Gewinner Ausze­ich­nung
2014/15

Schüler­pat­en Berlin ste­ht unter dem Mot­to „Inte­gra­tion – ein bei­d­seit­iger Prozess, eine gemein­same Ver­ant­wor­tung“ für die Eröff­nung besser­er Bil­dungschan­cen für Kinder nicht­deutsch­er Herkun­ft und die Förderung bürg­er­schaftlichen Engage­ments in der Bevölkerung.

Zur Projektgruppe

Schüler­pat­en Berlin e.V.
Tele­fon:
0157–78351541
Fokus (Alters­gruppe) auf:
JugendlicheKinder
Lokale Zuord­nung:
städtisch

Projektinformation

Viele Kinder und Jugendliche mit Migra­tionsh­in­ter­grund benöti­gen Nach­hil­fe in der Schule, ihre Fam­i­lien kön­nen sich kostenpflichtige Ange­bote aber nicht leis­ten. Gle­ichzeit­ig ist unter den Studieren­den berlin­weit ein enormes Poten­tial ehre­namtlichen Engage­ments vorhan­den. An dieser Stelle set­zt unser gemein­nütziges Pro­jekt an. Schüler­pat­en verbindet die erfol­gre­iche Meth­ode der Paten­schaften mit Nach­hil­fe in interkul­turellen Begeg­nun­gen: Wir ver­mit­teln 1-zu-1 Bil­dungspaten­schaften zwis­chen Schülern mit über­wiegend ara­bis­chem Migra­tionsh­in­ter­grund und engagierten deutschsprachi­gen Pat­en in Berlin.

Unsere Pat­en besuchen min­destens ein­mal pro Woche ihr Patenkind zuhause, wo eine fächerüber­greifende Nach­hil­fe mit dem Schw­er­punkt des deutschen Spracher­werbs in für den Schüler ver­trautem Umfeld stat­tfind­et. Der Pate kann dabei auf die indi­vidu­ellen Stärken und Schwächen seines Schülers einge­hen. Dadurch, dass die Nach­hil­fe im Zuhause der Fam­i­lien stat­tfind­et, schaf­fen wir außer­dem eine Verbindung zwis­chen Fam­i­lie und Schüler­pate. Durch diesen Kon­takt wer­den bei­den Seit­en Ein­blicke in die jew­eils andere Lebenswelt ermöglicht und wer­den Chan­cen eröffnet, fernab von Vorurteilen einen eige­nen Ein­druck von der anderen Kul­tur zu gewin­nen. Unsere Pat­en wer­den von Anfang an durch regelmäßige Sem­i­nare aus- und weit­erge­bildet. Die Sem­i­nare haben einen beson­deren Fokus auf Deutsch als Zweit­sprache und den kul­turellen Beson­der­heit­en von Fam­i­lien mit Migra­tionsh­in­ter­grund, ihrer Lebensweise und Herkun­ft. Außer­dem ver­anstal­ten wir Events für Schüler und Pat­en, z.B. Plätzchen­back­en an Wei­h­nacht­en, unser alljährlich­es Som­mer­fest und The­aterbe­suche. Unser Konzept basiert auf langfristi­gen Paten­schaften. Wir vere­in­baren mit den Schüler­pat­en eine ehre­namtliche Tätigkeit von min­destens einem Jahr – so wird eine kon­tinuier­liche und nach­haltige Betreu­ung der Schüler gewährleis­tet. Die meis­ten Paten­schaften dauern über einen deut­lich län­geren Zeitraum an.

Unser Konzept kon­nten wir bere­its erfol­gre­ich in Berlin etablieren. Seit dem Pro­jek­t­start Anfang 2009 kon­nten schon über 400 Paten­schaften ver­mit­telt wer­den. Auf­grund unser­er Zusam­me­nar­beit mit Al Nadi, ein­er berlin­weit­en Beratungsstelle für ara­bis­che Frauen, haben wir hier die Paten­schaften begren­zt auf Schüler mit ara­bis­chem Migra­tionsh­in­ter­grund. 1-zu-1-Paten­schaften bilden einen Mehrw­ert für Pat­en und Schüler, der sich nach­haltig auf die Entwick­lung des Schülers auswirkt. Auch die Pat­en prof­i­tieren von dieser Her­aus­forderung und der Erfahrung ein­er völ­lig anderen Lebenswelt und auf diese Weise machen die Schüler­pat­en Inte­gra­tion lebendig. Für die Ver­mit­tlung der Paten­schaften kon­nten wir eine 15 Stun­den Stelle bei unserem Koop­er­a­tionspart­ner Al Nadi über Spenden finanzieren.

Unsere Eval­u­a­tion im Win­ter 2011/Frühjahr 2012 ergab, dass 68% der Schüler sich seit Beginn der Paten­schaft in ihren schulis­chen Leis­tun­gen verbessert haben, was sie zu 90% auf die Betreu­ung durch den Pat­en zurück­führen. 79% der Schüler ver­ste­hen seit Beginn der Paten­schaft die Auf­gaben in der Schule bess­er; der gle­iche Prozentsatz sagt von sich selb­st, seit Beginn der Paten­schaft bess­er organ­isiert zu sein. 74% der Schüler trauen sich selb­st mehr zu, seit ein Schüler­pate sie unter­stützt. Über 50% der Schüler sagten, ihr Pate ist ein Fre­und für sie; bei den Pat­en sagten 47%, ihr Schüler inspiriere sie. 71% der Pat­en bestätigten, dass ihr Schüler ihnen seine Welt zeige.