GARDEN ist eine Meta­pher für das Zusam­menkom­men und Zusam­menwach­sen von Men­schen in Schönewei­de, die aus allen möglichen Eck­en dieser bun­ten Welt herkom­men und nicht wirk­lich miteinan­der was zu tun haben bzw. sich im All­t­ag nie über den Weg laufen. Wir möcht­en es ändern und bes­timmten Fokus auf Peo­ple of Col­or und Queere Migran­tinnen leg­en, um deren Sicht­barkeit zu ermöglichen. Damit tra­gen wir zur Demokratieförderung und der Präven­tion vom Recht­sex­trem­is­mus bei.

Das Pro­jekt ist sehr kom­plex und bein­hal­tet mehrere Aspek­te / soziale Prob­leme und gesellschaftliche Kon­flik­te. Zum einen möcht­en wir ein Com­mu­ni­ty-Meet­ing etablieren, wo wir mit den Teil­nehmerin­nen Blu­menin­stal­la­tio­nen und Fotos / Videos machen wer­den. Zum anderen wollen wir auch kreativ sein und unsere kün­st­lerische Energie gegen Frem­den­feindlichkeit, Ras­sis­mus, Homo- und Trans­pho­bie ein­set­zen. Wir sind davon überzeugt, dass die Kun­st und Kul­tur eine Stärke haben, um diese Schw­er­punk­te anzus­prechen und die gesellschaftliche Nor­men zu hin­ter­fra­gen.

Das Pro­jekt wurde mit der Unter­stützung des Vere­ins Quar­teera durchge­führt. Der Küntler Mis­cha Badasyan ist ein­er der Mit­glieder des Vere­ins. Quar­teera ist ein Vere­in rus­sis­chsprachiger LSBTIQ* Men­schen, der sich seit 7 Jahren gegen Homo-, trans* und inter*Feindlichkeit in der rus­sis­chsprachi­gen Gesellschaft Deutsch­lands ein­set­zt. LSBTIQ* Men­schen mit Migra­tionsh­in­ter­grund erfahren Mehrfahcdiskri­m­inierung und Aus­gren­zung: in der deutschen Gesellschaft stoßen sie auf Vorurteile auf­grund ihrer Herkunt, aber auch unter in Deutsch­land leben­den Mit­men­schen find­en sie kein Gefühl von Zuge­hörigkeit, da sie auf­grund ihrer sex­uellen und geschlechtlichen Seb­st­bes­tim­mung startk diskri­m­iniert wer­den. Um dem ent­ge­gen­zuwirken, führt Quar­teera bun­desweit Aufk­lärungs- sowie Kun­st­pro­jek­te, die zum größtem Teil ehre­namtlich getra­gen wer­den. Das Pro­jekt GARDEN ist ein Beispiel davon.

Projektgalerie

Zur Projektgruppe

Quar­teera e.V.
Tele­fon:
017672284660
Fokus (Alters­gruppe) auf:
Erwach­seneJugendliche
Lokale Zuord­nung:
bezirk­lich

Projektinformation

Berlin Schönewei­de ist lei­der immer noch für viele Berliner­In­nen mit einem Bild von Intol­er­anz, Hass, Neon­azi und Aus­gren­zung ver­bun­den. Es wird sofort mit dem „Osten“ gle­ichge­set­zt, wo es sehr gefährlich und unsich­er ist. Den­noch entwick­elt sich Schönewei­de zu einem inno­v­a­tiv­en und attrak­tiv­en Wirtschafts­stan­dort. Mit­ten­drin befind­et sich die Hochschule für Tech­nik und Wirtschaft Berlin (HTW), die größte Berlin­er Hochschule für ange­wandte Forschung. Die Hochschule zieht junge und engagierte Men­schen in den Kiez und so entste­hen sehr vielfältige Dynamiken. Schönewei­de wird auch zu einem Kreativzen­trum und macht als kul­tureller Bal­lungsraum immer mehr von sich reden. Mit unserem Pro­jekt GARDEN woll­ten wir die Vielfalt und Diver­sität nach Schönewei­de brin­gen und es bunt gestal­ten. Unsere Schw­er­punk­te waren Geflüchtete und POC – Peo­ple of Col­or.

Hin­ter­grund­in­for­ma­tion:

Jedes Jahr kom­men tausende Flüchtlinge nach Deutsch­land. Sie kom­men meis­tens alleine, weil sie von ihren Fam­i­lien­ange­höri­gen in ein anderes Land geschickt wur­den, ihre Ange­höri­gen zuvor zum Beispiel im Krieg oder auf der Flucht ver­loren haben oder selb­st die Entschei­dung getrof­fen haben, aus ihrem Herkun­ft­s­land zu fliehen.  Die Jugendlichen und jun­gen Erwach­se­nen unter­schei­den sich durch viele Merk­male wie Bil­dung, Reli­gion und Sprache. Zudem unter­schei­den sich die Gründe, warum sie nach Deutsch­land gekom­men sind. Häu­fige Ursachen für Flucht sind Kriege, Ver­fol­gung, Diskri­m­inierung und Per­spek­tivlosigkeit. Ihre Lage hat sich in den let­zten Jahren – auch auf­grund europäis­ch­er Richtlin­ien – verbessert. Trotz­dem sind sie benachteiligt.  Außer­dem ist das Bild von ein­er Geflüchteten Per­son in Medi­en eher neg­a­tiv geprägt. Männliche Geflüchtete wer­den mit Gewalt­täter, Ver­brech­er, Verge­waltiger und Räu­ber gle­ich geset­zt. Es entste­ht eine sug­gerierte Gefahr, die ange­blich junge Geflüchtete darstellen. Dadurch sind Ras­sis­mus und Frem­den­feindlichkeit auf der Tage­sor­d­nung in der Gesellschaft.

Unsere Ziele waren: 

Wir woll­ten gerne dieses Bild umdrehen und das Schwarz-Weiß-Denken kri­tisch einge­hen. Die Vielfalt und die Frei­heit, die in Berlin groß geschrieben wer­den, wei­t­er­denken und neu gestal­ten.  Durch Aktio­nen und Inter­ven­tio­nen an öffentlichen Orten in Schönewei­de mit Geflüchteten und POC´s Men­schen, die als Blu­menin­stal­la­tio­nen dargestellt waren, kon­nten wir das Stadt­bild ändern und Anre­gung für ein Gespräch und eine Diskus­sion schaf­fen. Es war auch fast bei allen Teil­nehmenden Per­so­n­en die erste Erfahrung über­haupt, in der Öffentlichkeit per­for­ma­tiv zu arbeit­en und an einem Kun­st­pro­jekt teilzunehmen. Dieses Pro­jekt basierte auf einem Empow­er­ment-Konzept. Die Geflüchtete wur­den auf den Fotos als schöne und liebeswerte Wesen abge­bildet. Durch diese Erfahrung kon­nten sie eine neue Per­spek­tive auf sich sel­ber und auf die Umge­bung in Schönewei­de gewin­nen.  Das Pro­jekt GARDEN set­zte sich auch mit den lokalen Nach­barschaften bzw. Com­mu­ni­ties auseinan­der und löste zahlre­iche Diskus­sio­nen und Gespräch­srun­den aus.

Ergeb­nisse:

Ins­ge­samt haben an den Aktio­nen und öffentlichen Ver­anstal­tun­gen über 50 Per­so­n­en mit und ohne Fluchthin­ter­grund teilgenom­men. Es fand über 5 Foto-Shoot­ings statt. Ins­ge­samt wur­den 10 Aktio­nen durchge­führt. Am Ende wurde ein Video gedreht. Bei unseren Events kon­nten wir über 200 Men­schen als Pub­likum erre­ichen.

Über unsere Pro­jek­te wurde in den Medi­en berichtet und ein paar Bilder kamen in der Zeitschrift Lit­er­arische Diverse vor: https://www.literarischediverse.de/

Es gab auch Plakate, die wir in der Stadt ver­bre­it­et und über 1000 bunte und schöne Bilder gek­lebt haben.