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Erzählend zur Einheit

Gewinnrunde

2020 - Preisträger*innen

Respektvoller Umgang miteinander ist die Voraussetzung dafür, dass ein guter Unterricht stattfinden kann. Respekt lernen, gelingt besonders gut bei Projektarbeit, wenn sich Schüler und Lehrer gemeinsam auf den Weg begeben: Jeder lernt von jedem, Vorschläge und Impulse des Einzelnen bereichern die Gruppenarbeit, Schwierigkeiten werden gemeinsam bewältigt und Erfolge zusammen gefeiert.

 

Projekt Informationen

Grunewald-Grundschule

Grunewald Grundschule
Delbrückstr. 20 a
14193 Berlin

Claudia Syll

Aufhänger war das Jubiläum „30 Jahre Mauerfall“. Es entstand das Spiel: „Erzählend zur Einheit“ und ein Briefprojekt, in dem die Schüler Prominente befragten, was ihnen zu den Begriffen „Mut“, „Freiheit“ und „Zusammenhalt“ einfällt. Dazu gesellten sich Zeitzeugenberichte der LehrerInnen unserer Schule. Beteiligt daran haben sich die SchülerInnen der Klassen 5a, 5b und 5c aus dem evangelischen Religionsunterricht der Grunewald-Grundschule.

Daraus entstand eine Ausstellung, über die der Berliner Tagesspiegel in dem Artikel „Geschichten gegen Mauern“ am 05.11.2019 berichtete. Weiterhin entstand zu einer Spielfeldkarte ein Theaterstück und daraus ein Film. Dieser trägt den Titel „Nicht wegschauen“. Hier beteiligten sich SchülerInnen der Klasse 6c aus dem evangelischen Religionsunterricht der Grunewald-Grundschule. Der Film wurde von Kulturprojekte BerlinGmbH im Rahmen „30 Jahre Friedliche Revolution“ neben anderen Filmen zum Jubiläum gezeigt.

Das Briefprojekt und das Spiel „Erzählend zur Einheit“

Ein großer Umbruch nach krisenreicher Zeit der deutschen Geschichte war am 09.11.1989 der Fall der Berliner Mauer. Am 09.11.2019 wird in Berlin das Jubiläum „30 Jahre Mauerfall“ gefeiert. Im Evangelischen Religionsunterricht beschäftigen wir uns mit dem friedlichen Widerstand und der Wichtigkeit demokratischer Prozesse. Es entstand die Idee, ein Spiel zum Mauerfall zu entwickeln.

Zunächst sichteten und ordneten wir die zahlreichen Materialien, die in den letzten zehn Jahren im Evangelischen Religionsunterricht der Grunewald-Grundschule entstanden waren:

  • Zeitungsartikel im „Berliner Tagesspiegel“: 06.11.2009
  • 25.05.2010 „Liebe Laura, die Kanzlerin war in der Sauna“
  • 02.08.2011 „Wie war das am 18. August 1961“
  • Zeitungsartikel in „Der Welt“: 08.11.2014 „Erlebbare Geschichte transportieren“ zu dem Projekt „Frag doch mal die Lehrer“

Die Schüler waren fasziniert, wie oft ihre „Vorgänger“ es schafften, dass die Berliner Presse wohlwollend über unsere Schulprojekte berichtet. Sehr beeindruckt waren die Schüler von den zahlreichen Zeitzeugenberichten, egal, ob diese von Prominenten oder von den Großeltern geschrieben wurden. Betroffen zeigten sie sich über die Berichte über den Mauerbau am 13.08.1961.

Aus dem Schularchiv besorgten wir uns folgende Ausstellungen, die im Rahmen des Evangelischen Religionsunterrichts entstanden waren.

  • „Die Vielfalt der Einheit“
  • „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen“
  • „Stolpersteinverlegung 2014 – Ein Stein, Ein Name, Ein Mensch“

In den zeitnah entstandenen Büchern: „Die Vielfalt in der Einheit“ und „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen“, freuten sich die Schüler über die phantasievollen Darstellungen der ehemaligen Schüler des Religionsunterrichts.

Wir informierten uns nun weiter…

Zum Beispiellasen und verglichen wir in Gruppenarbeit drei Kinder- und Bilderbücher zu dieser Thematik: „Fritzi war dabei“, „Das Wende-Bilderbuch“ und „Die Lisa“.

Da die Zeitzeugenberichte die Schüler am stärksten beeindruckt hatten, war es klar, in unserem Spiel muss viel erzählt werden.

Mein Wunsch war, dass es nicht unbedingt einen „Gewinner“ geben muss, da es mir wichtig ist, spielerisches Lernen ohne Leistungsdruck zu fördern. Die Schüler waren damit einverstanden.

Gemeinsam überlegen wir, welche Fotos, Texte, Bilder und Zeichnungen uns besonders gut gefallen und auch berührt haben. Nun begaben wir uns weiter auf die Suche nach weiteren Bildimpulsen für unser Spielfeld. Wir konnten so auf schon Entstandenes zurückgreifen und darauf aufbauen.

Die Schüler hatten viele kreative Ideen, die später auch wieder als „Wissensgrundlage“ für nachfolgende Schüler eingesetzt werden können. So entstand eine Collage aus historischen Fotos, Fotos aus Projekten und Ausstellungen, alte und neue Schülerzeichnungen, Texten und Gedichten.
Da es wie abgesprochen, keinen Gewinner gibt, soll aber jeder Mitspieler für seine Darbietung ein Streichholz zur Belohnung bekommen. Die Streichhölzer wurden von den Schülern liebevoll verziert und stehen symbolisch für: „Es geht mir ein Licht auf“.
Da zum Mauerfall 1989 viele Sektflaschen geöffnet wurden, gestalteten die Schüler aus Sektkorken ihre eigenen individuellen Spielfiguren. Die bunten Figuren spiegeln die Vielfalt und die Individualität jedes Einzelnen wieder. Da die Schüler maßgeblich an der Auswahl der Bilder und Inhalte der Spielfeldkarten beteiligt waren, entstand ein sehr buntes Spielfeld, wo lustige, interessante, traurige und zum Nachdenken anregende Motive nebeneinander liegen.
Die Schüler gestalten zu den Spielfeldern ein Begleitheft, welches kurze Information oder Erklärung zu der jeweiligen Spielfeldkarte anbietet. Eigene Gedanken und Interpretationen sind gewünscht! Dieses Spiel soll später auch von nachfolgenden Schülern gespielt werden können und wird damit nachhaltig genutzt.
Toll wäre es, wenn wir den Kontakt zu ehemaligen Schülern (sie sind jetzt 20 Jahre) herstellen und sie zu uns einladen, damit sie sehen, dass ihre Arbeiten immer noch gewürdigt werden und „Früchte“ tragen. Das motiviert auch die Schüler der 4. Klassen, da sie wahrnehmen, dass ihre Mühen auch in Zukunft gesehen werden.
Es bereichert die Schulgemeinschaft, wenn sich Schülergenerationen an Demokratie fördernden Projekten beteiligen. Dazu gehört auch folgende Tradition, die aus dem Evangelischem Religionsunterricht hervorgegangen ist: Alle Schüler der 6. Klassen der Grunewald Grundschule legen gemeinsam um den 9. November Blumen am Gleis 17 des Bahnhofes Grunewald nieder, um an die Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken. Die 4. Klassen kennen diese Tradition und freuen sich, dass sie auch in der 6. Klasse zu Botschaftern gegen den Faschismus werden. Denn ohne das Gedenken an den 9.11. 1938 kann der 9.11.1989 nicht gefeiert werden.
Ein wichtiges Ziel des Spiels „Erzählend zur Einheit“ ist: Wenn über Willkür und Unterdrückung geredet wird, dann erfahren die Schüler, wie wertvoll es ist, in einer Demokratie aufzuwachsen.
Zum demokratischem Handeln möchten wir in unserem Schulleben immer wieder anregen. Darum schrieben die Schüler der 4. Klassen mit Blick auf das Mauerfalljubiläum 2019 Briefe an Politiker und Prominente. Sie fragten diese nach deren Statement zu den Begriffen. „Mut“, „Zusammenhalt“ oder „Freiheit“. Begriffe, die im demokratischen Zusammenleben eine wichtige Rolle spielen und die auch zum Fall der Berliner Mauer 1989 beitrugen. Die Antwortschreiben der Prominenten und Politiker wollen wir in der Schule ausstellen.

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