Der sechs Tage dauernde Video-Work­shop „Erzäh­lun­gen von Entwurzelung“ war Teil des „Wel­come Refugees Projects“ des Lateinameri­ka-Insti­tuts der Freien Uni­ver­sität Berlin. Studierende des LAI und Jugendliche mit Fluchter­fahrung kon­nten sich gemein­sam in einem Dia­log aus­tauschen und dabei vier kreative Kurz­filme zu den The­men: „Migration/Flucht“, „Inklu­sion“ und „All­t­agsleben in Berlin“ entwick­eln. Teil­nehmende an dem Work­shop waren 8 Mas­ter-Studierende  aus Deutsch­land und Lateinameri­ka und  16 Jugendliche aus Syrien, Afghanistan und Pak­istan, die Ende 2015 ohne Fam­i­lie nach Deutsch­land gekom­men waren.

Projektgalerie

  • Video - Erzählungen von Entwurzelung

Zur Projektgruppe

Dr. Rocío Eliz­a­beth Vera San­tos
Sander­strasse 31,
12047 Berlin
Tele­fon:
017632835822
Fokus (Alters­gruppe) auf:
Erwach­seneJugendliche

Projektinformation

Erzäh­lung von Entwurzelung“ war ein sech­stägiges (3 Woch­enen­den) Video-Pro­jekt im Rah­men eines  mein­er Sem­i­nare über Qual­i­ta­tive Sozial­forschung. Durch die gemein­same Konzep­tion von Kurz­fil­men sollte ein Raum geschaf­fen wer­den, in dem Studierende und Geflüchtete sich in einem interkul­turellen Dia­log aus­tauschen kön­nen

Die Studieren­den kon­nten im Rah­men des Work­shops „Erzäh­lung von Entwurzelung“ prak­tis­che Erfahrun­gen bei der Daten­er­he­bung, z. B bei der ethno­graphis­chen Arbeit (Feld­forschung, semi-struk­turi­erte Inter­views und teil­nehmende Beobach­tung, Beobach­tun­gen, Pro­tokoll) sam­meln. Dieses Mate­r­i­al wurde von den Studieren­den kodiert, analysiert und inter­pretiert. Am Ende des Video-Work­shops gaben die Studieren­den einen ethno­graphis­chen Bericht ab.

Alle Teil­nehmenden hat­ten im Rah­men des Video-Work­shops die Gele­gen­heit, sämtliche Arbeitss­chritte ein­er Film­pro­duk­tion (The­o­rie und tech­nis­che Aspek­te, Ver­fassen eines Drehbuchs für einen Kurz­film, Grund­la­gen des Video­drehs und Film­schnitts) zu erler­nen.

Vier Kurz­filme wur­den entwick­elt, gedreht und geschnit­ten in den Work­shop,  die Teil­nehmerin­nen und Teil­nehmer haben sel­ber das The­ma entschei­den. Im Falle des Pro­jek­ts erlauben uns die vier Kurz­filme, ver­schiedene Sub­jek­tiv­itäten und Erfahrun­gen wahrzunehmen und die sozialen Real­itäten ander­er zu sehen oder auch unter neue Per­spek­tiv­en.

In dem Video „Träume und Wün­sche an einem Son­ntag“ stellen die Filmemacherin­nen und Filmemach­er Besuch­ern des Berlin­er Mauer­parks philosophis­che und ontol­o­gis­che Fra­gen, wie zum Beispiel: „Wo würdest du mor­gen gern aufwachen?“ oder „Welche wichti­gen Leitlin­ien hast du für dein Leben?“. Der Film „Mahers Reise“ zeigt die Flucht eines Kursteil­nehmers von Syrien nach Deutsch­land. Der Fokus liegt auf seinen dabei durch­lebten Gefühlen. Der dritte Kurz­film „Pick Nick“ han­delt von Fre­und­schaft und dem Gefühl des Ver­lustes eines nah­este­hen­den Men­schen. Der vierte Kurz­film „Klack“ ist eher eine Komödie: Es geht um das Benutzen der Berlin­er Verkehrsmit­tel.

Die Ergeb­nisse des im Som­merse­mes­ters 2016 durchge­führten Video-Work­shops wur­den auf der Web­seite des Lateinameri­ka-Insti­tuts veröf­fentlicht, um sie für zukün­ftige Forschung­spro­jek­te zu nutzen. In 2018 “Erzäh­lung von Entwurzelung” wurde mit den Pub­likum­spreis  beim Vide­owet­tbe­werb „70 Jahre Inter­na­tion­al­ität an der Freien Uni­ver­sität“ aus­geze­ich­net.

Bei “Erzäh­lun­gen von Entwurzelung”  es han­delt sich um einen Aus­tausch auf Augen­höhe. Zweifel­los war der Work­shop eine Bere­icherung für alle, die teilgenom­men haben – und er ist ein gelun­ge­nes Beispiel eines Inklu­sion­spro­jek­ts für Jugendliche mit Migra­tion oder Fluchter­fahrung.