “Stopp, hör auf!”
    • Grenzen setzen und akzeptieren
    • gemeinsam bei Konflikten andere Möglichkeiten und Wege suchen
  6. “Wir entschuldigen uns!”
    • Wertschätzung
    • Respekt
    • Fehlerfreundlichkeit
    • Wir gehen aufeinander zu.
  7. Wir holen uns Hilfe!”
    • gemeinsame Wege suchen
    • Möglichkeiten finden, gemeinsame Ziele zu erreichen
    • sich Hilfe und Unterstützung bei anderen holen
  8. “Gemeinsam sind wir stark!”
    • Wir profitieren von einander, nutzen unsere Unterschiede und schöpfen aus unseren Fähigkeiten.
    • Durch gemeinsames Handeln können wir etwas bewirken.

Die Regeln sind entstanden, nachdem wir mit den Kindern besprochen haben, was wir wichtig finden, um gut miteinander auszukommen. Wir haben die Kinder dazu befragt und einige Antworten aufgezeichnet.  Die Kinder stellten Situationen nach, wir fotografierten sie und gestalteten damit große Bilderrahmen. Die Kinder hatten dabei viel Spaß und konnten sich gut mit der Aufgabe identifizieren. Die gestalteten Rahmen hängen sichtbar für alle im Treppenhaus unserer Kita. Die Eltern nahmen aufmerksam Anteil an diesem Prozess. Wir konnten seitdem oft beobachten, dass die Kinder sich gegenseitig auf die Regeln aufmerksam machen. Sie sollen für Kinder und Erwachsene gleichermaßen gelten. Die guten Erfahrungen im täglichen Miteinander und die positiven Rückmeldungen durch die Eltern haben uns darin bestärkt, diesen Weg weiter gemeinsam zu gehen. Unser Team ist davon überzeugt: Ein Klima, das durch Respekt und Wertschätzung geprägt ist, ermöglicht für alle Kinder gelingende Bildungsprozesse.