Respek­tvoller Umgang miteinan­der ist die Voraus­set­zung dafür, dass ein guter Unter­richt stat­tfind­en kann. Respekt ler­nen, gelingt beson­ders gut bei Pro­jek­tar­beit, wenn sich Schüler und Lehrer gemein­sam auf den Weg begeben: Jed­er lernt von jedem, Vorschläge und Impulse des Einzel­nen bere­ich­ern die Grup­pe­nar­beit, Schwierigkeit­en wer­den gemein­sam bewältigt und Erfolge zusam­men gefeiert.

 

Zur Projektgruppe

Grunewald-Grund­schule
Grunewald Grund­schule
Del­brück­str. 20 a
14193 Berlin
Tele­fon:
030 321 27 48
Fokus (Alters­gruppe) auf:
JugendlicheKinder

Projektinformation

Aufhänger war das Jubiläum “30 Jahre Mauer­fall”. Es ent­stand das Spiel: “Erzäh­lend zur Ein­heit” und ein Brief­pro­jekt, in dem die Schüler Promi­nente befragten, was ihnen zu den Begrif­f­en “Mut”, “Frei­heit” und “Zusam­men­halt” ein­fällt. Dazu gesell­ten sich Zeitzeu­gen­berichte der LehrerIn­nen unser­er Schule. Beteiligt daran haben sich die Schü­lerIn­nen der Klassen 5a, 5b und 5c aus dem evan­ge­lis­chen Reli­gion­sun­ter­richt der Grunewald-Grund­schule.

Daraus ent­stand eine Ausstel­lung, über die der Berlin­er Tagesspiegel in dem Artikel “Geschicht­en gegen Mauern” am 05.11.2019 berichtete. Weit­er­hin ent­stand zu ein­er Spielfeld­karte ein The­ater­stück und daraus ein Film. Dieser trägt den Titel “Nicht wegschauen”. Hier beteiligten sich Schü­lerIn­nen der Klasse 6c aus dem evan­ge­lis­chen Reli­gion­sun­ter­richt der Grunewald-Grund­schule. Der Film wurde von Kul­tur­pro­jek­te BerlinGmbH im Rah­men “30 Jahre Friedliche Rev­o­lu­tion” neben anderen Fil­men zum Jubiläum gezeigt.

Das Briefprojekt und das Spiel “Erzählend zur Einheit”

Ein großer Umbruch nach krisen­re­ich­er Zeit der deutschen Geschichte war am 09.11.1989 der Fall der Berlin­er Mauer. Am 09.11.2019 wird in Berlin das Jubiläum “30 Jahre Mauer­fall” gefeiert. Im Evan­ge­lis­chen Reli­gion­sun­ter­richt beschäfti­gen wir uns mit dem friedlichen Wider­stand und der Wichtigkeit demokratis­ch­er Prozesse. Es ent­stand die Idee, ein Spiel zum Mauer­fall zu entwick­eln.

Zunächst sichteten und ord­neten wir die zahlre­ichen Mate­ri­alien, die in den let­zten zehn Jahren im Evan­ge­lis­chen Reli­gion­sun­ter­richt der Grunewald-Grund­schule ent­standen waren:

  • Zeitungsar­tikel im “Berlin­er Tagesspiegel”: 06.11.2009
  • 25.05.2010 “Liebe Lau­ra, die Kan­z­lerin war in der Sauna”
  • 02.08.2011 “Wie war das am 18. August 1961”
  • Zeitungsar­tikel in “Der Welt”: 08.11.2014 “Erleb­bare Geschichte trans­portieren” zu dem Pro­jekt “Frag doch mal die Lehrer”

Die Schüler waren fasziniert, wie oft ihre “Vorgänger” es schafften, dass die Berlin­er Presse wohlwol­lend über unsere Schul­pro­jek­te berichtet. Sehr beein­druckt waren die Schüler von den zahlre­ichen Zeitzeu­gen­bericht­en, egal, ob diese von Promi­nen­ten oder von den Großel­tern geschrieben wur­den. Betrof­fen zeigten sie sich über die Berichte über den Mauer­bau am 13.08.1961.

Aus dem Schu­larchiv besorgten wir uns fol­gende Ausstel­lun­gen, die im Rah­men des Evan­ge­lis­chen Reli­gion­sun­ter­richts ent­standen waren.

  • Die Vielfalt der Ein­heit”
  • Nie­mand hat die Absicht eine Mauer zu bauen”
  • Stolper­stein­ver­legung 2014 — Ein Stein, Ein Name, Ein Men­sch”

In den zeit­nah ent­stande­nen Büch­ern: “Die Vielfalt in der Ein­heit” und “Nie­mand hat die Absicht eine Mauer zu bauen”, freuten sich die Schüler über die phan­tasievollen Darstel­lun­gen der ehe­ma­li­gen Schüler des Reli­gion­sun­ter­richts.

Wir informierten uns nun weit­er…

Zum Beispiel­lasen und ver­glichen wir in Grup­pe­nar­beit drei Kinder- und Bilder­büch­er zu dieser The­matik: “Fritzi war dabei”, “Das Wende-Bilder­buch” und “Die Lisa”.

Da die Zeitzeu­gen­berichte die Schüler am stärk­sten beein­druckt hat­ten, war es klar, in unserem Spiel muss viel erzählt wer­den.

Mein Wun­sch war, dass es nicht unbe­d­ingt einen “Gewin­ner” geben muss, da es mir wichtig ist, spielerisches Ler­nen ohne Leis­tungs­druck zu fördern. Die Schüler waren damit ein­ver­standen.

Gemein­sam über­legen wir, welche Fotos, Texte, Bilder und Zeich­nun­gen uns beson­ders gut gefall­en und auch berührt haben. Nun begaben wir uns weit­er auf die Suche nach weit­eren Bildim­pulsen für unser Spielfeld. Wir kon­nten so auf schon Ent­standenes zurück­greifen und darauf auf­bauen.

Die Schüler hat­ten viele kreative Ideen, die später auch wieder als „Wis­sens­grund­lage“ für nach­fol­gende Schüler einge­set­zt wer­den kön­nen. So ent­stand eine Col­lage aus his­torischen Fotos, Fotos aus Pro­jek­ten und Ausstel­lun­gen, alte und neue Schülerze­ich­nun­gen, Tex­ten und Gedicht­en.
Da es wie abge­sprochen, keinen Gewin­ner gibt, soll aber jed­er Mit­spiel­er für seine Dar­bi­etung ein Stre­ich­holz zur Beloh­nung bekom­men. Die Stre­ich­hölz­er wur­den von den Schülern liebevoll verziert und ste­hen sym­bol­isch für: „Es geht mir ein Licht auf“.
Da zum Mauer­fall 1989 viele Sek­t­flaschen geöffnet wur­den, gestal­teten die Schüler aus Sek­tko­rken ihre eige­nen indi­vidu­ellen Spielfig­uren. Die bun­ten Fig­uren spiegeln die Vielfalt und die Indi­vid­u­al­ität jedes Einzel­nen wieder. Da die Schüler maßge­blich an der Auswahl der Bilder und Inhalte der Spielfeld­karten beteiligt waren, ent­stand ein sehr buntes Spielfeld, wo lustige, inter­es­sante, trau­rige und zum Nach­denken anre­gende Motive nebeneinan­der liegen.
Die Schüler gestal­ten zu den Spielfeldern ein Beglei­theft, welch­es kurze Infor­ma­tion oder Erk­lärung zu der jew­eili­gen Spielfeld­karte anbi­etet. Eigene Gedanken und Inter­pre­ta­tio­nen sind gewün­scht! Dieses Spiel soll später auch von nach­fol­gen­den Schülern gespielt wer­den kön­nen und wird damit nach­haltig genutzt.
Toll wäre es, wenn wir den Kon­takt zu ehe­ma­li­gen Schülern (sie sind jet­zt 20 Jahre) her­stellen und sie zu uns ein­laden, damit sie sehen, dass ihre Arbeit­en immer noch gewürdigt wer­den und „Früchte“ tra­gen. Das motiviert auch die Schüler der 4. Klassen, da sie wahrnehmen, dass ihre Mühen auch in Zukun­ft gese­hen wer­den.
Es bere­ichert die Schul­ge­mein­schaft, wenn sich Schü­ler­gen­er­a­tio­nen an Demokratie fördern­den Pro­jek­ten beteili­gen. Dazu gehört auch fol­gende Tra­di­tion, die aus dem Evan­ge­lis­chem Reli­gion­sun­ter­richt her­vorge­gan­gen ist: Alle Schüler der 6. Klassen der Grunewald Grund­schule leg­en gemein­sam um den 9. Novem­ber Blu­men am Gleis 17 des Bahn­hofes Grunewald nieder, um an die Opfer des Nation­al­sozial­is­mus zu gedenken. Die 4. Klassen ken­nen diese Tra­di­tion und freuen sich, dass sie auch in der 6. Klasse zu Botschaftern gegen den Faschis­mus wer­den. Denn ohne das Gedenken an den 9.11. 1938 kann der 9.11.1989 nicht gefeiert wer­den.
Ein wichtiges Ziel des Spiels „Erzäh­lend zur Ein­heit“ ist: Wenn über Willkür und Unter­drück­ung gere­det wird, dann erfahren die Schüler, wie wertvoll es ist, in ein­er Demokratie aufzuwach­sen.
Zum demokratis­chem Han­deln möcht­en wir in unserem Schulleben immer wieder anre­gen. Darum schrieben die Schüler der 4. Klassen mit Blick auf das Mauer­fallju­biläum 2019 Briefe an Poli­tik­er und Promi­nente. Sie fragten diese nach deren State­ment zu den Begrif­f­en. „Mut“, „Zusam­men­halt“ oder „Frei­heit“. Begriffe, die im demokratis­chen Zusam­men­leben eine wichtige Rolle spie­len und die auch zum Fall der Berlin­er Mauer 1989 beitru­gen. Die Antwortschreiben der Promi­nen­ten und Poli­tik­er wollen wir in der Schule ausstellen.